Ekphrasis: Unterschied zwischen den Versionen

Aus GIB - Glossar der Bildphilosophie
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====Ekphrasis – hörend und lesend sehen====
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==Ekphrasis – hörend und lesend sehen==
 
 
„Ekphrasis“ ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch, der unter „Ekphrasis“ die Kunstbeschreibung versteht, begriff die Antike darunter noch jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken.
 
 
 
Nikolaos von Myra definiert Ekphrasis als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Ekphrasis zielt auf höchste Anschaulichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Imagination von Bildern]] anzuleiten, also „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.<ref>Das Zitat lautet im Weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (<bib id='Spengel 1966a'>Spengel 1966a</bib>, 491; <bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>, 40) </ref> Durch die Verwendung von [[Metapher]]n, lautmalerischen Wendungen und Synästhesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert wird (<bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>, 76).
 
 
 
Das griechische Wort „Ekphrasis” (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, aussprechen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende [[Darstellung]] eines Geschehens in einer Rede. Das Gegenstück in der lateinischen Rhetorik ist ''descriptio'', allerdings setzte sich der griechische Terminus durch. Die ''descriptio'' war im Gegensatz zur Ekphrasis keine eigene Gattung, sondern nur Beschreibung im allgemeinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphrasis institutioneller Bestandteil der Anfängerübungen, der so genannten ''progymnasmata''<ref> Vier der Bücher mit ''progymnasmata'' aus dem 1. bis 5. Jahrhundert sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (<bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>, 34-41.)</ref>.
 
In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet „Ekphrasis“ die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von Ekphrasis Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (<bib id='Heffernan 1999a'>Heffernan 1999</bib>, 21).<ref> Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. von programmbezogenem Komponieren. (Weiterführend dazu beispielsweise <bib id='Fink 1988a'>Fink 1988</bib> und <bib id='Bruhn 2000a'>Bruhn 2000</bib>.</ref>
 
 
 
====Ziel und Funktion der Ekphrasis====
 
Die Qualität der Sprache, Bilder zu evozieren, soll genutzt werden, um eigentlich abwesende Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen -- die Bilder sollen "zwischen den Zeilen" sichtbar gemacht werden. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vor allem in antiken Texten finden sich Ekphrasen, die ein nur in der textuellen Fiktion existierendes Kunstwerk beschreiben. Nach Giuliani stellt vor allem „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (<bib id='Giuliani 2006a'>Giuliani 2006</bib>, 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhöreren Emotionen auszulösen (vgl. <bib id='Webb 1999a'>Webb 1999</bib>, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch Ekphrasis die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch Ekphrasis soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (''enargeia''/''evidentia'') erzielt werden. Nach Quintilian ist ''enargeia'' die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben,<ref> Quintilian, ''De institutione oratoria'', IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. </ref> was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (<bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>, 145-146). Männlein-Robert stellt den besonderen Anteil des Lesers/Betrachters an der Konstitution des imaginierten Bildes heraus, denn die Beschreibung der Kunstwerke vor allem in der hellenistischen Dichtung sei in der Regel „ausschnitthaft und auf Wesentliches konzentriert” (<bib id='Männlein-Robert 2007a'>Männlein-Robert 2007</bib>, 2).
 
  
====Ekphrasis und Kunstbeschreibung====
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‘Ekphrasis’ ist ein aus der Rheto&shy;rik stammen&shy;der Ausdruck, der eine beson&shy;ders anschau&shy;liche, weil wirkmäch&shy;tige sprachli&shy;che Darstel&shy;lung bezeich&shy;net. Im Gegen&shy;satz zum heuti&shy;gen Sprachge&shy;brauch, der unter ‘Ekphra&shy;sis’ die Kunstbe&shy;schreibung versteht, begriff die Anti&shy;ke darun&shy;ter noch jedwe&shy;de Beschrei&shy;bung von Gegen&shy;ständen, darun&shy;ter auch von Kunstwer&shy;ken, aber eben&shy;so von Perso&shy;nen, Landschaf&shy;ten und Bauwer&shy;ken.
Aus der Ekphrasis als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.<ref> Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in: <bib id='Friedländer 1912'>Friedländer 1912</bib></ref> Die um 200 n. Chr. entstandenen ''Eikónes'' des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (<bib id='Giuliani 2006a'>Giuliani 2006</bib>, Graf 1995). In der einleitenden Vorrede wird der vermeintliche Entstehungskontext des Werkes erläutert – angeblich eine Demonstration der Redekunst des Autors vor jugendlichen Rhetorikschülern. Die folgenden 65 Beschreibungen von Kunstwerken weisen aber eine ganz eigene Narrativität auf, die über die bloße Beschreibung eines Bildes hinaus gehen und einen eigenen narrativen Fiktionsraum schaffen. Mit seinem Text lobt Philostrat die Bildkunst und stellt zugleich die Überlegenheit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. <bib id='Giuliani 2006a'>Giuliani 2006</bib>, 95).
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Nikolaos von Myra definiert Ekphra&shy;sis als „eine ausführ&shy;liche Rede, die das zu Zeigen&shy;de deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfol&shy;ge von Ereig&shy;nissen geschil&shy;dert wird. Ekphra&shy;sis zielt auf höchste Anschau&shy;lichkeit, sie versucht durch das Wort zur [[Bildvorstellungen|Ima&shy;gina&shy;tion von Bildern]] anzu&shy;leiten, also „die Hörer zu Zuschau&shy;ern zu machen”.<ref>Das Zi&shy;tat lau&shy;tet im Wei&shy;te&shy;ren: „Wir be&shy;schrei&shy;ben aber Or&shy;te, Zei&shy;ten, Per&shy;so&shy;nen, Fes&shy;te, Ta&shy;ten […]. Wann im&shy;mer wir aber be&shy;schrei&shy;ben möch&shy;ten […] Sta&shy;tu&shy;en oder Bil&shy;der oder der&shy;ar&shy;ti&shy;ges sonst, soll man aber ver&shy;su&shy;chen, Über&shy;le&shy;gun&shy;gen zu sol&shy;chem oder sol&shy;chem hin&shy;zu&shy;zu&shy;fü&shy;gen von Sei&shy;ten der Ver&shy;fas&shy;sung des Ma&shy;lers oder des Bild&shy;hau&shy;ers” (<bib id='Spengel 1966a'>Spengel 1966a</bib>: S. 491; <bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>: S. 40). </ref> Durch die Verwen&shy;dung von [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie|Meta&shy;phern]], lautma&shy;leri&shy;schen Wendun&shy;gen und Synäs&shy;thesi&shy;en wird ein menta&shy;les Vor-Augen-Stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzäh&shy;lung” nicht unter&shy;brochen, sondern um eine [[Allegorie|alle&shy;gori&shy;sche]] Ebe&shy;ne erwei&shy;tert wird (<bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>: S. 76).
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Das griechische Wort ‘Ekphrasis’ – ἔκ-φρασις – (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, ausspre&shy;chen) bezeich&shy;net eine beson&shy;ders anschau&shy;liche Beschrei&shy;bung oder eine mit allen Sinnen verge&shy;genwär&shy;tigen&shy;de [[Darstellung|Darstel&shy;lung]] eines Gesche&shy;hens in einer Rede. Das Gegen&shy;stück in der latei&shy;nischen Rheto&shy;rik ist ''‘descrip&shy;tio’'', aller&shy;dings setzte sich der griechi&shy;sche Termi&shy;nus durch. Die ''descrip&shy;tio'' war im Gegen&shy;satz zur Ekphra&shy;sis keine eige&shy;ne Gattung, sondern nur Beschrei&shy;bung im allge&shy;meinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphra&shy;sis insti&shy;tutio&shy;neller Bestand&shy;teil der Anfän&shy;gerü&shy;bungen, der so genann&shy;ten ''progymnas&shy;mata''<ref> Vier der Bü&shy;cher mit ''pro&shy;gym&shy;nas&shy;ma&shy;ta'' aus dem 1. bis 5. Jahr&shy;hun&shy;dert sind über&shy;lie&shy;fert. Ih&shy;re Au&shy;to&shy;ren sind Aeli&shy;us Theon, Her&shy;mo&shy;ge&shy;nes, Aph&shy;to&shy;ni&shy;us So&shy;phis&shy;tes und Ni&shy;ko&shy;laos von Myra. Letz&shy;te&shy;rer ist der ein&shy;zi&shy;ge Au&shy;tor, der ex&shy;pli&shy;zit Kunst&shy;wer&shy;ke als Ge&shy;gen&shy;stand der Ek&shy;phra&shy;sis er&shy;wähnt (<bib id='Boeder 1996a'>Boe&shy;der 1996</bib>: S. 34-41.)</ref>. In der neuzeit&shy;lichen und moder&shy;nen Bildbe&shy;schreibung bezeich&shy;net ‘Ekphra&shy;sis’ die charak&shy;teri&shy;sieren&shy;de Beschrei&shy;bung eines meist real exis&shy;tieren&shy;den Kunstwerks, was auch in einer neue&shy;ren Defi&shy;nition von Ekphra&shy;sis Ausdruck findet: „ekphra&shy;sis is the verbal repre&shy;senta&shy;tion of visu&shy;al repre&shy;senta&shy;tion” (<bib id='Heffernan 1999a'>Heffer&shy;nan 1999</bib>: S. 21).<ref> Um&shy;strit&shy;ten bleibt die Ver&shy;wen&shy;dung des Be&shy;griffs in der Mu&shy;sik(-wis&shy;sen&shy;schaft) im Sin&shy;ne von Kom&shy;po&shy;nie&shy;ren nach Bil&shy;dern bzw. von pro&shy;gramm&shy;be&shy;zo&shy;ge&shy;nem Kom&shy;po&shy;nie&shy;ren; wei&shy;ter&shy;füh&shy;rend da&shy;zu bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se <bib id='Fink 1988a'>Fink 1988</bib> und <bib id='Bruhn 2000a'>Bruhn 2000</bib>.</ref>
  
Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr "nur" Teil eines literarischen Werks sind wie beispielsweise in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt - wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie -, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (<bib id='Rosenberg 1995a'>Rosenberg 1995</bib>, 306). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus der Rhetorik eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosenberg 2007</bib>, 271).<ref> Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede ''inventio'' und ''dispotio'' aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der ''elocutio'', ''memoria'' und ''pronuntiatio'' jedoch nicht (vgl. <bib id='Rosenberg 2007a'>Rosenberg 2007</bib>, 272).</ref>
 
  
Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie beispielsweise Tizians ''Venusfest'' (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats ''Eikónes'' bildkünstlerisch umsetzt (<bib id='Rosen 2001a'>Rosen 2001</bib>, 92ff; für weitere Bsp. <bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>, 78-79).
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==Ziel und Funktion der Ekphra&shy;sis==
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Die Qualität der Sprache, Bilder zu evo&shy;zieren, soll genutzt werden, um eigent&shy;lich abwe&shy;sende Bilder wie anwe&shy;send erschei&shy;nen zu lassen – die Bilder sollen “zwischen den Zeilen” sichtbar gemacht werden. Dabei ist die fakti&shy;sche Exis&shy;tenz des beschrie&shy;benen Objekts keine notwen&shy;dige Bedin&shy;gung. Vor allem in anti&shy;ken Texten finden sich Ekphra&shy;sen, die ein nur in der textu&shy;ellen Fiktion exis&shy;tieren&shy;des Kunstwerk beschrei&shy;ben. Nach Giulia&shy;ni stellt vor allem „die Abwe&shy;senheit der Bilder eine notwen&shy;dige Bedin&shy;gung des ästhe&shy;tischen Spiels” dar (<bib id='Giuliani 2006a'>Giulia&shy;ni 2006</bib>: S. 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhö&shy;rern Emo&shy;tionen auszu&shy;lösen (vgl. <bib id='Webb 1999a'>Webb 1999</bib>: S. 13). In der Rheto&shy;rikaus&shy;bildung sollte durch Ekphra&shy;sis die affek&shy;tive Wirkung der Beschrei&shy;bung auf die Zuhö&shy;rer einge&shy;übt werden. Durch Ekphra&shy;sis soll ein maxi&shy;maler Anschau&shy;lichkeits&shy;effekt (''enar&shy;geia''/''evi&shy;dentia'') erzielt werden. Nach Quinti&shy;lian ist ''enar&shy;geia'' die Eigen&shy;schaft der Rede, Vergan&shy;genes oder allge&shy;mein nicht Gegen&shy;wärti&shy;ges vor dem inne&shy;ren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emo&shy;tiona&shy;le Bewegt&shy;heit des Rhetors den Wortcha&shy;rakter des Textes aufzu&shy;heben,<ref> Quin&shy;ti&shy;lian, «De in&shy;sti&shy;tu&shy;ti&shy;o&shy;ne ora&shy;to&shy;ria», IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. </ref> was in der Formel „an die äuße&shy;re tritt die inne&shy;re Schau” program&shy;matisch zusam&shy;menge&shy;fasst werden kann (<bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>: S. 145-146). Männlein-Robert stellt den beson&shy;deren Anteil des Lesers/Betrach&shy;ters an der Konsti&shy;tution des ima&shy;ginier&shy;ten Bildes heraus, denn die Beschrei&shy;bung der Kunstwer&shy;ke vor allem in der helle&shy;nisti&shy;schen Dichtung sei in der Regel „ausschnitt&shy;haft und auf Wesent&shy;liches konzen&shy;triert” (<bib id='Männlein-Robert 2007a'>Männlein-Robert 2007</bib>: S. 2).
  
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphrasis im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (<bib id='Boehm & Pfotenhauer 1995a'>Boehm & Pfotenhauer 1995</bib>; <bib id='Boehm 1995a'>Boehm 1995</bib>; <bib id='Pfotenhauer 1996a'>Pfotenhauer 1996</bib>; <bib id='Wagner 1996a'>Wagner 1996</bib>; <bib id='Wandhoff 2001a'>Wandhoff 2001</bib>;  <bib id='Schaefer & Rentsch 2004a'>Schaefer & Rentsch 2004</bib>; <bib id='Drügh 2006a'>Drügh 2006</bib>; <bib id='Baumann 2011a'>Baumann 2011</bib>) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosenberg 2007</bib>; <bib id='Webb 2009a'>Webb 2009</bib>).
 
  
====Beispiele====
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==Ekphrasis und Kunst&shy;beschrei&shy;bung==
Gewissermaßen als Urtext der literarischen Ekphrasis gilt die Beschreibung des Schildes des Achill in der ''Ilias'' des Homer (18. Gesang, 478-608, Hampe 1979). Die besondere narrative Qualität des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entstehungsprozess des Schildes in der Schmiede des Hephaistos beiwohnen. Die Rezipienten werden sukzessive zu einer vollständigen Imagination und Vergegenwärtigung angeleitet (ausführlich dazu: <bib id='Moog-Grünewald 2001a'>Moog-Grünewald 2001</bib>).<ref> Das Besondere der gesamten Schildbeschreibung ist die Selbstreferentialität des Textes. Der Vortragende tritt als Künstler in Erscheinung und der Text selbst wird als Kunstwerk vorgeführt. Somit wird offenbar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fiktives Kunstwerk handelt (ebd.).</ref>
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Aus der Ekphrasis als rheto&shy;rischer Form ent&shy;wickelt sich in der Spätan&shy;tike eine selbststän&shy;dige lite&shy;rari&shy;sche Textgat&shy;tung der Bild- bzw. Kunstbe&shy;schreibung.<ref> Aus&shy;führ&shy;lich wird die Gat&shy;tungs&shy;ge&shy;schich&shy;te dar&shy;ge&shy;stellt in <bib id='Friedländer 1912a'>Fried&shy;län&shy;der 1912</bib>.</ref> Die um 200 n. Chr. entstan&shy;denen «Eikónes» des Philo&shy;strat gelten als ihr frühes&shy;tes Beispiel (<bib id='Giuliani 2006a'>Giulia&shy;ni 2006</bib>, <bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>). In der einlei&shy;tenden Vorre&shy;de wird der vermeint&shy;liche Entste&shy;hungskon&shy;text des Werkes erläu&shy;tert – angeb&shy;lich eine Demon&shy;stration der Rede&shy;kunst des Autors vor jugend&shy;lichen Rheto&shy;rikschü&shy;lern. Die folgen&shy;den 65 Beschrei&shy;bungen von Kunstwer&shy;ken weisen aber eine ganz eige&shy;ne Narra&shy;tivi&shy;tät auf, die über die bloße Beschrei&shy;bung eines Bildes hinaus gehen und einer eige&shy;nen, quasi bildim&shy;manen&shy;ten Drama&shy;turgie folgen. Mit seinem Text lobt Philo&shy;strat die Bildkunst und stellt zugleich die Über&shy;legen&shy;heit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. <bib id='Giuliani 2006a'>Giulia&shy;ni 2006</bib>: S. 95).
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Mit der Entwicklung der Kunst&shy;theorie in der Frühen Neuzeit verän&shy;dert sich auch die Form der Kunstbe&shy;schreibun&shy;gen, die nicht mehr “nur” Teil eines lite&shy;rari&shy;schen Werks sind wie beispiels&shy;weise in den zahlrei&shy;chen Künstler&shy;viten. Die Verge&shy;genwär&shy;tigung eines spezi&shy;fischen Bildes durch eine detail&shy;genaue Beschrei&shy;bung rückt in den Mittel&shy;punkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasa&shy;ri, Gian Pietro Bello&shy;ri, André Féli&shy;bien und später auch von Denis Dide&shy;rot, syste&shy;mati&shy;sche Krite&shy;rien ent&shy;wickelt – wie die Beach&shy;tung der [[Komposition|Kompo&shy;sition]], der [[Stil|Stil&shy;idi&shy;ome]], der Iko&shy;nogra&shy;phie –, die eine Beschrei&shy;bung im Hinblick auf Wieder&shy;erkenn&shy;barkeit des einzel&shy;nen Kunstwerks zum Ziel haben (<bib id='Rosenberg 1995a'>Rosen&shy;berg 1995</bib>, 306). Bildbe&shy;schreibun&shy;gen sind ein zentra&shy;les Ele&shy;ment in Kunstkri&shy;tik und Kunstwis&shy;senschaft, die aus der Rheto&shy;rik eige&shy;ne Maßstä&shy;be für die Bewer&shy;tung von Kunstwer&shy;ken ent&shy;wickel&shy;ten (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosen&shy;berg 2007</bib>, 271).<ref> Bei&shy;spiels&shy;wei&shy;se wur&shy;den die bei&shy;den ers&shy;ten Pro&shy;duk&shy;ti&shy;ons&shy;sta&shy;di&shy;en der Re&shy;de ''in&shy;ven&shy;tio'' und ''dis&shy;po&shy;tio'' aus der Rhe&shy;to&shy;rik für den Kunst&shy;dis&shy;kurs über&shy;nom&shy;men; die Kri&shy;te&shy;ri&shy;en der ''elo&shy;cu&shy;tio'', ''me&shy;mo&shy;ria'' und ''pro&shy;nun&shy;ti&shy;a&shy;tio'' je&shy;doch nicht (vgl. <bib id='Rosenberg 2007a'>Ro&shy;sen&shy;berg 2007</bib>, 272).</ref>
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Vor allem antike lite&shy;rari&shy;sche Ekphra&shy;sen wurden in der Frühen Neuzeit Vorla&shy;ge bildkünst&shy;leri&shy;schen Schaffens, wie beispiels&shy;weise Tizians «Venus&shy;fest» (1518-19, Madrid, Prado), das Passa&shy;gen aus Philo&shy;strats «Eikó&shy;nes» bildkünst&shy;lerisch umsetzt (<bib id='Rosen 2001a'>Rosen 2001</bib>: S. 92ff; für weite&shy;re Bsp. <bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>: S. 78-79).
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Seit den 1990er Jahren steht die Ekphra&shy;sis im beson&shy;deren Inte&shy;resse der lite&shy;ratur-, sprach- , kunst- und bildwis&shy;senschaft&shy;lichen Forschung vor allem im Hinblick auf inter&shy;medi&shy;ale Bezü&shy;ge und Zeichen&shy;haftig&shy;keit, wobei immer auch defi&shy;nito&shy;rische Aktu&shy;ali&shy;sierun&shy;gen und Präzi&shy;sierun&shy;gen unter&shy;nommen werden (<bib id='Boehm & Pfotenhauer 1995a'>Boehm & Pfoten&shy;hauer 1995</bib>; <bib id='Boehm 1995a'>Boehm 1995</bib>; <bib id='Pfotenhauer 1996a'>Pfoten&shy;hauer 1996</bib>; <bib id='Wagner 1996a'>Wagner 1996</bib>; <bib id='Wandhoff 2001a'>Wand&shy;hoff 2001</bib>;  <bib id='Schaefer & Rentsch 2004a'>Schaefer & Rentsch 2004</bib>; <bib id='Drügh 2006a'>Drügh 2006</bib>; <bib id='Baumann 2011a'>Bau&shy;mann 2011</bib>) oder für die ausschließ&shy;liche Verwen&shy;dung des Begriffs im anti&shy;ken Kontext plädiert wird (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosen&shy;berg 2007</bib>; <bib id='Webb 2009a'>Webb 2009</bib>).
  
  
Erst nun formt' er den Schild, den ungeheuren und starken,<br />
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==Beispiele==
Ganz ausschmückend mit Kunst. Ihn umzog er mit schimmerndem Rande, <br />
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Gewissermaßen als Urtext der lite&shy;rari&shy;schen Ekphra&shy;sis gilt die Beschrei&shy;bung des Schildes des Achill in der «Ilias» des Homer (18. Gesang, 478-608). Die beson&shy;dere narra&shy;tive Quali&shy;tät des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entste&shy;hungspro&shy;zess des Schildes in der Schmiede des Hephais&shy;tos beiwoh&shy;nen. Die Rezi&shy;pienten werden sukzes&shy;sive zu einer vollstän&shy;digen Ima&shy;gina&shy;tion und Verge&shy;genwär&shy;tigung ange&shy;leitet (ausführ&shy;lich dazu: <bib id='Moog-Grünewald 2001a'>Moog-Grüne&shy;wald 2001</bib>).<ref> Das Be&shy;son&shy;de&shy;re der ge&shy;sam&shy;ten Schild&shy;be&shy;schrei&shy;bung ist die Selbst&shy;re&shy;fe&shy;ren&shy;ti&shy;a&shy;li&shy;tät des Tex&shy;tes. Der Vor&shy;tra&shy;gen&shy;de tritt als Künst&shy;ler in Er&shy;schei&shy;nung und der Text selbst wird als Kunst&shy;werk vor&shy;ge&shy;führt. So&shy;mit wird of&shy;fen&shy;bar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fik&shy;ti&shy;ves Kunst&shy;werk han&shy;delt (ebd.).</ref>
Dreifach und blank, und fügte das silberne schöne Gehenk an.<br />
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Aus fünf Schichten gedrängt war der Schild selbst; oben darauf nun<br />
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Vasaris «Vite dei più illustri pittori, scul&shy;tori ed archi&shy;tetti» (1550/ 1568) enthal&shy;ten zahlrei&shy;che ekphras&shy;tische Passa&shy;gen nach rheto&shy;rischem Muster, in denen die Bilder vorran&shy;gig in Hinblick auf ihre narra&shy;tiven Quali&shy;täten beschrie&shy;ben werden (<bib id='Alpers 1960a'>Alpers 1960</bib>; <bib id='Alpers 1995a'>Alpers 1995</bib>). Ausführ&shy;licher sind die zahlrei&shy;chen Bildbe&shy;schreibun&shy;gen in Bello&shy;ris «Le vite de' pitto&shy;ri, sculto&shy;ri et archi&shy;tetti moder&shy;ni» (1672). In der Kunstge&shy;schichte bzw. -wissen&shy;schaft ist die Beschrei&shy;bung von Kunstwer&shy;ken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwie&shy;fern Sprache abbil&shy;det und abbil&shy;den kann (<bib id='Baxandall 1990a'>Baxan&shy;dall 1990</bib>; <bib id='Bätschmann 2009a'>Bätsch&shy;mann 2009</bib>). Beispiel&shy;haft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amor&shy;phen, an Neolo&shy;gismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwis&shy;senschaft&shy;lichen Theo&shy;rien seiner Zeit versucht hat in „sprachli&shy;cher Bildkon&shy;zeption verbun&shy;den mit bildli&shy;cher Sprachkon&shy;zeption” (<bib id='Schiffermüller 2009a'>Schiffer&shy;müller 2009</bib>: S. 9) bildli&shy;chen Ausdrucks&shy;werten ein sprachli&shy;ches Abbild zu verlei&shy;hen.  
Bildet' er mancherlei Kunst mit erfindungsreichem Verstande. <br />
+
:
Drauf nun schuf er die Erd', und das wogende Meer, und den Himmel,<br />
+
Die Beispiele lite&shy;rari&shy;scher Ekphra&shy;sis sind zahlreich.<ref> Ei&shy;ne um&shy;fang&shy;rei&shy;che Lis&shy;te ek&shy;phras&shy;ti&shy;scher Wer&shy;ke von der An&shy;ti&shy;ke bis zum Mit&shy;tel&shy;al&shy;ter lie&shy;fert <bib id='Downey 1959a'>Dow&shy;ney 1959</bib>.</ref> Eine beson&shy;dere Rolle kommt der Ekphra&shy;sis in der Lyrik, im so genann&shy;ten Bildge&shy;dicht zu (<bib id='Kranz 1976a'>Kranz 1976</bib>; <bib id='Hollander 1988a'>Hollan&shy;der 1988</bib>; <bib id='Frangenberg 2003a'>Frangen&shy;berg 2003</bib>).
Auch den vollen Mond, und die rastlos laufende Sonne; [...]<br />
 
  
Drauf zwei Städt' auch schuf er der vielfach redenden Menschen,<br />
 
Blühende: voll war die ein' hochzeitlicher Fest' und Gelage.<br />
 
Junge Bräut' aus den Kammern, geführt beim Scheine der Fackeln,<br />
 
Gingen einher durch die Stadt; und hell erhob sich das Brautlied:<br />
 
Tanzende Jünglinge drehten behende sich unter dem Klange, <br />
 
Der von Flöten und Harfen ertönete; [...]<br />
 
 
 
Vasaris ''Vite dei più illustri pittori, scultori ed architetti'' (1550/ 1568) enthalten  zahlreiche ekphrastische Passagen nach rhetorischem Muster, in denen die Bilder vorrangig in Hinblick auf ihre narrativen Qualitäten beschrieben werden (Alpers 1960/1995). Ausführlicher sind die zahlreiche Bildbeschreibungen in Belloris ''Le vite de' pittori, scultori et architetti moderni'' (1672). In der Kunstgeschichte bzw. -wissenschaft ist die Beschreibung von Kunstwerken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwiefern Sprache abbildet und abbilden kann (<bib id='Baxandall 1990a'>Baxandall 1990</bib>; <bib id='Bätschmann 2009a'>Bätschmann 2009</bib>). Beispielhaft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amorphen, an Neologismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwissenschaftlichen Theorien seiner Zeit versucht hat in „sprachlicher Bildkonzeption verbunden mit bildlicher Sprachkonzeption” (<bib id='Schiffermüller 2009a'>Schiffermüller 2009</bib>, 9) bildlichen Ausdruckswerten ein sprachliches Abbild zu verleihen.
 
 
Die Beispiele literarischer Ekphrasis sind zahlreich.<ref> Eine umfangreiche Liste ekphrastischer Werke von der Antike bis zum Mittelalter liefert <bib id='Downey 1959a'>Downey 1959</bib>.</ref> Eine besondere Rolle kommt der Ekphrasis in der Lyrik, im so genannten Bildgedicht zu (<bib id='Kranz 1976a'>Kranz 1976</bib>; Hollander 1995; <bib id='Frangenberg 2003a'>Frangenberg 2003</bib>).
 
 
====Ekphrasis im Kontext====
 
Schon ''qua definitionem'' ist Ekphrasis eine Form der Intermedialität, da es um die Übertragung eines bildkünstlerischen Mediums in Sprachkunst geht (<bib id='Reulecke 2002a'>Reulecke 2002</bib>). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des ''paragone'', des Wettstreits der Künste, aufgerufen und damit die auf Horaz zurückgehende Formel [http://www.bildwissenschaft.org/netzwerk/glossar/index.php/Ut_pictura_poesis Ut pictura poiesis],  in der das Verhältnis von Malerei und Dichtung thematisiert wird.
 
Im Kontext der Ekphrasis steht auch immer die Frage nach der Narration bzw. nach dem Verhältnis von Beschreibung und Erzählung, von ''histoire'' und ''discours'' (<bib id='Fowler 1991a'>Fowler 1991</bib>).
 
Hollander stellt einen Bezug zu Emblemen (''imprese'') her und weist auf die Beziehung von Bild und Text hin. Der bildbegleitende Text sei eine „reductive ecphrasis” (Hollander 1995).
 
Problemstellungen in der Semiotik führen zu der Frage, wie denn Wörter bildhaften, in gewisser Weise abbildhaften, gegenständlichen Charakter annehmen können, wenn sie doch selber nur Abstrakta sind – und berühren damit den Kern der Ekphrasis (<bib id='Krieger 1992a'>Krieger 1992</bib> und <bib id='Krieger 1995a'>Krieger 1995</bib>).
 
  
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==Ekphrasis im Kontext==
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Schon ''qua definitionem'' ist Ekphra&shy;sis eine Form der Inter&shy;medi&shy;ali&shy;tät, da es um die Über&shy;tragung eines bildkünst&shy;leri&shy;schen Medi&shy;ums in Sprach&shy;kunst geht (<bib id='Reulecke 2002a'>Reu&shy;lecke 2002</bib>). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des ''para&shy;gone'', des Wettstreits der Künste, aufge&shy;rufen und damit die auf Horaz zurück&shy;gehende Formel „[[Ut pictura poesis|Ut pictu&shy;ra poesis]]“,  in der das Verhält&shy;nis von [[Malerei|Male&shy;rei]] und Dichtung thema&shy;tisiert wird.
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Im Kontext der Ekphra&shy;sis steht auch immer die Frage nach der Narra&shy;tion bzw. nach dem Verhält&shy;nis von Beschrei&shy;bung und Erzäh&shy;lung, von ''histoire'' und ''discours'' (<bib id='Fowler 1991a'>Fowler 1991</bib>).
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Hollander stellt einen Bezug zu [[Emblem|Emble&shy;men]] (''impre&shy;se'') her und weist auf die Bezie&shy;hung von Bild und Text hin. Der bildbe&shy;gleiten&shy;de Text sei eine „reduc&shy;tive ecphra&shy;sis” (<bib id='Hollander 1988a'>Hollan&shy;der 1988</bib>).
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In der Semiotik wird u.a. die Frage disku&shy;tiert, wie denn Wörter bildhaf&shy;ten, in gewis&shy;ser Weise abbild&shy;haften, gegen&shy;ständli&shy;chen Charak&shy;ter anneh&shy;men können, wenn sie doch selber nur Abstrak&shy;ta sind – und das berührt den Kern der Ekphra&shy;sis (<bib id='Krieger 1992a'>Krieger 1992</bib> und <bib id='Krieger 1995a'>Krieger 1995</bib>; ⊳ [[Uneigentliche Bilder|Unei&shy;gentli&shy;che Bilder]]).
  
 
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* [[Allegorie]]
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* [[Bildvorstellungen]]
 
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* [[Darstellung]]
 
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* [[Emblem]]
* [[ ]]
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* [[Komposition]]
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* [[Malerei]]
* [[Metapher]]
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* [[Sprachliche Metaphern und allgemeine Metaphorologie]]
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* [[Stil]]
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* [[Uneigentliche Bilder]]
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* [[Ut pictura poesis]]
* [[Ut pictura poiesis]]
 
 
 
 
 
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Aktuelle Version vom 15. Dezember 2019, 14:23 Uhr

Unterpunkt zu: Sprechen über Bilder


Ekphrasis – hörend und lesend sehen

‘Ekphrasis’ ist ein aus der Rheto­rik stammen­der Ausdruck, der eine beson­ders anschau­liche, weil wirkmäch­tige sprachli­che Darstel­lung bezeich­net. Im Gegen­satz zum heuti­gen Sprachge­brauch, der unter ‘Ekphra­sis’ die Kunstbe­schreibung versteht, begriff die Anti­ke darun­ter noch jedwe­de Beschrei­bung von Gegen­ständen, darun­ter auch von Kunstwer­ken, aber eben­so von Perso­nen, Landschaf­ten und Bauwer­ken.

Nikolaos von Myra definiert Ekphra­sis als „eine ausführ­liche Rede, die das zu Zeigen­de deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfol­ge von Ereig­nissen geschil­dert wird. Ekphra­sis zielt auf höchste Anschau­lichkeit, sie versucht durch das Wort zur Ima­gina­tion von Bildern anzu­leiten, also „die Hörer zu Zuschau­ern zu machen”.[1] Durch die Verwen­dung von Meta­phern, lautma­leri­schen Wendun­gen und Synäs­thesi­en wird ein menta­les Vor-Augen-Stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzäh­lung” nicht unter­brochen, sondern um eine alle­gori­sche Ebe­ne erwei­tert wird ([Löhr 2003]Löhr, Wolf-Dietrich (2003; 22011).
Ekphrasis.
In Metzler-Lexikon Kulturwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe, 76-80[22011: 99-104].

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: S. 76).
Das griechische Wort ‘Ekphrasis’ – ἔκ-φρασις – (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, ausspre­chen) bezeich­net eine beson­ders anschau­liche Beschrei­bung oder eine mit allen Sinnen verge­genwär­tigen­de Darstel­lung eines Gesche­hens in einer Rede. Das Gegen­stück in der latei­nischen Rheto­rik ist ‘descrip­tio’, aller­dings setzte sich der griechi­sche Termi­nus durch. Die descrip­tio war im Gegen­satz zur Ekphra­sis keine eige­ne Gattung, sondern nur Beschrei­bung im allge­meinen Sinn, und sie wurde auch nicht wie die Ekphra­sis insti­tutio­neller Bestand­teil der Anfän­gerü­bungen, der so genann­ten progymnas­mata[2]. In der neuzeit­lichen und moder­nen Bildbe­schreibung bezeich­net ‘Ekphra­sis’ die charak­teri­sieren­de Beschrei­bung eines meist real exis­tieren­den Kunstwerks, was auch in einer neue­ren Defi­nition von Ekphra­sis Ausdruck findet: „ekphra­sis is the verbal repre­senta­tion of visu­al repre­senta­tion” ([Heffer­nan 1999]Heffernan, James A.W. (1999).
Speaking for Pictures: The Rhetoric of Art Criticism. In Word & Image, 15, 19-33.

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: S. 21).[3]


Ziel und Funktion der Ekphra­sis

Die Qualität der Sprache, Bilder zu evo­zieren, soll genutzt werden, um eigent­lich abwe­sende Bilder wie anwe­send erschei­nen zu lassen – die Bilder sollen “zwischen den Zeilen” sichtbar gemacht werden. Dabei ist die fakti­sche Exis­tenz des beschrie­benen Objekts keine notwen­dige Bedin­gung. Vor allem in anti­ken Texten finden sich Ekphra­sen, die ein nur in der textu­ellen Fiktion exis­tieren­des Kunstwerk beschrei­ben. Nach Giulia­ni stellt vor allem „die Abwe­senheit der Bilder eine notwen­dige Bedin­gung des ästhe­tischen Spiels” dar ([Giulia­ni 2006]Giuliani, Luca (2006).
Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. In Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8, 91-116.

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: S. 94). Ziel ist dabei immer, in den Zuhö­rern Emo­tionen auszu­lösen (vgl. [Webb 1999]Webb, Ruth (1999).
Ekphrasis ancient and modern: the invention of a genre. In Word & Image, 15, 7-18.

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: S. 13). In der Rheto­rikaus­bildung sollte durch Ekphra­sis die affek­tive Wirkung der Beschrei­bung auf die Zuhö­rer einge­übt werden. Durch Ekphra­sis soll ein maxi­maler Anschau­lichkeits­effekt (enar­geia/evi­dentia) erzielt werden. Nach Quinti­lian ist enar­geia die Eigen­schaft der Rede, Vergan­genes oder allge­mein nicht Gegen­wärti­ges vor dem inne­ren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emo­tiona­le Bewegt­heit des Rhetors den Wortcha­rakter des Textes aufzu­heben,[4] was in der Formel „an die äuße­re tritt die inne­re Schau” program­matisch zusam­menge­fasst werden kann ([Graf 1995]Graf, Fritz (1995).
Ekphrasis. Die Entstehung der Gattung in der Antike.
In Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, 143-156.

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: S. 145-146). Männlein-Robert stellt den beson­deren Anteil des Lesers/Betrach­ters an der Konsti­tution des ima­ginier­ten Bildes heraus, denn die Beschrei­bung der Kunstwer­ke vor allem in der helle­nisti­schen Dichtung sei in der Regel „ausschnitt­haft und auf Wesent­liches konzen­triert” ([Männlein-Robert 2007]Männlein-Robert, Irmgard (2007).
Stimme, Schrift und Bild: zum Verhältnis der Künste in der hellenistischen Dichtung. Heidelberg: Universitätsverlag Winter.

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: S. 2).


Ekphrasis und Kunst­beschrei­bung

Aus der Ekphrasis als rheto­rischer Form ent­wickelt sich in der Spätan­tike eine selbststän­dige lite­rari­sche Textgat­tung der Bild- bzw. Kunstbe­schreibung.[5] Die um 200 n. Chr. entstan­denen «Eikónes» des Philo­strat gelten als ihr frühes­tes Beispiel ([Giulia­ni 2006]Giuliani, Luca (2006).
Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. In Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8, 91-116.

  Eintrag in Sammlung zeigen
, [Graf 1995]Graf, Fritz (1995).
Ekphrasis. Die Entstehung der Gattung in der Antike.
In Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, 143-156.

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). In der einlei­tenden Vorre­de wird der vermeint­liche Entste­hungskon­text des Werkes erläu­tert – angeb­lich eine Demon­stration der Rede­kunst des Autors vor jugend­lichen Rheto­rikschü­lern. Die folgen­den 65 Beschrei­bungen von Kunstwer­ken weisen aber eine ganz eige­ne Narra­tivi­tät auf, die über die bloße Beschrei­bung eines Bildes hinaus gehen und einer eige­nen, quasi bildim­manen­ten Drama­turgie folgen. Mit seinem Text lobt Philo­strat die Bildkunst und stellt zugleich die Über­legen­heit (seiner) Wortkunst unter Beweis (vgl. [Giulia­ni 2006]Giuliani, Luca (2006).
Die unmöglichen Bilder des Philostrat: Ein antiker Beitrag zur Paragone-Debatte. In Pegasus. Berliner Beiräge zum Nachleben der Antike, 8, 91-116.

  Eintrag in Sammlung zeigen
: S. 95).
Mit der Entwicklung der Kunst­theorie in der Frühen Neuzeit verän­dert sich auch die Form der Kunstbe­schreibun­gen, die nicht mehr “nur” Teil eines lite­rari­schen Werks sind wie beispiels­weise in den zahlrei­chen Künstler­viten. Die Verge­genwär­tigung eines spezi­fischen Bildes durch eine detail­genaue Beschrei­bung rückt in den Mittel­punkt, und es werden, u.a. von Giorgio Vasa­ri, Gian Pietro Bello­ri, André Féli­bien und später auch von Denis Dide­rot, syste­mati­sche Krite­rien ent­wickelt – wie die Beach­tung der Kompo­sition, der Stil­idi­ome, der Iko­nogra­phie –, die eine Beschrei­bung im Hinblick auf Wieder­erkenn­barkeit des einzel­nen Kunstwerks zum Ziel haben ([Rosen­berg 1995]Rosenberg, Raphael (1995).
Von der Ekphrasis zur wissenschaftlichen Bildbeschreibung : Vasari, Agucchi, Félibien, Burckhardt. In Zeitschrift für Kunstgeschichte, 58, 297-318.

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, 306). Bildbe­schreibun­gen sind ein zentra­les Ele­ment in Kunstkri­tik und Kunstwis­senschaft, die aus der Rheto­rik eige­ne Maßstä­be für die Bewer­tung von Kunstwer­ken ent­wickel­ten ([Rosen­berg 2007]Rosenberg, Raphael (2007).
Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist.
In Zeitschrift für Kunstgeschichte, 271-282.

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, 271).[6]
Vor allem antike lite­rari­sche Ekphra­sen wurden in der Frühen Neuzeit Vorla­ge bildkünst­leri­schen Schaffens, wie beispiels­weise Tizians «Venus­fest» (1518-19, Madrid, Prado), das Passa­gen aus Philo­strats «Eikó­nes» bildkünst­lerisch umsetzt ([Rosen 2001]Rosen, Valeska von (2001).
“Diletto dei sensi” und “diletto dell'intelletto”. Bellinis und Tizians ‘bacchanalien’ für Alfonso d'Este in ihrem Rezeptionskontext. In Städel-Jahrbuch, N.F. 18, 81-112.

  Eintrag in Sammlung zeigen
: S. 92ff; für weite­re Bsp. [Löhr 2003]Löhr, Wolf-Dietrich (2003; 22011).
Ekphrasis.
In Metzler-Lexikon Kulturwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe, 76-80[22011: 99-104].

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: S. 78-79).
Seit den 1990er Jahren steht die Ekphra­sis im beson­deren Inte­resse der lite­ratur-, sprach- , kunst- und bildwis­senschaft­lichen Forschung vor allem im Hinblick auf inter­medi­ale Bezü­ge und Zeichen­haftig­keit, wobei immer auch defi­nito­rische Aktu­ali­sierun­gen und Präzi­sierun­gen unter­nommen werden ([Boehm & Pfoten­hauer 1995]Boehm, Gottfried; Pfotenhauer, Helmut (1995).
Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. München: Fink.

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; [Boehm 1995]Boehm, Gottfried (1995).
Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache.
In Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, 23-40.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Pfoten­hauer 1996]Pfotenhauer, Helmut (1996).
Die nicht mehr abbildenden Bilder: zur Verräumlichung der Zeit in der Prosaliteratur um 1800. In Poetica : Zeitschrift für Sprach- und Literaturwissenschaft, 28, 3/4, 345-355.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Wagner 1996]Wagner, Peter (1996).
Introduction: Ekphrasis, Iconotexts, and Intermediality - the State(s) of the Art(s).
In Icons - texts - iconoctexts, 1-42.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Wand­hoff 2001]Wandhoff, Heiko (2001).
Ekphrasis. Bildbeschreibungen in der Literatur von der Antike bis in die Gegenwart.
In Audiovisualität vor und nach Gutenberg. Zur Kulturgeschichte der medialen Umbrüche, 175-184.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Schaefer & Rentsch 2004]Schaefer, Christina & Rentsch, Stefanie (2004).
Ekphrasis. Anmerkungen zur Begriffsbestimmung in der neueren Forschung. In Zeitschrift für französische Sprache und Literatur, 114, 2, 132-165.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Drügh 2006]Drügh, Heinz J. (2006).
Ästhetik der Beschreibung - poetische und kulturelle Energie deskriptiver Texte (1700-2000). Studien und Texte zur Kulturgeschichte deutschsprachiger Literatur. Tübingen: Francke.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Bau­mann 2011]Baumann, Mario (2011).
Bilder schreiben. Virtuose Ekphrasis in Philostrats Eikones. Berlin: De Gruyter.

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) oder für die ausschließ­liche Verwen­dung des Begriffs im anti­ken Kontext plädiert wird ([Rosen­berg 2007]Rosenberg, Raphael (2007).
Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist.
In Zeitschrift für Kunstgeschichte, 271-282.

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; [Webb 2009]Webb, Ruth (2009).
Ekphrasis, imagination and persuasion in ancient rhetorical theory and practice. Farnham [u.a.]: Ashgate.

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).


Beispiele

Gewissermaßen als Urtext der lite­rari­schen Ekphra­sis gilt die Beschrei­bung des Schildes des Achill in der «Ilias» des Homer (18. Gesang, 478-608). Die beson­dere narra­tive Quali­tät des Textes lässt Hörer bzw. Leser dem Entste­hungspro­zess des Schildes in der Schmiede des Hephais­tos beiwoh­nen. Die Rezi­pienten werden sukzes­sive zu einer vollstän­digen Ima­gina­tion und Verge­genwär­tigung ange­leitet (ausführ­lich dazu: [Moog-Grüne­wald 2001]Moog-Grünewald, Maria (2001).
Der Sänger im Schild - oder: Über den Grund ekphrastischen Schreibens.
In Behext von Bildern? Ursachen, Funktionen und Perspektiven der textuellen Faszination durch Bilder.

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).[7]
Vasaris «Vite dei più illustri pittori, scul­tori ed archi­tetti» (1550/ 1568) enthal­ten zahlrei­che ekphras­tische Passa­gen nach rheto­rischem Muster, in denen die Bilder vorran­gig in Hinblick auf ihre narra­tiven Quali­täten beschrie­ben werden ([Alpers 1960]Alpers, Svetlana (1960).
Ekphrasis and aesthetic attitudes in Vasari’s Lives. In Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, 23, 1937, 190-215.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Alpers 1995]Alpers, Svetlana (1995).
Ekphrasis und Kunstanschauung in Vasaris Viten.
In Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung, 217-253.

  Eintrag in Sammlung zeigen
). Ausführ­licher sind die zahlrei­chen Bildbe­schreibun­gen in Bello­ris «Le vite de' pitto­ri, sculto­ri et archi­tetti moder­ni» (1672). In der Kunstge­schichte bzw. -wissen­schaft ist die Beschrei­bung von Kunstwer­ken zentral und wirft immer wieder die Frage auf, inwie­fern Sprache abbil­det und abbil­den kann ([Baxan­dall 1990]Baxandall, Michael (1990).
Ursachen der Bilder. Über das historische Erklären von Kunst. Berlin: Reimer, zuerst engl.: Patterns of intentention, 1985.

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; [Bätsch­mann 2009]Bätschmann, Oskar (2009).
Beschreibung und Illustration.
In Ekstatische Kunst - besonnenes Wort. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis, 55-66.

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). Beispiel­haft sei Aby Warburg genannt, der in seiner amor­phen, an Neolo­gismen reichen Sprache in Bezug auf die sprachwis­senschaft­lichen Theo­rien seiner Zeit versucht hat in „sprachli­cher Bildkon­zeption verbun­den mit bildli­cher Sprachkon­zeption” ([Schiffer­müller 2009]Schiffermüller, Isolde (2009).
Wort und Bild im Atlas »Mnemosyne«. Zur pathetischen Eloquenz der Sprache Aby Warburgs.
In Ekstatische Kunst. Aby Warburg und die Denkräume der Ekphrasis, 7-22.

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: S. 9) bildli­chen Ausdrucks­werten ein sprachli­ches Abbild zu verlei­hen.
Die Beispiele lite­rari­scher Ekphra­sis sind zahlreich.[8] Eine beson­dere Rolle kommt der Ekphra­sis in der Lyrik, im so genann­ten Bildge­dicht zu ([Kranz 1976]Kranz, Gisbert (1976).
Gedichte auf Bilder. Anthologie und Galerie. München: Dt. Taschenbuch Verlag.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Hollan­der 1988]Hollander, John (1988).
The Poetics of Ekphrasis. In Word & Image, 4, 1, 209-219.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Frangen­berg 2003]Frangenberg, Thomas (2003).
Poetry on Art : Renaissance to Romanticism. Donington: Schaun, T..

  Eintrag in Sammlung zeigen
).


Ekphrasis im Kontext

Schon qua definitionem ist Ekphra­sis eine Form der Inter­medi­ali­tät, da es um die Über­tragung eines bildkünst­leri­schen Medi­ums in Sprach­kunst geht ([Reu­lecke 2002]Reulecke, Anne-Kathrin (2002).
Geschriebene Bilder - zum Kunst- und Mediendiskurs in der Gegenwartsliteratur. München: Fink.

  Eintrag in Sammlung zeigen
). In diesem Kontext wird natürlich auch der Topos des para­gone, des Wettstreits der Künste, aufge­rufen und damit die auf Horaz zurück­gehende Formel „Ut pictu­ra poesis“, in der das Verhält­nis von Male­rei und Dichtung thema­tisiert wird. Im Kontext der Ekphra­sis steht auch immer die Frage nach der Narra­tion bzw. nach dem Verhält­nis von Beschrei­bung und Erzäh­lung, von histoire und discours ([Fowler 1991]Fowler, Don P. (1991).
Narrate and Describe: The Problem of Ekphrasis. In The Journal of Roman Studies, 81, 25-35.

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).
Hollander stellt einen Bezug zu Emble­men (impre­se) her und weist auf die Bezie­hung von Bild und Text hin. Der bildbe­gleiten­de Text sei eine „reduc­tive ecphra­sis” ([Hollan­der 1988]Hollander, John (1988).
The Poetics of Ekphrasis. In Word & Image, 4, 1, 209-219.

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).
In der Semiotik wird u.a. die Frage disku­tiert, wie denn Wörter bildhaf­ten, in gewis­ser Weise abbild­haften, gegen­ständli­chen Charak­ter anneh­men können, wenn sie doch selber nur Abstrak­ta sind – und das berührt den Kern der Ekphra­sis ([Krieger 1992]Krieger, Murray (1992).
Ekphrasis - the Illussion of the Natural Sign. Baltimore [u.a.]: John Hopkins University Press.

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und [Krieger 1995]Krieger, Murray (1995).
Das Problem der Ekphrasis: Wort und Bild, Raum und Zeit — und das literarische Werk.
In Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart, 41-57.

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; ⊳ Unei­gentli­che Bilder).
Anmerkungen
  1. Das Zi­tat lau­tet im Wei­te­ren: „Wir be­schrei­ben aber Or­te, Zei­ten, Per­so­nen, Fes­te, Ta­ten […]. Wann im­mer wir aber be­schrei­ben möch­ten […] Sta­tu­en oder Bil­der oder der­ar­ti­ges sonst, soll man aber ver­su­chen, Über­le­gun­gen zu sol­chem oder sol­chem hin­zu­zu­fü­gen von Sei­ten der Ver­fas­sung des Ma­lers oder des Bild­hau­ers” ([Spengel 1966a]Spengel, Leonhard (1966).
    Rhetores Graeci. Frankfurt: Minerva, 1/3, [unv. Nachdr. der Ausg. 1853-1856].

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    : S. 491; [Boeder 1996]Boeder, Maria (1996).
    Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Frankfurt/M.: Lang.

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    : S. 40).
  2. Vier der Bü­cher mit pro­gym­nas­ma­ta aus dem 1. bis 5. Jahr­hun­dert sind über­lie­fert. Ih­re Au­to­ren sind Aeli­us Theon, Her­mo­ge­nes, Aph­to­ni­us So­phis­tes und Ni­ko­laos von Myra. Letz­te­rer ist der ein­zi­ge Au­tor, der ex­pli­zit Kunst­wer­ke als Ge­gen­stand der Ek­phra­sis er­wähnt ([Boe­der 1996]Boeder, Maria (1996).
    Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Frankfurt/M.: Lang.

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    : S. 34-41.)
  3. Um­strit­ten bleibt die Ver­wen­dung des Be­griffs in der Mu­sik(-wis­sen­schaft) im Sin­ne von Kom­po­nie­ren nach Bil­dern bzw. von pro­gramm­be­zo­ge­nem Kom­po­nie­ren; wei­ter­füh­rend da­zu bei­spiels­wei­se [Fink 1988]Fink, Monika (1988).
    Musik nach Bildern. Programmbezogenes Komponieren im 19. und 20. Jahrhundert. Innsbruck: Helbling.

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    und [Bruhn 2000]Bruhn, Sieglind (2000).
    Mucial Ecphrasis: Composers Responding to Poetry and Painting. New York: Pendragon Press.

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    .
  4. Quin­ti­lian, «De in­sti­tu­ti­o­ne ora­to­ria», IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63.
  5. Aus­führ­lich wird die Gat­tungs­ge­schich­te dar­ge­stellt in [Fried­län­der 1912]Friedländer, Paul (1912).
    Johannes von Gaza und Paulus Silentiarius. Kunstbeschreibungen justinianischer Zeit. Leipzig: Teubner.

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    .
  6. Bei­spiels­wei­se wur­den die bei­den ers­ten Pro­duk­ti­ons­sta­di­en der Re­de in­ven­tio und dis­po­tio aus der Rhe­to­rik für den Kunst­dis­kurs über­nom­men; die Kri­te­ri­en der elo­cu­tio, me­mo­ria und pro­nun­ti­a­tio je­doch nicht (vgl. [Ro­sen­berg 2007]Rosenberg, Raphael (2007).
    Inwiefern Ekphrasis keine Bildbeschreibung ist.
    In Zeitschrift für Kunstgeschichte, 271-282.

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    , 272).
  7. Das Be­son­de­re der ge­sam­ten Schild­be­schrei­bung ist die Selbst­re­fe­ren­ti­a­li­tät des Tex­tes. Der Vor­tra­gen­de tritt als Künst­ler in Er­schei­nung und der Text selbst wird als Kunst­werk vor­ge­führt. So­mit wird of­fen­bar, dass es sich auch bei dem Schild um ein fik­ti­ves Kunst­werk han­delt (ebd.).
  8. Ei­ne um­fang­rei­che Lis­te ek­phras­ti­scher Wer­ke von der An­ti­ke bis zum Mit­tel­al­ter lie­fert [Dow­ney 1959]Downey, Glanville (1959).
    Ekphrasis. In Reallexikon für Antike und Christentum, IV, Sp.921-944.

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    .
Literatur                             [Sammlung]

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[Alpers 1995]: Alpers, Svetlana (1995). Ekphrasis und Kunstanschauung in Vasaris Viten. In: Boehm, G. & Pfotenhauer, H. (Hg.): Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung. München: Fink, S. 217-253. [Bau­mann 2011]: Baumann, Mario (2011). Bilder schreiben. Virtuose Ekphrasis in Philostrats Eikones. Berlin: De Gruyter. [Baxan­dall 1990]: Baxandall, Michael (1990). Ursachen der Bilder. Über das historische Erklären von Kunst. Berlin: Reimer, zuerst engl.: Patterns of intentention, 1985. [Boe­der 1996]: Boeder, Maria (1996). Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Frankfurt/M.: Lang. [Boehm & Pfoten­hauer 1995]: Boehm, Gottfried; Pfotenhauer, Helmut (Hg.) (1995). Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. München: Fink. [Boehm 1995]: Boehm, Gottfried (1995). Bildbeschreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Boehm, G.; Pfotenhauer, H. (Hg.): Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. 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Ausgabe 1: 2013

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Lektorat:

Seitenbearbeitungen durch: Barbara Thönnes [51], Joerg R.J. Schirra [23] und Dimitri Liebsch [21] — (Hinweis)

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[Thönnes 2013g-a]Literaturangabe fehlt.
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[Thönnes 2013g-a]:
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