Glossar-English:Hungarian: 'kép'

Aus GIB - Glossar der Bildphilosophie
Version vom 28. August 2011, 17:41 Uhr von Dimitri Liebsch (Diskussion | Beiträge) (Semantic variants of kép)
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Translation of: Ungarisch: 'kép'


Essentially, the noun kép is used in Hungarian synonymously to the German noun Bild. In case of English the situation is a bit more difficult since there is a slight difference between the meaning of the terms picture and image. The meaning of the Hungarian kép might refer to both English terms, but in case of image as it refers to mental phenomena there are other affixed words in use as well.[1]

Im Wesentlichen wird das Nomen "kép" im Ungarischen so verwendet wie im Deutschen das "Nomen" Bild. Der Vergleich mit dem Englischen ist etwas komplizierter, weil es dort den Unterschied zwischen den Bedeutungen von "picture" und "image" gibt. Mit dem ungarischen "kép" können beide englische Ausdrücke wiedergegeben werden. Für die Übersetzung von "image", soweit es sich auf mentale phänome bezieht, sind im Ungarischen außerdem auch Affixformen von "kép"# gebräuchlich.

Etymologische Wurzeln

Etymologisch stammt "kép" vom altturkischen Wort "ki:b" ab. Das altturkische Wort bezeichnete ursprünglich ganz konkret den Abdruck und das Modell. Dazu trat früh die übertragene Bedeutung ’Ähnlichkeit’. Das davon abgeleitete # turkische "gibi" wird - nachgestellt - in der Bedeutung ‘ähnlich’ verwendet. Seine reguläre Bedeutung im Turkischen ist ‘Gestalt’, ‘Form’, ‘Bild’ und ‘Ähnlichkeit’.

Obwohl dass Ungarische eine finno-ugrische Sprache ist und obwohl der Islam in Bezug auf Bilder beträchtliche Auswirkungen hatte, ist die Bedeutungsentwicklung von "gibi" und "kép" überraschend ähnlich. "Kép" ist zwar so alt wie die meisten elementaren Wörter (wie Weizen und Holz), dennoch stammt der früheste schriftliche# Nachweis erst aus christlichen Texten; um 1315 findet sich die Formulierung “szent oltarum kunar kepeben” [in Gestalt des Brotes auf dem heiligen Altar]. ([Róna-Tas 1999a]Róna-Tas, A. (1999).
Hungarians and Europe in the Early Middle Ages. An Introduction to Early Hungarian History. Budapest: CEU Press.

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: p. 368)
Bedeutungvarianten von kép

Kép bedeutet in erster Linie ‘flächige, gemalte Nachbildung von etwas’. Es kann sich dabei um ein Kunstwerk handeln, eine entweder gespiegelte oder projizierte Szenerie#, eine Spiegelung, einen Film, einen Gesichtsausdruck und die Form oder Erscheinung von etwas (so, wie der Heilige Geist als Taube erscheint). Im Folgenden seien die grundlegenden Affixformen genannt:

a) képes (erstmalig 1388) bedeutet ‘bildervoll, bildbeladen’ und in intellektueller oder physischer Hinsicht ‘fähig, tauglich’. ‘Fähigkeit’ steht in Bezug zur frühen Bedeutung von -képpen, nämlich ‘Art’, ‘Weise’, ‘in einer bestimmten Weise’. (Diese Bedeutung lässt sich ebenfalls im altturkischen ki:b nachweisen);

b) képest (1372) bedeutet ‚verglichen mit’ und leitet sich vom Adjektiv képes (’bildervoll, 'bildbeladen’) ab;

c) képez (1506) meint ‘formen’, ‘gestalten’, ‘ausbilden’, ‘erziehen’, ‘siegeln#/hinzufügen’. Diese Gruppe von Bedeutungen hat sich in Übereinstimmung mit dem deutschen Paar Bild/bilden entwickelt – aber unabhängig von ihm;

d) képlékeny (1871) bedeutet ‘(ver-)formbar’, ‘plastisch’. Diese Bedeutung geht auf das Verb képel in seiner älteren Verwendung zurück, in der es noch die Bedeutung von ‘gestalten’, ‘formen’ (wie in bildende Kunst im Deutschen) hatte;

e) képlet (1815) verdankt sich ebenfalls der neologistischen Bewegung# in Ungarn. Es bedeutet im mathematischen und chemischen Zusammenhang ‘Formel’;

f) képmás (1787) bedeutet ‘Porträt’, ‘Ähnlichkeit’ und leitet sich von kép (im Sinne von ‚Gesicht’) her;

g) képmutató (nach 1416) bedeutet ‘Heuchler, Simulant’, #‘unaufrichtig’. Es ist ein Kompositum aus kép (im Sinne von ‘Gesicht‘) und dem lateinischen mutare (also wechseln, vertauschen);

h) képtelen (1456) meint ‘unmöglich’, ‘unfähig’ und ist als Gegensatz zu képes entstanden;

i) képviselő (1744) mit der Bedeutung ‘Repräsentant’ leitet sich ab von der Wendung das Bild (Gesicht) eines anderen tragen, also von anstelle von jemandem handeln;

j) képzel (1645) bedeutet ‘sich (etwas) vorstellen’, ‘sich (etwas) einbilden’. Gemeint ist also, dass ein mentales Bild auf der Grundlage von Ideen geschaffen oder dass etwas Nichtwirkliches als wirklich betrachtet wird. Der Ausdruck stammt von képez ab.

Some recent usage and idioms

Without aiming at a complete view on the repertoire I will mention just examples relate to science, economy, and idioms. Leképez is mostly used in physics and mathematics and reaches back to képez. In optics it means creating a picture with the help of optical instruments and with regard to set theory it means to determine definite relation among the members of the set; túl/alulképzett under/over qualified is mostly used in labour market and originates also from képez. The idiom of képben van ’to see an affair as it is’ (literary translation ‘s/he is in the picture’) means having an overview, a comprehensive image of the given situation, scenario; and finally as a recapitulation of the original meaning of kép as ‘face’, ‘facial expression’ and kép as ‘portrait: van képe hozzá means ‘s/he dares to do something although it is shameful/disgraceful’. This meaning is rooted in the constellation of having a self-image which suggests bearing such privileges that provide the possibility of acting even against morality.

Anmerkungen
  1. References to the the first appearance of a term can be found in [Benkő 1976a]Benkő, L. (1976).
    A magyar nyelv történeti-etimológiai szótára. I-IV. Budapest: Akadémiai Kiadó.

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    ; the list of the main semantic variants of ‘kép’ are taken from [Tótfalusi 2002a]Tótfalusi, I. (2002).
    Magyar szótörténeti szótár. Budapest: Anno Kiadó.

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    ; some detail regarding the neologist movement refer to [Szily 1999a]Szily, K. (1999).
    A magyar nyelvújítás szótára. Budapest: Nap Kiadó.

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    . for gaining a comprehensive overview of the meaning of affixed words see [Juhász et al. 1999a]Juhász, J.; Szőke, I.; Nagy, G.O. & Kovalovszky, M. (1999).
    Magyar értelmező szótár. Budapest: Akadémiai Kiadó.

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    .
Literatur                             [Sammlung]

[Benkő 1976a]: Benkő, L. (Hg.) (1976). A magyar nyelv történeti-etimológiai szótára. I-IV. Budapest: Akadémiai Kiadó.

[Juhász et al. 1999a]: Juhász, J.; Szőke, I.; Nagy, G.O. & Kovalovszky, M. (Hg.) (1999). Magyar értelmező szótár. Budapest: Akadémiai Kiadó. [Róna-Tas 1999a]: Róna-Tas, A. (1999). Hungarians and Europe in the Early Middle Ages. An Introduction to Early Hungarian History. Budapest: CEU Press. [Szily 1999a]: Szily, K. (1999). A magyar nyelvújítás szótára. Budapest: Nap Kiadó. [Tótfalusi 2002a]: Tótfalusi, I. (2002). Magyar szótörténeti szótár. Budapest: Anno Kiadó.


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Verantwortlich:

Kondor, Zsuzsanna

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