Prädikation: Unterschied zwischen den Versionen

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==Prädikation als ungesättigte Teilhandlung der Proposition==
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==Prädikation als unge&shy;sättig&shy;te Teilhand&shy;lung der Propo&shy;sition==
Die Prädikation bildet neben der [[Nomination]] die zweite zentrale Teilzeichenhandlung des [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug|Sachbezugs]] der [[Proposition|Aussagen]]. Prädikation ist die Teilhandlung, mit der mitgeteilt oder vorgeschlagen wird, dass eine gemeinsame Unterscheidungsgewohnheit jetzt relevant und auf die Gegenstände anwendbar sei, die durch die Nominationen der [[Proposition|Propositionen]] aus dem – den beteiligten Kommunikationspartnern gemeinsamen Diskursuniversum herausgegriffen werden. Es wird mithin Bezug genommen auf eine Art abstrakten Maßstab für die betrachtete Unterscheidungsdimension, der traditionell ein ''Begriff'' genannt wird. Damit soll – im Gegensatz zur Nomination – zudem etwas mitgeteilt werden, das dem Gegenüber noch nicht bekannt war (cf. <bib id='Kamlah & Lorenzen 1973a'></bib>: § 2, sowie <bib id='Gerhardus et al. 1975a'></bib>: S. 25).
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Die Prädikation bildet neben der [[Nomination|Nomi&shy;nation]] die zweite zentra&shy;le Teil&shy;zeichen&shy;handlung des [[Interaktions-, Selbst- und Sachbezug|Sachbe&shy;zugs]] der [[Proposition|Aussa&shy;gen]]. Prädi&shy;kation ist die Teilhand&shy;lung, mit der mitge&shy;teilt oder vorge&shy;schlagen wird, dass eine gemein&shy;same Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heit jetzt rele&shy;vant und auf die Gegen&shy;stände anwend&shy;bar sei, die durch die Nomi&shy;natio&shy;nen der [[Proposition|Propo&shy;siti&shy;onen]] aus dem – den betei&shy;ligten Kommu&shy;nika&shy;tionspart&shy;nern gemein&shy;samen Diskurs&shy;univer&shy;sum heraus&shy;gegrif&shy;fen werden. Es wird mithin Bezug genom&shy;men auf eine Art abstrak&shy;ten Maßstab für die betrach&shy;tete Unter&shy;scheidungs&shy;dimen&shy;sion, der tradi&shy;tionell ‘ein ''Begriff''genannt wird. Damit soll – im Gegen&shy;satz zur Nomi&shy;nation – zudem etwas mitge&shy;teilt werden, das dem Gegen&shy;über noch nicht bekannt war (cf. <bib id='Kamlah & Lorenzen 1973a'>Kamlah & Loren&shy;zen 1973a</bib>: § 2, sowie <bib id='Gerhardus et al. 1975a'>Gerhar&shy;dus et al. 1975a</bib>: S. 25).
 
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Da die [[Nomination|nominatorische]] Verwendungsweise von Bildern sehr problematisch bleibt, während zugleich eine Gleichsetzung mit [[Proposition|Propositionen]] der fehlenden funktionalen Binnengliederung wegen als wenig überzeugend gilt, gehen viele Bildwissenschaftler davon aus, dass Bildverwendungen grundlegend als Prädikationen zu deuten seien (vgl. <bib id='Goodman 1968a'></bib> oder <bib id='Sachs-Hombach 2003a'></bib>).  
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Da die [[Nomination|nomin&shy;ato&shy;rische]] Verwen&shy;dungswei&shy;se von Bildern sehr proble&shy;matisch bleibt, während zugleich eine Gleich&shy;setzung mit [[Proposition|Propo&shy;sitio&shy;nen]] der fehlen&shy;den funkti&shy;onalen Binnen&shy;gliede&shy;rung wegen als wenig überzeu&shy;gend gilt, gehen viele Bild&shy;wissen&shy;schaftler davon aus, dass Bildver&shy;wendun&shy;gen grundle&shy;gend als Prädi&shy;kati&shy;onen zu deuten seien (vgl. <bib id='Goodman 1968a'></bib> oder <bib id='Sachs-Hombach 2003a'></bib>).  
  
  
==Arten und Voraussetzungen der Prädikation==
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==Arten und Voraus&shy;setzun&shy;gen der Prädi&shy;kation==
  
Prädikationen können ''einfache'' Unterscheidungsgewohnheiten, d.h. nur jeweils einen einzigen Begriff, ins Spiel bringen oder ''komplexe'' Unterscheidungsgewohnheiten, die sich aus mehreren Begriffen zusammensetzen: ‹... ist rot› vs. ‹... ist rot und grün gestreift mit gelben, violett gerahmten Pünktchen›. Zudem werden die in diesen Beispielen vorliegenden einstelligen ''prädikativen'' Prädikationen unterschieden von den mehrstelligen ''relationalen'' Prädikationen, wie etwa: ‹... verhandelt mit ... über ...›. Da mit einer Unterscheidungspraxis zwei Fälle differenziert werden, kommen Prädikationen immer paarweise vor: etwa ‹... ist rot›  und ‹... ist nicht rot› (bzw. ‹... ist unrot›). Die Beziehung zwischen den beiden Aspekten der betrachteten Unterscheidung wird ''interne Negation'' genannt.<ref>Die interne Negation ist nicht identisch mit der externen Negation, einem Operator zwischen Propositionen, wie in der Aussagenlogik betrachtet.</ref>
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Prädikationen können ''ein&shy;fache'' Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heiten, d.h. nur jeweils einen einzi&shy;gen Begriff, ins Spiel bringen oder ''komple&shy;xe'' Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heiten, die sich aus mehre&shy;ren Begrif&shy;fen zusam&shy;menset&shy;zen: ‹... ist rot› vs. ‹... ist rot und grün gestreift mit gelben, violett gerahm&shy;ten Pünkt&shy;chen›. Zudem werden die in diesen Beispie&shy;len vorlie&shy;genden einstel&shy;ligen ''prädi&shy;kati&shy;ven'' Prädi&shy;kati&shy;onen unter&shy;schieden von den mehrstel&shy;ligen ''rela&shy;tiona&shy;len'' Prädi&shy;kati&shy;onen, wie etwa: ‹... verhan&shy;delt mit ... über ...›. Da mit einer Unter&shy;scheidungs&shy;praxis zwei Fälle diffe&shy;renziert werden, kommen Prädi&shy;kati&shy;onen immer paar&shy;weise vor: etwa ‹... ist rot›  und ‹... ist nicht rot› (bzw. ‹... ist unrot›). Die Bezie&shy;hung zwischen den beiden Aspek&shy;ten der betrach&shy;teten Unter&shy;scheidung wird ''in&shy;ter&shy;ne Nega&shy;tion'' genannt.<ref>Die in&shy;ter&shy;ne Ne&shy;ga&shy;ti&shy;on ist nicht iden&shy;tisch mit der ex&shy;ter&shy;nen Ne&shy;ga&shy;ti&shy;on, ei&shy;nem Ope&shy;ra&shy;tor zwi&shy;schen Pro&shy;po&shy;si&shy;ti&shy;o&shy;nen, wie in der Aus&shy;sa&shy;gen&shy;lo&shy;gik be&shy;trach&shy;tet.</ref>
 
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Voraussetzung für erfolgreiche Ausführungen von Prädikationen ist offensichtlich, dass die beteiligten Kommunikationspartner (a) über dieselben Begriffe verfügen und (b) die gleiche Assoziation zwischen ihren Begriffen und entsprechenden sprachlichen Ausdrücken verwenden.
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Voraussetzung für erfolg&shy;reiche Ausfüh&shy;rungen von Prädi&shy;kati&shy;onen ist offen&shy;sicht&shy;lich, dass die betei&shy;ligten Kommu&shy;nika&shy;tionspart&shy;ner (a) über diesel&shy;ben Begrif&shy;fe verfü&shy;gen und (b) die gleiche Asso&shy;zia&shy;tion zwischen ihren Begrif&shy;fen und entspre&shy;chenden sprach&shy;lichen Aus&shy;drücken verwen&shy;den.
  
===Begriffe, begriffliche Argumente und logisches Schließen===
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===Begriffe, begriffliche Argu&shy;mente und logi&shy;sches Schließen===
Werden Begriffe im Sinne Wittgensteins verstanden als gemeinsame, kommunikativ ausgehandelte oder zumindest kommunikativ aushandelbare Unterscheidungsgewohnheiten, dann ergibt sich, dass sie als abstrakte Aspekte bestimmter kommunikativer Handlungen, genauer gesagt: aller diesen Begriff erläuternden Handlungen, verstanden werden müssen.<ref>Die alternative Betrachtungsweise der bewusstseinstheoretischen Philosophie des 17. bis 19. Jhd.s, dass Begriffe mentale Gebilde seien, deren Existenz ihrer kommunikativ-sprachlichen Nutzung als Bedeutung von Prädikaten vorausgeht, führt, wie etwa Wittgenstein im Tractatus <bib id='Wittgenstein 1922a'></bib> gezeigt hat, zu gravierenden Aporien.</ref> Ihre Funktion ist es insbesondere, als Bezugspunkte zur (interindividuellen) Überprüfung der Geltung prädikativer Sätze zu dienen. Wer über den Begriff »X« verfügt, der sollte also nicht nur Instanzen von X von Dingen (im weiten Sinn) unterscheiden können, die keine Instanzen von X sind; er sollte zudem erklären können, was diesen Unterschied eigentlich ausmacht; und er sollte beurteilen können, wann jemand einen entsprechenden klassifizierenden Ausdruck richtig verwendet hat (vgl. <bib id='Ros 1999a'></bib>).     
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Werden Begriffe im Sinne Wittgen&shy;steins verstan&shy;den als gemein&shy;same, kommu&shy;nika&shy;tiv ausge&shy;handel&shy;te oder zumin&shy;dest kommu&shy;nika&shy;tiv aushan&shy;delba&shy;re Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heiten, dann ergibt sich, dass sie als abstrak&shy;te Aspek&shy;te bestimm&shy;ter kommu&shy;nika&shy;tiver Handlun&shy;gen, genau&shy;er gesagt: aller diesen Begriff erläu&shy;ternden Handlun&shy;gen, verstan&shy;den werden müssen.<ref>Die al&shy;ter&shy;na&shy;ti&shy;ve Be&shy;trach&shy;tungs&shy;wei&shy;se der be&shy;wusst&shy;seins&shy;the&shy;o&shy;re&shy;ti&shy;schen Phi&shy;lo&shy;so&shy;phie des 17. bis 19. Jhd.s, dass Be&shy;grif&shy;fe men&shy;ta&shy;le Ge&shy;bil&shy;de sei&shy;en, de&shy;ren Exis&shy;tenz ih&shy;rer kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;tiv-sprach&shy;li&shy;chen Nut&shy;zung als Be&shy;deu&shy;tung von Prä&shy;di&shy;ka&shy;ten vo&shy;raus&shy;geht, führt, wie et&shy;wa Witt&shy;gen&shy;stein im Trac&shy;ta&shy;tus <bib id='Wittgenstein 1922a'>Witt&shy;gen&shy;stein 1922a</bib> ge&shy;zeigt hat, zu gra&shy;vie&shy;ren&shy;den Apo&shy;rien.</ref> Ihre Funkti&shy;on ist es insbe&shy;sonde&shy;re, als Bezugs&shy;punkte zur (inter&shy;indi&shy;vidu&shy;ellen) Über&shy;prüfung der Geltung prädi&shy;kati&shy;ver Sätze zu dienen. Wer über den Begriff »X« verfügt, der sollte also nicht nur Instan&shy;zen von X von Dingen (im weiten Sinn) unter&shy;scheiden können, die keine Instan&shy;zen von X sind; er sollte zudem erklä&shy;ren können, was diesen Unter&shy;schied eigent&shy;lich ausmacht; und er sollte beur&shy;teilen können, wann jemand einen entspre&shy;chenden klassi&shy;fizie&shy;renden Ausdruck richtig verwen&shy;det hat (vgl. <bib id='Ros 1999a'></bib>).     
 
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Um zu überprüfen, ob sie denselben Begriff meinen, müssen zwei Kommunikationspartner sich daher ihren jeweiligen begrifflichen Erläuterungen zuwenden. Die begrifflichen Argumentationen, die sie zu diesem Zweck führen, basieren im Wesentlichen (''i'') auf singulären intensionalen Propositionen, mit denen den jeweiligen Begriffen als abstrakten Entitäten bestimmte Eigenschaften zu oder abgesprochen bzw. durch die mehrere Begriffe miteinander in gewisse Relationen gesetzt werden, oder aber (''ii'') auf extensionalen generellen Aussagen über alle Gegenstände, die unter die jeweiligen Begriffe fallen und deren notwendigen Eigenschaften oder Relationen. Beide Formen sind äquivalent, wobei man sich allerdings klarmachen sollte, dass in der extensionalen Form tatsächlich nicht Behauptungen über die Gegenstände, sondern Vorschläge für die gemeinsame Praxis des Redens über diese (Art von) Gegenstände(n) zum Ausdruck kommen.<ref>Andernfalls verwechselte man Objekt- und Beobachterebene. Vgl. auch [[Exkurs:Beispiele begrifflicher Aussagen]].</ref>
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Um zu überprüfen, ob sie densel&shy;ben Begriff meinen, müssen zwei Kommu&shy;nika&shy;tions&shy;partner sich daher ihren jewei&shy;ligen begriff&shy;lichen Erläu&shy;terun&shy;gen zuwen&shy;den. Die begriff&shy;lichen Argu&shy;menta&shy;tionen, die sie zu diesem Zweck führen, basie&shy;ren im Wesent&shy;lichen (''i'') auf singu&shy;lären inten&shy;siona&shy;len Propo&shy;siti&shy;onen, mit denen den jewei&shy;ligen Begrif&shy;fen als abstrak&shy;ten Enti&shy;täten bestimm&shy;te Eigen&shy;schaften zu- oder abge&shy;sprochen bzw. durch die mehre&shy;re Begrif&shy;fe mitei&shy;nander in gewis&shy;se Rela&shy;tionen gesetzt werden, oder aber (''ii'') auf exten&shy;siona&shy;len gene&shy;rellen Aussa&shy;gen über alle Gegen&shy;stände, die unter die jewei&shy;ligen Begrif&shy;fe fallen und deren notwen&shy;digen Eigen&shy;schaften oder Rela&shy;tionen. Beide Formen sind äqui&shy;valent, wobei man sich aller&shy;dings klarma&shy;chen sollte, dass in der exten&shy;siona&shy;len Form tatsäch&shy;lich nicht Behaup&shy;tungen über die Gegen&shy;stände, sondern Vorschlä&shy;ge für die gemein&shy;same Praxis des Redens über diese (Art von) Gegen&shy;stände(n) zum Ausdruck kommen.<ref>An&shy;dern&shy;falls ver&shy;wech&shy;sel&shy;te man Ob&shy;jekt- und Be&shy;o&shy;bach&shy;ter&shy;ebe&shy;ne. Vgl. auch [[Exkurs:Beispiele begrifflicher Aussagen|Ex&shy;kurs: Bei&shy;spie&shy;le be&shy;griff&shy;li&shy;cher Aus&shy;sa&shy;gen]].</ref>
  
===Prädikation und Kennzeichnung===
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===Prädikation und Kenn&shy;zeichnung===
Prädikationen werden offensichtlich mit Ausdrücken vollzogen, die Unterscheidungen kommunizieren können. Umgekehrt werden aber unterscheidende Ausdrücke nicht nur zu Prädikationen verwendet. Insbesondere mit Kennzeichnungen liegt eine Art von [[Nomination]] vor, für die unterscheidende Ausdrücke außerhalb der prädikativen Nutzung eine zentrale Rolle spielen. Tatsächlich zeigt sich hierin die enge Verquickung zwischen Nomination – als der Verankerung im bereits Bekannten – und Prädikation – als Aspekt des Neuen, noch nicht gemeinsam Bekannten –, der für Propositionen charakteristisch ist: Kennzeichnungen greifen zur Identifikation von Gegenständen die Unterscheidungen auf, die irgendwann zuvor durch eine entsprechende Prädikation gemeinsam etabliert worden sind.<ref>Oder: Etabliert worden sein könnten. – Das gilt etwa für direkt wahrgenommene Unterscheidungen zur Identifikation von Gegenständen.</ref> Dieses mehrere Propositionen übergreifende Wechselspiel von Prädikation und kennzeichnender Nomination ist eine wesentliche Bedingung für die Möglichkeit, Aussagen zu zusammenhängenden Texten zu verflechten.
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Prädikationen werden offen&shy;sichtlich mit Aus&shy;drücken vollzo&shy;gen, mit denen Unter&shy;scheidun&shy;gen kommu&shy;niziert werden können. Umge&shy;kehrt werden aber unter&shy;scheiden&shy;de Aus&shy;drücke nicht nur zu Prädi&shy;katio&shy;nen verwen&shy;det. Insbe&shy;sonde&shy;re mit Kenn&shy;zeichnun&shy;gen liegt eine Art von [[Nomination|Nomi&shy;nation]] vor, für die unter&shy;scheiden&shy;de Aus&shy;drücke außer&shy;halb der prädi&shy;kati&shy;ven Nutzung eine zentra&shy;le Rolle spielen. Tatsäch&shy;lich zeigt sich hierin die enge Ver&shy;quickung zwischen Nomi&shy;nation – als der Veran&shy;kerung im bereits Bekann&shy;ten – und Prädi&shy;kation – als Aspekt des Neuen, noch nicht gemein&shy;sam Bekann&shy;ten –, der für Propo&shy;siti&shy;onen charak&shy;teris&shy;tisch ist: Kenn&shy;zeichnun&shy;gen greifen zur Iden&shy;tifi&shy;kation von Gegen&shy;ständen die Unter&shy;scheidun&shy;gen auf, die irgend&shy;wann zuvor durch eine entspre&shy;chende Prädi&shy;kation gemein&shy;sam etab&shy;liert worden sind.<ref>Oder: Etab&shy;liert wor&shy;den sein könn&shy;ten. – Das gilt etwa für di&shy;rekt wahr&shy;ge&shy;nom&shy;me&shy;ne Un&shy;ter&shy;schei&shy;dun&shy;gen zur Iden&shy;ti&shy;fi&shy;ka&shy;ti&shy;on von Ge&shy;gen&shy;stän&shy;den.</ref> Dieses mehre&shy;re Propo&shy;siti&shy;onen über&shy;greifen&shy;de Wechsel&shy;spiel von Prädi&shy;kati&shy;on und kenn&shy;zeichnen&shy;der Nomi&shy;nation ist eine wesent&shy;liche Bedin&shy;gung für die Möglich&shy;keit, Aussa&shy;gen zu zusam&shy;menhän&shy;genden Texten zu verflech&shy;ten.
  
==Bilder als Prädikation?==
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==Bilder als Prädi&shy;kation?==
  
Mit dem Begriff des [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemplifizierens]] hat Nelson Goodman die Grundlage der meisten Prädikationstheorien des Bildes gelegt. Bei einer Exemplifikation funktioniert ein Zeichen als ein Muster, mit dem eine Unterscheidungsgewohnheit genauer: ein Begriff – durch eine Instanz, die unter diese Unterscheidung fällt, ins kommunikative Feld geführt wird. Das passiert bei Bildern insbesondere hinsichtlich Farbunterscheidungen, Formbegriffen und Begriffen für relative räumliche Anordnungen. Eine Bildpräsentation kann daher als eine entsprechende Prädikation verstanden werden.  
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Mit dem Begriff des [[Referenz, Denotation, Exemplifikation|Exemp&shy;lifi&shy;zierens]] hat Nelson Goodman die Grundla&shy;ge der meisten Prädi&shy;kations&shy;theorien des Bildes gelegt. Bei einer Exemp&shy;lifi&shy;kation funkti&shy;oniert ein Zeichen als ein Muster, mit dem eine Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heit genau&shy;er: ein Begriff – durch eine Instanz, die unter diese Unter&shy;scheidung fällt, ins kommu&shy;nika&shy;tive Feld geführt wird. Das passiert bei Bildern insbe&shy;sonde&shy;re hinsicht&shy;lich Farbun&shy;terschei&shy;dungen, Formbe&shy;griffen und Begrif&shy;fen für rela&shy;tive räum&shy;liche Anord&shy;nungen. Eine Bildprä&shy;senta&shy;tion kann daher als eine entspre&shy;chende Prädi&shy;kation verstan&shy;den werden.  
 
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Offensichtlich muss es sich in der Regel um ziemlich komplexe Prädikationen handeln, denn monochrome Bilder, Bilder mit zwei oder drei Farbflächen, die in einem einfachen Anordnungsverhältnis stehen oder Bilder mit einem einzigen einfachen geometrischen Gegenstand machen nur einen sehr geringen und eher untergeordneten Teil aller möglichen Bilder aus. Die Mehrzahl insbesondere der darstellenden Bilder, deren Inhalt im Wesentlichen aus räumlichen Anordnungen (mehr oder weniger) materieller Körper besteht, bringen die recht komplexe Prädikation, mit der diese spezielle Art der räumlichen Anordnung genau dieser Art von materiellen Gegenständen von anderen Anordnungen der gleichen oder anderer Arten von Gegenständen unterscheidet, ins Spiel.   
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Offensichtlich muss es sich in der Regel um ziemlich komple&shy;xe Prädi&shy;kati&shy;onen handeln, denn mono&shy;chrome Bilder, Bilder mit zwei oder drei Farb&shy;flächen, die in einem einfa&shy;chen Anord&shy;nungsver&shy;hältnis stehen oder Bilder mit einem einzi&shy;gen einfa&shy;chen geome&shy;trischen Gegen&shy;stand machen nur einen sehr gerin&shy;gen und eher unter&shy;geord&shy;neten Teil aller mögli&shy;chen Bilder aus. Die Mehrzahl insbe&shy;sondere der darstel&shy;lenden Bilder, deren Inhalt im Wesent&shy;lichen aus räumli&shy;chen Anord&shy;nungen (mehr oder weni&shy;ger) mate&shy;rieller Körper besteht, bringen die recht komple&shy;xe Prädi&shy;kation, mit der diese speziel&shy;le Art der räum&shy;lichen Anord&shy;nung genau dieser Art von mate&shy;riellen Gegen&shy;ständen von ande&shy;ren Anord&shy;nungen der gleichen oder anderer Arten von Gegen&shy;ständen unter&shy;scheidet, ins Spiel.   
 
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Die prädikative Theorie der Bildverwendung in der von <bib id='Sachs-Hombach 2003a'></bib> skizzierten Fassung geht ebenfalls davon aus, dass durch einen Gegenstand, um überhaupt als Bild verwendet werden zu können, beim Gegenüber (oder bei einem selber in der Rolle eines anderen) ein Begriff in den Fokus der Aufmerksamkeit gebracht wird, indem einige charakteristische Eigenschaften dessen, was unter diesen Begriff fällt, exemplarisch “vor Augen geführt” werden – sofern jene Eigenschaften im jeweiligen Zusammenhang als wichtig erachtet werden. Dass der Begriff in den Fokus der Aufmerksamkeit gebracht wird habe dabei primär die Funktion, den Adressaten in die Lage zu versetzen, die dadurch bestimmte Unterscheidungsgewohnheit zu einer vollen Proposition ergänzen zu können. Das Bild soll also als Muster für die betrachtete Unterscheidungsgewohnheit – etwa »rot (sein)« – wirken, mit dessen Hilfe weitere Einzelgegen­stände hinsichtlich dieser Unterscheidungsdimension beurteilt werden können.  
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Die prädikative Theorie der Bild&shy;verwen&shy;dung in der von <bib id='Sachs-Hombach 2003a'>Sachs-Hom&shy;bach 2003a</bib> skizzier&shy;ten Fassung geht eben&shy;falls davon aus, dass durch einen Gegen&shy;stand, um über&shy;haupt als Bild verwen&shy;det werden zu können, beim Gegen&shy;über (oder bei einem selber in der Rolle eines ande&shy;ren) ein Begriff in den Fokus der Aufmerk&shy;samkeit gebracht wird, indem eini&shy;ge charak&shy;teris&shy;tische Eigen&shy;schaften dessen, was unter diesen Begriff fällt, exemp&shy;larisch “vor Augen geführt” werden – sofern jene Eigen&shy;schaften im jewei&shy;ligen Zusam&shy;menhang als wichtig erach&shy;tet werden. Dass der Begriff in den Fokus der Aufmerk&shy;samkeit gebracht wird habe dabei primär die Funktion, den Adres&shy;saten in die Lage zu verset&shy;zen, die dadurch bestimm&shy;te Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heit zu einer vollen Propo&shy;sition ergän&shy;zen zu können. Das Bild soll also als Muster für die betrach&shy;tete Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heit – etwa »rot (sein)« – wirken, mit dessen Hilfe weite&shy;re Einzel&shy;gegen­&shy;stände hinsicht&shy;lich dieser Unter&shy;scheidungs&shy;dimen&shy;sion beur&shy;teilt werden können.  
  
[[Datei:GoldenGate1.jpg|thumb|Abbildung 1: Gegenstand „... sieht so (!) aus“]]
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[[Datei:GoldenGate1.jpg|thumb|Ab&shy;bil&shy;dung 1: Ge&shy;gen&shy;stand „... sieht so (!) aus“]]
  
Die Standardfunktion der Präsentation eines Photos, wie des gezeigten Beispielbildes (Abb. 1), müsste dann prädikatorisch folgendermaßen verstanden werden: „... sieht so (!) aus“, wobei das Photo eine sehr komplizierte visuelle Unterscheidungsgewohnheit anspricht, die verbal durch die deiktische Partikel ‘so’ als (Teil der) Prädikation eingebunden wird (das ‘!’ markiere die Zeigegeste). Diese tatsächlich aus vielen Begriffen zusammengesetzte Unterscheidungsgewohnheit mag in einem zweiten Schritt auf einzelne Komponenten eingeschränkt werden, durch die momentane visuelle Erscheinungsweisen räumlich-materieller Gegenstände voneinander unterschieden werden. In einem dritten Schritt kann dann das Teil für das Ganze genommen werden: Das Beispielbild vermittelt dann etwa die Prädikation ‹... ist eine Hängebrücke›.   
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Die Stan&shy;dard&shy;funk&shy;ti&shy;on der Prä&shy;sen&shy;ta&shy;ti&shy;on ei&shy;nes Pho&shy;tos, wie des ge&shy;zeig&shy;ten Bei&shy;spiel&shy;bil&shy;des (Abb. 1), müss&shy;te dann prä&shy;di&shy;ka&shy;to&shy;risch fol&shy;gen&shy;der&shy;maßen ver&shy;stan&shy;den wer&shy;den: „... sieht so (!) aus“, wo&shy;bei mit dem Pho&shy;to ei&shy;ne sehr komp&shy;li&shy;zier&shy;te vi&shy;su&shy;el&shy;le Un&shy;ter&shy;schei&shy;dungs&shy;ge&shy;wohn&shy;heit an&shy;ge&shy;spro&shy;chen wird, die ver&shy;bal durch die deik&shy;ti&shy;sche Par&shy;ti&shy;kel ‘so’ als (Teil der) Prä&shy;di&shy;ka&shy;ti&shy;on ein&shy;ge&shy;bun&shy;den ist (das ‘!’ mar&shy;kie&shy;re die Zei&shy;ge&shy;ges&shy;te). Diese tatsäch&shy;lich aus vielen Begrif&shy;fen zusam&shy;menge&shy;setzte Unter&shy;scheidungs&shy;gewohn&shy;heit mag in einem zweiten Schritt auf einzel&shy;ne Kompo&shy;nenten einge&shy;schränkt werden, durch die momen&shy;tane visu&shy;elle Erschei&shy;nungswei&shy;sen räumlich-mate&shy;rieller Gegen&shy;stände vonei&shy;nander unter&shy;schieden werden. In einem dritten Schritt kann dann das Teil für das Ganze genom&shy;men werden: Das Beispiel&shy;bild vermit&shy;telt dann etwa die Prädi&shy;kation ‹... ist eine Hänge&shy;brücke›.   
  
===Piktoriale Nominationen als abgeleitete Verwendungsweise===
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===Piktoriale Nomina&shy;tionen als abge&shy;leite&shy;te Verwen&shy;dungswei&shy;se===
Abgeleitet von der grundlegend prädikatorischen Verwendungsweise kann, nach Sachs-Hombach, ferner ''der Begriff selbst'' als Thema eingeführt und somit eine Verständigung über das Muster als solches angeregt werden (analog einer möglichen Verwendung eines generellen Terminus in nominativem Gebrauch: ‚das Rote an sich’): ‚das so (!) Aussehen an sich’ bzw. ‚der Begriff des so (!) Aussehens’ oder auch ‚der Begriff der Hängebrücke’.  
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Abgeleitet von der grund&shy;legend prädi&shy;kato&shy;rischen Verwen&shy;dungswei&shy;se kann, nach Sachs-Hombach, ferner ''der Begriff selbst'' als Thema einge&shy;führt und somit eine Verstän&shy;digung über das Muster als solches ange&shy;regt werden (ana&shy;log einer mögli&shy;chen Verwen&shy;dung eines gene&shy;rellen Termi&shy;nus in nomi&shy;nati&shy;vem Gebrauch: ‘das Rote an sich’): ‘das so (!) Ausse&shy;hen an sich’ bzw. ‘der Begriff des so (!) Ausse&shy;hens’ oder auch ‘der Begriff der Hänge&shy;brücke’.  
 
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Andererseits könne die Aufmerksamkeit auch auf eine bestimmte ''Instanz'' des Begriffs (analog einer deiktischen Kennzeichnung ‚diese rote Hängebrücke’) gerichtet werden, über die (mit einer anderen, etwa sprachlichen Prädikation) etwas Weiteres mitgeteilt werde (... wurde 1937 eingeweiht.’). In beiden Fällen ist das exemplarische Einführen einer bestimmten komplexen visuellen Unterscheidungsfähigkeit Voraussetzung, ohne die die nominatorischen Verwendungsweisen nicht möglich wären.  
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Andererseits könne die Aufmerk&shy;samkeit auch auf eine bestimm&shy;te ''Instanz'' des Begriffs (ana&shy;log einer deikti&shy;schen Kennzeich&shy;nung ‘diese rote Hänge&shy;brücke’’) gerich&shy;tet werden, über die (mit einer ande&shy;ren, etwa sprachli&shy;chen Prädi&shy;kation) etwas Weite&shy;res mitge&shy;teilt werde (... wurde 1937 einge&shy;weiht.’). In beiden Fällen ist das exemp&shy;lari&shy;sche Einfüh&shy;ren einer bestimm&shy;ten komple&shy;xen visu&shy;ellen Unter&shy;scheidungs&shy;fähig&shy;keit Voraus&shy;setzung, ohne die die nomi&shy;nato&shy;rischen Verwen&shy;dungswei&shy;sen nicht möglich wären.  
  
===Probleme der Prädikationstheorie des Bildes===
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===Probleme der Prädikations&shy;theorie des Bildes===
Der prädikativen Bildtheorie zufolge sind Bilder in kommunikativer Hinsicht prinzipiell „ungesättigt“. Sie liefern Prädikate, die ergänzt werden müssen und dann auf komplexerer Ebene eine prädikative oder nominatorische Funktion übernehmen können. Dass uns die ''kommunikative Unvollständigkeit'' der Verwendung von Bildern in der Regel nicht auffällt sei darin begründet, dass wir zahlreiche Konventionen herausgebildet haben, die in verschiedenen Zusammenhängen eine entsprechende Ergänzung nahe legen und auf diese Weise mehr oder weniger automatisch ergänzt würden.
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Der prädikativen Bild&shy;theorie zufol&shy;ge sind Bilder in kommu&shy;nika&shy;tiver Hinsicht prinzi&shy;piell „unge&shy;sättigt“. Sie liefern Prädi&shy;kate, die ergänzt werden müssen und dann auf komple&shy;xerer Ebe&shy;ne eine prädi&shy;kati&shy;ve oder nomi&shy;nato&shy;rische Funktion über&shy;nehmen können. Dass uns die ''kommu&shy;nika&shy;tive Unvoll&shy;ständig&shy;keit'' der Verwen&shy;dung von Bildern in der Regel nicht auffällt sei darin begrün&shy;det, dass wir zahlrei&shy;che Konven&shy;tionen heraus&shy;gebildet haben, die in verschie&shy;denen Zusam&shy;menhän&shy;gen eine entspre&shy;chende Ergän&shy;zung nahe legen und auf diese Weise mehr oder weni&shy;ger auto&shy;matisch ergänzt würden.
 
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Problematisch erscheint an der prädikativen Bildtheorie vor allem, dass in der Bildverwendung Begriffe exemplarisch, also über eine entsprechende unter den jeweiligen Begriff fallende Instanz mitgeteilt werden sollen. Das gilt insbesondere für die als zentral geltenden Darstellungen raumzeitlicher materieller Gegenstände mit ihren charakteristischen [[sortale Gegenstände und Individuation|Individuationskriterien]]. Um den Begriff zu erhalten, der der entsprechenden Prädikation zugrunde liegt, muss demnach ein zugehöriges unter den Begriff fallendes Individuum zunächst ''vorhanden'' sein, um dann damit auf den Begriff aufmerksam zu machen. Diese Funktion, Gegenstände zumindest in gewisser Weise zur Verfügung zu stellen – die [[Kontextbildung]] – wäre demnach vorrangig vor der Funktion der Prädikation, die durch sie erst ermöglicht wird (vgl. <bib id='Schirra 2006a'></bib>).
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Problematisch erscheint an der prädi&shy;kati&shy;ven Bild&shy;theorie vor allem, dass in der Bildver&shy;wendung Begrif&shy;fe exemp&shy;larisch, also über eine entspre&shy;chende unter den jewei&shy;ligen Begriff fallen&shy;de Instanz mitge&shy;teilt werden sollen. Das gilt insbe&shy;sonde&shy;re für die als zentral gelten&shy;den Darstel&shy;lungen raumzeit&shy;licher mate&shy;rieller Gegen&shy;stände mit ihren charak&shy;teris&shy;tischen [[sortale Gegenstände und Individuation|Indi&shy;vidu&shy;ations&shy;krite&shy;rien]]. Um den Begriff zu erhal&shy;ten, der der entspre&shy;chenden Prädi&shy;kation zugrun&shy;de liegt, muss demnach ein zuge&shy;höri&shy;ges unter den Begriff fallen&shy;des Indi&shy;viduum zunächst ''vorhan&shy;den'' sein, um dann damit auf den Begriff aufmerk&shy;sam zu machen. Diese Funktion, Gegen&shy;stände zumin&shy;dest in gewis&shy;ser Weise zur Verfü&shy;gung zu stellen – die [[Kontextbildung|Kontext&shy;bildung]] – wäre demnach vorran&shy;gig vor der Funktion der Prädi&shy;kation, die durch sie erst ermög&shy;licht wird (vgl. <bib id='Schirra 2006a'></bib>).
  
==Prädikation, Prädikator, Prädikat und genereller Terminus ==
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Die sprachlichen Ausdrücke, mit deren Hilfe eine Prädikation vollzogen wird, werden ‘Prädikatoren’ genannt.<ref>Eingeführt wurde die Bezeichnung ‘Prädikator’ von Carnap (<bib id='Carnap 1947a'></bib> zweite Auflage; S. 6). Siehe auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikator Wikipedia: Prädikator].</ref>  
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==Prädikation, Prädikator, Prädikat und gene&shy;reller Termi&shy;nus ==
Als Pendant zur Bezeichnung ‘singuläre Termini’ für Nominatoren werden Prädikatoren einer älteren Tradition folgend auch als ‘generelle Termini’ bezeichnet.
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Die sprachlichen Ausdrücke, mit deren Hilfe eine Prädi&shy;kation vollzo&shy;gen wird, werden ‘Prädi&shy;kato&shy;ren’ genannt.<ref>Ein&shy;ge&shy;führt wur&shy;de die Be&shy;zeich&shy;nung ‘Prä&shy;di&shy;ka&shy;tor’ von Car&shy;nap (<bib id='Carnap 1947a'>Car&shy;nap 1947a</bib> zwei&shy;te Auf&shy;la&shy;ge: S. 6). Sie&shy;he auch [http://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4dikator Wi&shy;ki&shy;pe&shy;dia: Prä&shy;di&shy;ka&shy;tor].</ref>  
Linguistisch sind die Prädikatoren im allgemeinen durch die Verben (in einem weiten Sinn) zusammen mit den indefiniten Nominalphrasen der betrachteten Sätze und den damit gebildeten Präpositionalphrasen (sofern jene nicht als Satzadverbien wirken) gegeben.
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Als Pendant zur Bezeich&shy;nung ‘singu&shy;läre Termi&shy;ni’ für Nomi&shy;nato&shy;ren werden Prädi&shy;kato&shy;ren einer älte&shy;ren Tradi&shy;tion folgend auch als ‘gene&shy;relle Termi&shy;ni’ bezeich&shy;net.
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Lingu&shy;istisch sind die Prädi&shy;kato&shy;ren im allge&shy;meinen durch die Verben (in einem weiten Sinn) zusam&shy;men mit den inde&shy;fini&shy;ten Nomi&shy;nalphra&shy;sen der betrach&shy;teten Sätze und den damit gebil&shy;deten Präpo&shy;sitio&shy;nalphra&shy;sen (sofern jene nicht als Satzad&shy;verbien wirken) gege&shy;ben.
 
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Der Ausdruck ‘Prädikat’ wird manchmal synonym mit Prädikator oder Prädikation verwendet, was aber seiner diversen weiteren Bedeutungen wegen nicht sehr glücklich ist. Oft bezeichnet ‘Prädikat’ auch, als grammatischer Begriff, die unterscheidenden Ausdrücke, unabhängig davon, ob sie prädikatorisch genutzt werden oder als Teil einer Nomination in einer Kennzeichnung auftreten.
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Der Ausdruck ‘Prädikat’ wird manch&shy;mal syno&shy;nym mit ‘Prädi&shy;kator’ oder ‘Prädi&shy;kation’ verwen&shy;det, was aber seiner diver&shy;sen weite&shy;ren Bedeu&shy;tungen wegen nicht sehr glück&shy;lich ist. Oft bezeich&shy;net ‘Prädi&shy;kat’ auch, als gramma&shy;tischer Begriff, die unter&shy;scheiden&shy;den Aus&shy;drücke, unab&shy;hängig davon, ob sie prädi&shy;kato&shy;risch genutzt werden oder als Teil einer Nomi&shy;nation in einer Kennzeich&shy;nung auftre&shy;ten.
  
 
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Aktuelle Version vom 15. Dezember 2019, 18:03 Uhr

Unterpunkt zu: Zeichentheorien: Übersicht


Prädikation als unge­sättig­te Teilhand­lung der Propo­sition

Die Prädikation bildet neben der Nomi­nation die zweite zentra­le Teil­zeichen­handlung des Sachbe­zugs der Aussa­gen. Prädi­kation ist die Teilhand­lung, mit der mitge­teilt oder vorge­schlagen wird, dass eine gemein­same Unter­scheidungs­gewohn­heit jetzt rele­vant und auf die Gegen­stände anwend­bar sei, die durch die Nomi­natio­nen der Propo­siti­onen aus dem – den betei­ligten Kommu­nika­tionspart­nern gemein­samen – Diskurs­univer­sum heraus­gegrif­fen werden. Es wird mithin Bezug genom­men auf eine Art abstrak­ten Maßstab für die betrach­tete Unter­scheidungs­dimen­sion, der tradi­tionell ‘ein Begriff’ genannt wird. Damit soll – im Gegen­satz zur Nomi­nation – zudem etwas mitge­teilt werden, das dem Gegen­über noch nicht bekannt war (cf. [Kamlah & Loren­zen 1973a]Kamlah, Wilhelm & Lorenzen, Paul (1973).
Logische Propädeutik - Vorschule des vernünftigen Redens. München: BI Wissenschaftsverlag.

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: § 2, sowie [Gerhar­dus et al. 1975a]Gerhardus, Dietfried & Kledzik, S.M. & Reitzig, G.H. (1975).
Schlüssiges Argumentieren - Logisch-propädeutisches Lehr- und Arbeitsbuch. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

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: S. 25).
Da die nomin­ato­rische Verwen­dungswei­se von Bildern sehr proble­matisch bleibt, während zugleich eine Gleich­setzung mit Propo­sitio­nen der fehlen­den funkti­onalen Binnen­gliede­rung wegen als wenig überzeu­gend gilt, gehen viele Bild­wissen­schaftler davon aus, dass Bildver­wendun­gen grundle­gend als Prädi­kati­onen zu deuten seien (vgl. [Goodman 1968a]Goodman, Nelson (1968, 2. rev. Aufl. 1976).
Languages of Art. Indianapolis: Hackett, dt.: Sprachen der Kunst. Suhrkamp 1998.

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oder [Sachs-Hombach 2003a]Sachs-Hombach, Klaus (2003).
Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Köln: Herbert von Halem.

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).


Arten und Voraus­setzun­gen der Prädi­kation

Prädikationen können ein­fache Unter­scheidungs­gewohn­heiten, d.h. nur jeweils einen einzi­gen Begriff, ins Spiel bringen oder komple­xe Unter­scheidungs­gewohn­heiten, die sich aus mehre­ren Begrif­fen zusam­menset­zen: ‹... ist rot› vs. ‹... ist rot und grün gestreift mit gelben, violett gerahm­ten Pünkt­chen›. Zudem werden die in diesen Beispie­len vorlie­genden einstel­ligen prädi­kati­ven Prädi­kati­onen unter­schieden von den mehrstel­ligen rela­tiona­len Prädi­kati­onen, wie etwa: ‹... verhan­delt mit ... über ...›. Da mit einer Unter­scheidungs­praxis zwei Fälle diffe­renziert werden, kommen Prädi­kati­onen immer paar­weise vor: etwa ‹... ist rot› und ‹... ist nicht rot› (bzw. ‹... ist unrot›). Die Bezie­hung zwischen den beiden Aspek­ten der betrach­teten Unter­scheidung wird in­ter­ne Nega­tion genannt.[1]

Voraussetzung für erfolg­reiche Ausfüh­rungen von Prädi­kati­onen ist offen­sicht­lich, dass die betei­ligten Kommu­nika­tionspart­ner (a) über diesel­ben Begrif­fe verfü­gen und (b) die gleiche Asso­zia­tion zwischen ihren Begrif­fen und entspre­chenden sprach­lichen Aus­drücken verwen­den.

Begriffe, begriffliche Argu­mente und logi­sches Schließen

Werden Begriffe im Sinne Wittgen­steins verstan­den als gemein­same, kommu­nika­tiv ausge­handel­te oder zumin­dest kommu­nika­tiv aushan­delba­re Unter­scheidungs­gewohn­heiten, dann ergibt sich, dass sie als abstrak­te Aspek­te bestimm­ter kommu­nika­tiver Handlun­gen, genau­er gesagt: aller diesen Begriff erläu­ternden Handlun­gen, verstan­den werden müssen.[2] Ihre Funkti­on ist es insbe­sonde­re, als Bezugs­punkte zur (inter­indi­vidu­ellen) Über­prüfung der Geltung prädi­kati­ver Sätze zu dienen. Wer über den Begriff »X« verfügt, der sollte also nicht nur Instan­zen von X von Dingen (im weiten Sinn) unter­scheiden können, die keine Instan­zen von X sind; er sollte zudem erklä­ren können, was diesen Unter­schied eigent­lich ausmacht; und er sollte beur­teilen können, wann jemand einen entspre­chenden klassi­fizie­renden Ausdruck richtig verwen­det hat (vgl. [Ros 1999a]Ros, Arno (1999).
Was ist Philosophie?.
In Philosophieren über Philosophie, 36–58.

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).

Um zu überprüfen, ob sie densel­ben Begriff meinen, müssen zwei Kommu­nika­tions­partner sich daher ihren jewei­ligen begriff­lichen Erläu­terun­gen zuwen­den. Die begriff­lichen Argu­menta­tionen, die sie zu diesem Zweck führen, basie­ren im Wesent­lichen (i) auf singu­lären inten­siona­len Propo­siti­onen, mit denen den jewei­ligen Begrif­fen als abstrak­ten Enti­täten bestimm­te Eigen­schaften zu- oder abge­sprochen bzw. durch die mehre­re Begrif­fe mitei­nander in gewis­se Rela­tionen gesetzt werden, oder aber (ii) auf exten­siona­len gene­rellen Aussa­gen über alle Gegen­stände, die unter die jewei­ligen Begrif­fe fallen und deren notwen­digen Eigen­schaften oder Rela­tionen. Beide Formen sind äqui­valent, wobei man sich aller­dings klarma­chen sollte, dass in der exten­siona­len Form tatsäch­lich nicht Behaup­tungen über die Gegen­stände, sondern Vorschlä­ge für die gemein­same Praxis des Redens über diese (Art von) Gegen­stände(n) zum Ausdruck kommen.[3]

Prädikation und Kenn­zeichnung

Prädikationen werden offen­sichtlich mit Aus­drücken vollzo­gen, mit denen Unter­scheidun­gen kommu­niziert werden können. Umge­kehrt werden aber unter­scheiden­de Aus­drücke nicht nur zu Prädi­katio­nen verwen­det. Insbe­sonde­re mit Kenn­zeichnun­gen liegt eine Art von Nomi­nation vor, für die unter­scheiden­de Aus­drücke außer­halb der prädi­kati­ven Nutzung eine zentra­le Rolle spielen. Tatsäch­lich zeigt sich hierin die enge Ver­quickung zwischen Nomi­nation – als der Veran­kerung im bereits Bekann­ten – und Prädi­kation – als Aspekt des Neuen, noch nicht gemein­sam Bekann­ten –, der für Propo­siti­onen charak­teris­tisch ist: Kenn­zeichnun­gen greifen zur Iden­tifi­kation von Gegen­ständen die Unter­scheidun­gen auf, die irgend­wann zuvor durch eine entspre­chende Prädi­kation gemein­sam etab­liert worden sind.[4] Dieses mehre­re Propo­siti­onen über­greifen­de Wechsel­spiel von Prädi­kati­on und kenn­zeichnen­der Nomi­nation ist eine wesent­liche Bedin­gung für die Möglich­keit, Aussa­gen zu zusam­menhän­genden Texten zu verflech­ten.

Bilder als Prädi­kation?

Mit dem Begriff des Exemp­lifi­zierens hat Nelson Goodman die Grundla­ge der meisten Prädi­kations­theorien des Bildes gelegt. Bei einer Exemp­lifi­kation funkti­oniert ein Zeichen als ein Muster, mit dem eine Unter­scheidungs­gewohn­heit – genau­er: ein Begriff – durch eine Instanz, die unter diese Unter­scheidung fällt, ins kommu­nika­tive Feld geführt wird. Das passiert bei Bildern insbe­sonde­re hinsicht­lich Farbun­terschei­dungen, Formbe­griffen und Begrif­fen für rela­tive räum­liche Anord­nungen. Eine Bildprä­senta­tion kann daher als eine entspre­chende Prädi­kation verstan­den werden.

Offensichtlich muss es sich in der Regel um ziemlich komple­xe Prädi­kati­onen handeln, denn mono­chrome Bilder, Bilder mit zwei oder drei Farb­flächen, die in einem einfa­chen Anord­nungsver­hältnis stehen oder Bilder mit einem einzi­gen einfa­chen geome­trischen Gegen­stand machen nur einen sehr gerin­gen und eher unter­geord­neten Teil aller mögli­chen Bilder aus. Die Mehrzahl insbe­sondere der darstel­lenden Bilder, deren Inhalt im Wesent­lichen aus räumli­chen Anord­nungen (mehr oder weni­ger) mate­rieller Körper besteht, bringen die recht komple­xe Prädi­kation, mit der diese speziel­le Art der räum­lichen Anord­nung genau dieser Art von mate­riellen Gegen­ständen von ande­ren Anord­nungen der gleichen oder anderer Arten von Gegen­ständen unter­scheidet, ins Spiel.

Die prädikative Theorie der Bild­verwen­dung in der von [Sachs-Hom­bach 2003a]Sachs-Hombach, Klaus (2003).
Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Köln: Herbert von Halem.

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skizzier­ten Fassung geht eben­falls davon aus, dass durch einen Gegen­stand, um über­haupt als Bild verwen­det werden zu können, beim Gegen­über (oder bei einem selber in der Rolle eines ande­ren) ein Begriff in den Fokus der Aufmerk­samkeit gebracht wird, indem eini­ge charak­teris­tische Eigen­schaften dessen, was unter diesen Begriff fällt, exemp­larisch “vor Augen geführt” werden – sofern jene Eigen­schaften im jewei­ligen Zusam­menhang als wichtig erach­tet werden. Dass der Begriff in den Fokus der Aufmerk­samkeit gebracht wird habe dabei primär die Funktion, den Adres­saten in die Lage zu verset­zen, die dadurch bestimm­te Unter­scheidungs­gewohn­heit zu einer vollen Propo­sition ergän­zen zu können. Das Bild soll also als Muster für die betrach­tete Unter­scheidungs­gewohn­heit – etwa »rot (sein)« – wirken, mit dessen Hilfe weite­re Einzel­gegen­­stände hinsicht­lich dieser Unter­scheidungs­dimen­sion beur­teilt werden können.
Ab­bil­dung 1: Ge­gen­stand „... sieht so (!) aus“

Die Stan­dard­funk­ti­on der Prä­sen­ta­ti­on ei­nes Pho­tos, wie des ge­zeig­ten Bei­spiel­bil­des (Abb. 1), müss­te dann prä­di­ka­to­risch fol­gen­der­maßen ver­stan­den wer­den: „... sieht so (!) aus“, wo­bei mit dem Pho­to ei­ne sehr komp­li­zier­te vi­su­el­le Un­ter­schei­dungs­ge­wohn­heit an­ge­spro­chen wird, die ver­bal durch die deik­ti­sche Par­ti­kel ‘so’ als (Teil der) Prä­di­ka­ti­on ein­ge­bun­den ist (das ‘!’ mar­kie­re die Zei­ge­ges­te). Diese tatsäch­lich aus vielen Begrif­fen zusam­menge­setzte Unter­scheidungs­gewohn­heit mag in einem zweiten Schritt auf einzel­ne Kompo­nenten einge­schränkt werden, durch die momen­tane visu­elle Erschei­nungswei­sen räumlich-mate­rieller Gegen­stände vonei­nander unter­schieden werden. In einem dritten Schritt kann dann das Teil für das Ganze genom­men werden: Das Beispiel­bild vermit­telt dann etwa die Prädi­kation ‹... ist eine Hänge­brücke›.

Piktoriale Nomina­tionen als abge­leite­te Verwen­dungswei­se

Abgeleitet von der grund­legend prädi­kato­rischen Verwen­dungswei­se kann, nach Sachs-Hombach, ferner der Begriff selbst als Thema einge­führt und somit eine Verstän­digung über das Muster als solches ange­regt werden (ana­log einer mögli­chen Verwen­dung eines gene­rellen Termi­nus in nomi­nati­vem Gebrauch: ‘das Rote an sich’): ‘das so (!) Ausse­hen an sich’ bzw. ‘der Begriff des so (!) Ausse­hens’ oder auch ‘der Begriff der Hänge­brücke’.

Andererseits könne die Aufmerk­samkeit auch auf eine bestimm­te Instanz des Begriffs (ana­log einer deikti­schen Kennzeich­nung ‘diese rote Hänge­brücke’’) gerich­tet werden, über die (mit einer ande­ren, etwa sprachli­chen Prädi­kation) etwas Weite­res mitge­teilt werde (‘... wurde 1937 einge­weiht.’). In beiden Fällen ist das exemp­lari­sche Einfüh­ren einer bestimm­ten komple­xen visu­ellen Unter­scheidungs­fähig­keit Voraus­setzung, ohne die die nomi­nato­rischen Verwen­dungswei­sen nicht möglich wären.

Probleme der Prädikations­theorie des Bildes

Der prädikativen Bild­theorie zufol­ge sind Bilder in kommu­nika­tiver Hinsicht prinzi­piell „unge­sättigt“. Sie liefern Prädi­kate, die ergänzt werden müssen und dann auf komple­xerer Ebe­ne eine prädi­kati­ve oder nomi­nato­rische Funktion über­nehmen können. Dass uns die kommu­nika­tive Unvoll­ständig­keit der Verwen­dung von Bildern in der Regel nicht auffällt sei darin begrün­det, dass wir zahlrei­che Konven­tionen heraus­gebildet haben, die in verschie­denen Zusam­menhän­gen eine entspre­chende Ergän­zung nahe legen und auf diese Weise mehr oder weni­ger auto­matisch ergänzt würden.

Problematisch erscheint an der prädi­kati­ven Bild­theorie vor allem, dass in der Bildver­wendung Begrif­fe exemp­larisch, also über eine entspre­chende unter den jewei­ligen Begriff fallen­de Instanz mitge­teilt werden sollen. Das gilt insbe­sonde­re für die als zentral gelten­den Darstel­lungen raumzeit­licher mate­rieller Gegen­stände mit ihren charak­teris­tischen Indi­vidu­ations­krite­rien. Um den Begriff zu erhal­ten, der der entspre­chenden Prädi­kation zugrun­de liegt, muss demnach ein zuge­höri­ges unter den Begriff fallen­des Indi­viduum zunächst vorhan­den sein, um dann damit auf den Begriff aufmerk­sam zu machen. Diese Funktion, Gegen­stände zumin­dest in gewis­ser Weise zur Verfü­gung zu stellen – die Kontext­bildung – wäre demnach vorran­gig vor der Funktion der Prädi­kation, die durch sie erst ermög­licht wird (vgl. [Schirra 2006a]Schirra, Jörg R.J. (2006).
Begriffsgenetische Betrachtungen in der Bildwissenschaft: Fünf Thesen.
In Bild und Medium. Kunstgeschichtliche und philosophische Grundlagen der interdisziplinären Bildwissenschaft, 197-215.

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).


Prädikation, Prädikator, Prädikat und gene­reller Termi­nus

Die sprachlichen Ausdrücke, mit deren Hilfe eine Prädi­kation vollzo­gen wird, werden ‘Prädi­kato­ren’ genannt.[5] Als Pendant zur Bezeich­nung ‘singu­läre Termi­ni’ für Nomi­nato­ren werden Prädi­kato­ren einer älte­ren Tradi­tion folgend auch als ‘gene­relle Termi­ni’ bezeich­net. Lingu­istisch sind die Prädi­kato­ren im allge­meinen durch die Verben (in einem weiten Sinn) zusam­men mit den inde­fini­ten Nomi­nalphra­sen der betrach­teten Sätze und den damit gebil­deten Präpo­sitio­nalphra­sen (sofern jene nicht als Satzad­verbien wirken) gege­ben.

Der Ausdruck ‘Prädikat’ wird manch­mal syno­nym mit ‘Prädi­kator’ oder ‘Prädi­kation’ verwen­det, was aber seiner diver­sen weite­ren Bedeu­tungen wegen nicht sehr glück­lich ist. Oft bezeich­net ‘Prädi­kat’ auch, als gramma­tischer Begriff, die unter­scheiden­den Aus­drücke, unab­hängig davon, ob sie prädi­kato­risch genutzt werden oder als Teil einer Nomi­nation in einer Kennzeich­nung auftre­ten.

Anmerkungen
  1. Die in­ter­ne Ne­ga­ti­on ist nicht iden­tisch mit der ex­ter­nen Ne­ga­ti­on, ei­nem Ope­ra­tor zwi­schen Pro­po­si­ti­o­nen, wie in der Aus­sa­gen­lo­gik be­trach­tet.
  2. Die al­ter­na­ti­ve Be­trach­tungs­wei­se der be­wusst­seins­the­o­re­ti­schen Phi­lo­so­phie des 17. bis 19. Jhd.s, dass Be­grif­fe men­ta­le Ge­bil­de sei­en, de­ren Exis­tenz ih­rer kom­mu­ni­ka­tiv-sprach­li­chen Nut­zung als Be­deu­tung von Prä­di­ka­ten vo­raus­geht, führt, wie et­wa Witt­gen­stein im Trac­ta­tus [Witt­gen­stein 1922a]Literaturangabe fehlt.
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    - Glossarlemma.
    ge­zeigt hat, zu gra­vie­ren­den Apo­rien.
  3. An­dern­falls ver­wech­sel­te man Ob­jekt- und Be­o­bach­ter­ebe­ne. Vgl. auch Ex­kurs: Bei­spie­le be­griff­li­cher Aus­sa­gen.
  4. Oder: Etab­liert wor­den sein könn­ten. – Das gilt etwa für di­rekt wahr­ge­nom­me­ne Un­ter­schei­dun­gen zur Iden­ti­fi­ka­ti­on von Ge­gen­stän­den.
  5. Ein­ge­führt wur­de die Be­zeich­nung ‘Prä­di­ka­tor’ von Car­nap ([Car­nap 1947a]Carnap, Rudolf (1947).
    Meaning and Necessity: A Study in Semantics and Modal Logic. Chicago, IL: Univ. Press.

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    zwei­te Auf­la­ge: S. 6). Sie­he auch Wi­ki­pe­dia: Prä­di­ka­tor.
Literatur                             [Sammlung]

[Car­nap 1947a]: Carnap, Rudolf (1947). Meaning and Necessity: A Study in Semantics and Modal Logic. Chicago, IL: Univ. Press.

[Gerhar­dus et al. 1975a]: Gerhardus, Dietfried & Kledzik, S.M. & Reitzig, G.H. (1975). Schlüssiges Argumentieren - Logisch-propädeutisches Lehr- und Arbeitsbuch. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. [Goodman 1968a]: Goodman, Nelson (1968, 2. rev. Aufl. 1976). Languages of Art. Indianapolis: Hackett, dt.: Sprachen der Kunst. Suhrkamp 1998. [Kamlah & Loren­zen 1973a]: Kamlah, Wilhelm & Lorenzen, Paul (1973). Logische Propädeutik - Vorschule des vernünftigen Redens. München: BI Wissenschaftsverlag. [Ros 1999a]: Ros, Arno (1999). Was ist Philosophie?. In: Raatzsch, Richard (Hg.): Philosophieren über Philosophie. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag, S. 36–58. [Sachs-Hom­bach 2003a]: Sachs-Hombach, Klaus (2003). Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft. Köln: Herbert von Halem. [Schirra 2006a]: Schirra, Jörg R.J. (2006). Begriffsgenetische Betrachtungen in der Bildwissenschaft: Fünf Thesen. In: Sachs-Hombach, Klaus (Hg.): Bild und Medium. Kunstgeschichtliche und philosophische Grundlagen der interdisziplinären Bildwissenschaft. Köln: Herbert von Halem, S. 197-215. [Witt­gen­stein 1922a]:
Literaturangabe fehlt.
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Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Seitenbearbeitungen durch: Joerg R.J. Schirra [44], Klaus Sachs-Hombach [4] und Emilia Didier [1] — (Hinweis)

Zitierhinweis:

[Schirra 2013g-v]Literaturangabe fehlt.
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- Beitrag in Sammelband,
- Sammelband,
- andere Publikation,
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[Witt­gen­stein 1922a]:
Literaturangabe fehlt.
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- Buch,
- Artikel in Zeitschrift,
- Beitrag in Sammelband,
- Sammelband,
- andere Publikation,
- Glossarlemma.
[Schirra 2013g-v]:
Literaturangabe fehlt.
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- Buch,
- Artikel in Zeitschrift,
- Beitrag in Sammelband,
- Sammelband,
- andere Publikation,
- Glossarlemma.