Traumbild

Aus GIB - Glossar der Bildphilosophie
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Unterpunkt zu: Bildbewusstsein und Einbildungskraft


Traumbild, Vision, Tagtraum und Oni­risches

‘Traumbild’ ist weder ein profi­lierter wissen­schaftli­cher Ausdruck noch einer, der beson­ders häufig in der Alltags­sprache vorkommt, anders als das Lehnwort ‘Vision’, das eine hauptsäch­lich visu­elle Hallu­zina­tion im Wachzu­stand bezeich­net ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 17). In Abgren­zung zur Vision einer­seits, zum „lebhaft vorge­stellte[n]“, aber „niemals hallu­zina­torisch erleb­te[n]“ Tagtraum ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 129) ande­rerseits und vor dem Hinter­grund einer allge­meinen Defi­nition von Traum als psychi­schem „Erle­ben während des Schlafs“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 17) lässt sich das Traumbild defi­nieren als eine visu­elle Hallu­zina­tion im Schlafzu­stand. Wird das Traumbild nicht derart einge­schränkt auf den Schlafzu­stand, dann öffnet sich ein weites Feld, das mit Hans Ulrich Reck das ‘Oni­rische’ genannt werden kann:
Das dem Franzö­sischen entlie­hene Wort des ‘Oni­rischen’ bezeich­net – im Unter­schied zur im Deutschen gebräuch­lichen trennen­den Auffal­tung von Traum, Vision, Hallu­zina­tion, Schimä­re etc. – alle mögli­chen und erdenk­lichen Formen, Beschaf­fenhei­ten und Zwischen­zustän­de von Traum, Tagtraum, Vision, Hallu­zina­tion, Träume­reien, Medi­tation, ‘schweben­den Verin­nerli­chungen’ in einem durchgängigen, aber keineswegs homogenen Zusammenhang oder “Feld” ([Reck 2010a]Reck, Hans Ulrich (2010).
Traum. Enzyklopädie. München: Wilhelm Fink.

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: S. 22).


Das Traumbild aus Sicht der empi­risch-​klini­schen Schlaf- und Traum­for­schung

Die definitorische Einschrän­kung des Traumbil­des auf den Schlafzu­stand ist aller­dings gerecht­fertigt schon durch die alltags­sprachli­che Bedeu­tung von ‘Traum’ als gera­de „im Schlaf auftre­tende Vorstel­lung, sehnli­cher Wunsch“ ([Pfeifer 1997a]Pfeifer, Wolfgang (1997).
Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. München: dtv, 3. Auflage.

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: 1452). Die Verwen­dung des Ausdrucks ‘Traumbild’ ist einer­seits durch die Ety­molo­gie des Wortes ‘Traum’ moti­viert, ande­rerseits durch die empi­risch-​klini­sche Traum- und Schlaf­forschung.
Etymologisch steckt in ‘Traum’ nämlich eine Beto­nung des Visu­ellen. ‘Traum’ lässt sich zurück verfol­gen auf das germa­nische ‘draugma’, das ein „nicht wirkli­ches Bild, Trugbild“ bezeich­net ([Pfeifer 1997a]Pfeifer, Wolfgang (1997).
Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. München: dtv, 3. Auflage.

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: 1452); vergleich­bare Verbin­dungen zwischen Trug- und Traumbild findet sich auch im griechi­schen Vokabular (‘eido­lon’) und im latei­nischen (‘ima­go’). Davon abge­sehen bestä­tigt die Traum- und Schlaf­forschung die „Evi­denz des Bilder­sehens im Traum“ ([Reck 2010a]Reck, Hans Ulrich (2010).
Traum. Enzyklopädie. München: Wilhelm Fink.

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: S. 33), das heißt die häufig berich­tete und auch in der Fachli­tera­tur unbe­stritte­ne Erfah­rung visu­eller Ein­drücke während des Schlafs. Inge Strauch und Barba­ra Meier berich­ten auf der Basis empi­rischer Schlaf­forschung, dass in über 50% der Träume visu­elle Ein­drücke vorkom­men, neben akus­tischen Ein­drücken (25%), Körper­empfin­dungen (19%) und Geruchs- und Geschmacks­empfin­dungen (2%); außer mit solchen hallu­zinier­ten Sinnes­wahrneh­mungen sind Träume auch mit Gefüh­len, hallu­zinier­tem Sprechen und Denkvor­gängen durchmischt (vgl. [Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 84; vgl. [Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 86). Michael Schredl nennt unter Verweis auf drei empi­rische Studien über Labor- bzw. Tage­buchträu­me eine hundert­prozen­tige Präva­lenz visu­eller Ein­drücke neben audi­tiven Ein­drücken (zwischen 53% und 76%) und ande­ren, die demge­genü­ber kaum ins Gewicht fallen (nämlich kinäs­theti­sche Ein­drücke, die in einer der Studien bei 8% lagen, anson­sten aber, wie takti­le, olfak­tori­sche und ande­re Ein­drücke, bloß bei ca. 1% (vgl. dazu Tabel­le 10 in [Schredl 2006a]Schredl, Michael (2006).
Experimentell-psychologische Traumforschung.
In Schlaf und Traum, 37-74.

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: S. 49)). In diesem Zusam­menhang ist auch die Studie von [Kerr et al. 1982a]Literaturangabe fehlt. Bitte in der Bibliographie-Sammlung einfügen als: Buch, Artikel in Zeitschrift, Beitrag in Sammelband, Sammelband, andere Publikation. zu Träumen von blinden Menschen von Belang, auf die sich Strauch und Meier bezie­hen. Ihr Ergeb­nis ist,
dass Menschen, die von Geburt an blind sind oder vor dem 5. Lebens­jahr erblin­deten, keine Träume mit visu­ellen Vorstel­lungen haben, hier stehen akus­tische und takti­le Wahrneh­mungen im Vorder­grund. Trat die Behin­derung jedoch später ein, blieben visu­elle Vorstel­lungen im Traum erhal­ten. Inte­ressan­terwei­se entspra­chen solche visu­ellen Ein­drücke nicht dem gegen­wärti­gen einge­schränkten Sehver­mögen, sondern sie ließen frühe­re Erfah­rungen wieder aufle­ben ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 212).
Während nach Strauch und Meier die hallu­zinier­ten „Sinnes­ein­drücke“ wie Sprechen und Denken im Traum als „ein durchgän­giges Gestal­tungsmit­tel von Träumen“ anzu­sehen sind, sind „Gefüh­le“ in Träumen und die „Bizarr­heit“ von Träumen eher als Begleit­erschei­nungen anzu­sehen ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 107). Als bizarr werden Träume und ihre visu­ellen Kompo­nenten meist erst in der Erin­nerung aufge­fasst, selten schon während des aktu­alen Erle­bens (vgl. [Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 100ff.). In einer Unter­suchung von 117 REM-​Schlaf-​Traumbe­richten[1] unter­scheiden Strauch und Meier zwischen forma­ler und inhalt­licher Bizarr­heit:
Formal bizarr sind Berich­te, die in ihrem Aufbau und in ihrem Verlauf auffäl­lig sind, weil einzel­ne Wörter, Sätze oder Abschnit­te unvoll­ständig, zerfah­ren oder sprunghaft sind. Inhalt­lich bizarr sind Ele­mente und Ereig­nisse, die aus der Sicht des Alltags außer­gewöhn­lich sind, weil sie verän­dert oder unwahr­scheinlich sind, weil sie sozi­ale und kultu­relle Normen verlet­zen oder den physi­kali­schen Gesetz­mäßig­keiten wider­sprechen ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 101).
Im Untersuchungsergebnis waren 48% der Traumbe­richte inhalt­lich bizarr, 9% formal bizarr, 19% formal und inhalt­lich bizarr und 24% wiesen keine Bizarr­heit auf (vgl. [Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 102). Dass insbe­sonde­re Kinder­träume von Bizarr­heit frei sein können und dass diese Art von „Entstel­lung“ für den Traum daher nicht wesent­lich sei stellt auch Sigmund Freud aus der Sicht seiner psycho­ana­lyti­schen Traumthe­orie fest ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 126). Umge­kehrt erweist die psycho­ana­lyti­sche Inter­preta­tion freilich sehr häufig gera­de die „nicht verwor­renen“ Träume als die, deren laten­te Traumin­halte „einen außer­ordent­lich hohen Grad von Entstel­lung erfah­ren haben“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 116).
Laut Strauch und Meier, die sich unter ande­rem auf eine eige­ne Unter­suchung von 500 REM-​Schlaf-​Träumen stützen, ist der Reali­tätscha­rakter von Träumen und ihren visu­ellen Kompo­nenten stark ausge­prägt. Träume haben sehr häufig „Alltags­situ­atio­nen zum Thema“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 123). Sie sind
im Allgemeinen aber nicht durchge­hend wirklich­keitsge­treu, sie sind auch nicht ausge­sprochen phantas­tisch, sondern sie spiegeln vor allem eine kreati­ve Umge­staltung der Wacher­fahrung“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 129).
In den untersuchten 500 REM-​Schlaf-​Träumen waren die jewei­ligen „Traumum­gebun­gen“ zu 44% unbe­kannte Szena­rien, zu 26% eine vertrau­te Umwelt ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 111). Die jewei­ligen „Traumfi­guren“ waren zu 45% Bekann­te und Verwand­te, zu 25% Fremde und nur zu 1% fiktiv ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 109). Genau­so wie die visu­ellen Traumein­drücke im Allge­meinen erschei­nen die Handlun­gen dieser Figu­ren „nicht als Ketten von Standbil­dern“, „sondern sie beste­hen aus handlungs­reichen und beweg­ten Situ­ationen, in denen Traumfi­guren aktiv sind“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 115).
Dass Traumbilder der visu­ellen Wahrneh­mung im Wachbe­wusstsein rela­tiv stark entspre­chen legt auch die Studie von [Recht­schaf­fen & Buchi­gnani 1983a]Rechtschaffen, Allan & Buchignani, Cheryl (1983).
Visual dimensions and correlates of dream images. In Sleep Research, 12, 189.

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nahe, die Strauch und Meier zitie­ren:
In dieser Studie entspra­chen die Traumbil­der weitge­hend der Wachwahr­nehmung in Bezug auf den Grad ihrer Hellig­keit und Bildschär­fe, sie zeigten aber im Mittel weni­ger satte Farben und eine Fokus­sierung des Vorder­grunds bei einem verschwom­menen Hinter­grund“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 87).

Freilich stehen diese Aussagen unter dem Vorbe­halt einer unver­fälschten Erin­nerung des Träumers.

Werden Traumbilder als wenig prägnant beschrie­ben, dann bleibt offen, ob die visu­ellen Traumvor­stellun­gen bereits diese Quali­tät hatten, oder ob ein ursprüng­lich deutli­cher Eindruck erst in der Erin­nerung verblasst ist ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 87).


Traum(bild)­forschung: Neuro­psycho­logie und/​oder Psycho­ana­lyse

Dieser Vorbehalt verweist auf eine Grundpro­blema­tik der Traum(bild)­forschung. Traumbil­der haben, wie alle ande­ren Arten des Traumer­lebens auch, den Status von Qualia. Sie sind daher bis auf weite­res „priva­te Erleb­nisse, bei denen keine Beobach­ter zuge­lassen sind, der Träumer ist der einzi­ge Zeuge des Traumge­schehens“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 27). Da also das Traumbild wie der Traum, als dessen Teil es erlebt wird, „nicht unab­hängig vom Wachzu­stand“ beobach­tet und beschrie­ben werden kann und dadurch ein nur noch erin­nertes Traumbild ist, werden in der Schlaf- und Traumfor­schung der Traum wie das Traumbild streng genom­men nicht defi­niert als das aktu­ale Erle­ben, das sie doch eigent­lich sind, sondern als immer schon nachträg­licher „Traumbe­richt“ des Träumers, als seine wachbe­wusste „Erin­nerung an die psychi­sche Akti­vität, die während des Schlafes stattfin­det“ ([Schredl 2006a]Schredl, Michael (2006).
Experimentell-psychologische Traumforschung.
In Schlaf und Traum, 37-74.

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: S. 64, 38; vgl. [Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 81). Bis auf weite­res ist also diese Traumer­inne­rung „einzi­ger Schlüssel“ zur Traumwelt ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 246). Vielleicht machen es in Zukunft Verfah­ren techni­scher Bildre­konstruk­tion in der Neuro­psycho­logie möglich, das strikt binnen­perspek­tivi­sche Bilder­leben des Träumen­den zu objek­tivie­ren. Auf diese Möglich­keit deutet zum Beispiel die Studie von [Nishi­moto et al. 2011a]Nishimoto, Shinji & T. Vu, An & Naselaris, Thomas & Benjamini, Yuval & Yu, Bin & Gallant, Jack L. (2011).
Reconstructing Visual Experiences from Brain Activity Evoked by Natural Movies. In Current Biology, 21, 1641–1646, 11. Oktober, 2011.

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hin.
Weil das Traumbild bislang nicht objek­tiv beobacht­bar ist, hat sich die Schlaf- und Traumfor­schung der Erfor­schung des physio­logischen Korre­lats der Träume zuge­wandt. Dieses Korre­lat wurde zunächst in den zyklisch auftre­tenden Rapid-​Eye-​Move­ment-​Phasen des Schlafs gese­hen, insbe­sonde­re im Anschluss an die Studien von [Ase­rinsky & Kleitman 1953a]Aserinsky, E. & Kleitman, N. (1953).
Regularly occurring periods of eye motility and concomitant phenomena during sleep. In Science, 118, 273f..

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und [Dement & Kleitman 1957a]Dement, William & Kleitman, Nathanael (1957).
The relation of eye movements during sleep to dream activity: an objective method for the study of dreaming. In Journal of experimental psychology, 53, 3, 339-364.

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, die mithil­fe eines Elek­tro­oku­logramms eine statis­tisch signi­fikan­te Korre­lation von schnellen Augen­bewe­gungen und lebhaft erin­nerten Traumein­drücken bele­gen konnten. Die ausschließ­liche Reduk­tion des Traumer­lebens auf die REM-​Phasen, die vor dem Hinter­grund des dama­ligen beha­vioris­tischen Zeitgeis­tes ange­strebt wurde, wurde aller­dings schon von [Foulkes 1962a]Foulkes, D. (1962).
Dream reports from different stages of sleep. In Journal of Abnormal and Social Psychology, 65, 14-25.

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bestrit­ten und gilt heute als wider­legt ([Schredl 2006a]Schredl, Michael (2006).
Experimentell-psychologische Traumforschung.
In Schlaf und Traum, 37-74.

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: S. 39f.; vgl. ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
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: S. 131ff.). Obwohl sie wider­legt ist und obwohl REM-​Schlaf nach dem heuti­gen Stand der Diskus­sion kein notwen­diges und mit eini­ger Wahrschein­lichkeit auch kein hinrei­chendes Krite­rium für das Träumen ist, wird „[d]ie Theorie, dass der REM-​Schlaf das physio­logi­sche Korre­lat des Träumens ist“ noch in aktu­ellen Lehrbü­chern der Biopsy­cholo­gie propa­giert (vgl. hier und im Folgen­den [Pinel & Pauli 2007a]Pinel, John P. J. & Pauli, Paul (2007).
Biopsychologie. München u.a.: Pearson Studium, 6., aktualisierte Auflage.

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: S. 358f.). Im selben Zug werden „die Träume, die nach Non-​REM-​Schlaf erin­nert wurden“ als „eher einzel­ne Erfah­rungen“ und als „anders als die mit dem REM-​Schlaf asso­ziierten Geschich­ten“ abge­tan; dies geht soweit, dass Proban­den darü­ber belehrt werden, ob sie mit ihrer Einschät­zung, wie lange sie im Labor­schlaf geträumt haben mögen, “richtig” liegen oder nicht. Doch auf dem heuti­gen Stand der Traumfor­schung sind physio­logi­sche Messun­gen noch keine siche­ren „objek­tive[n] Traumin­dika­toren“ ([Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 245). Schon William Dement und Natha­niel Kleitman hatten 1957 die von ihnen beleg­te, tatsäch­lich hohe Korre­lation von REM-​Schlaf und Traumer­inne­rungen dadurch verzerrt, dass sie alle Traumer­inne­rungen ausschlos­sen, die bloß vage oder fragmen­tarisch und nicht kohä­rent oder wenig­stens eini­germa­ßen detail­liert waren. Selbst Proban­den, die sehr wohl behaup­teten, geträumt zu haben, sich aber nicht an konkre­te Inhal­te erin­nern konnten, wurden unter der Rubrik ‘Keine Traumer­inne­rung’ verbucht:
The Ss were considered to have been dreaming only if they could relate a cohe­rent, fairly de­tailed descrip­tion of dream content. Asser­tions that they had dreamed without recall of content, or vague, fragmen­tary impres­sions of content, were consid­ered nega­tive (vgl. [Dement & Kleitman 1957a]Dement, William & Kleitman, Nathanael (1957).
The relation of eye movements during sleep to dream activity: an objective method for the study of dreaming. In Journal of experimental psychology, 53, 3, 339-364.

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: S. 341).
Diesem willkürlichen Ausschluss widerspricht freilich schon die alltäg­liche Erfah­rung, dass viele Träume sehr schnell, meist schon in der Aufwach­phase aus dem Nachtschlaf, auf eine über­stürzt sogar­tige Weise verges­sen werden, so dass nur noch das Dass des Traums, wenn über­haupt, in Erin­nerung bleibt. Wenn REM-​Schlaf keine hinrei­chende Bedin­gung für eine Traumer­inne­rung ist und also mögli­cher Weise auch keine hinrei­chende Bedin­gung für einen Traum, so ist er jeden­falls keine notwen­dige Bedin­gung für eine Traumer­inne­rung. Denn Träume werden auch aus dem Nicht-​REM-​Schlaf (NREM-​Schlaf) berich­tet (vgl. [Dement & Kleitman 1957a]Dement, William & Kleitman, Nathanael (1957).
The relation of eye movements during sleep to dream activity: an objective method for the study of dreaming. In Journal of experimental psychology, 53, 3, 339-364.

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: S. 341 und [Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S. 131ff.), und zwar sind dies neben regu­lären NREM-​Träumen insbe­sonde­re posttrau­mati­sche Wieder­holungs­träume (Albträu­me) und soge­nannte Pavor-​noctur­nus-​Träume (vgl. Tabel­le 3 in [Schredl 2006a]Schredl, Michael (2006).
Experimentell-psychologische Traumforschung.
In Schlaf und Traum, 37-74.

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: S. 40). — Die Diskus­sion über die Bewer­tung der Ergeb­nisse neuro­psycho­logi­scher Traum- und Schlaffor­schung ist in vollem Gange. Das aktuell promi­nentes­te Modell der neuro­psycho­logi­schen Forschungs­richtung ist John Allan Hobsons Akti­vierungs-​Synthe­se-​Theorie (vgl. [Hobson 1989a]Hobson, J.A. (1989).
Sleep. New York: Scientific American Library.

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und [Hobson & McCarley 1977a]Hobson, J.A. & McCarley, R.W. (1977).
The brain as a dream-state generator: an activation-synthesis hypothesis oft he dream process. In American Journal of Psychiatry, 134, 1335-1348.

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); der aktuell promi­nentes­te Vertre­ter einer Richtung, die Neuro­psycho­logie und Psycho­ana­lyse verbin­det, ist Mark Solms (vgl. [Solms 1997a]Solms, M. (1997).
The neuropsychology of dreams. Mahwah (NJ): Lawrence Erlbaum.

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, [Solms 2000a]Solms, M. (2000).
Dreaming and REM sleep are controlled by different brain mechanisms. In Behavioral and Brain Sciences, 23, 843-850.

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, [Solms 2006a]Solms, M. (2006).
‚Traumdeutung‘ und Neurowissenschaften.
In Hundert Jahre ‚Traumdeutung‘ von Sigmund Freud, 101-120, 2., unveränderte Auflage.

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und [Schredl 2006a]Schredl, Michael (2006).
Experimentell-psychologische Traumforschung.
In Schlaf und Traum, 37-74.

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).


Das Traumbild in Alb­traum und Pavor noctur­nus

Albträume und insbesondere Pavor-​noctur­nus-​Träume sind nun einer­seits deshalb für die Frage nach dem Traumbild inte­ressant, weil sie die heuris­tische Korre­lation von Traumer­inne­rung und tatsäch­lichen Traum­(bildern) “entkop­peln” (vgl. [Roden­beck et al. 2006a]Rodenbeck, Andrea & Gruber-Rüther, Angelika & Rüther, Eckart (2006).
Affekte im Traum und Wacherleben – eine Affekthypothese des Traumes.
In Schlaf und Traum, 115-130.

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: S. 126), auf die sich Beha­vioris­mus und Neo-​Beha­vioris­mus bei ihrem Insis­tieren auf REM-​Schlaf-​Träume beru­fen. Damit passen sie einer psycho­ana­lyti­schen Theorie­perspek­tive ins Konzept, die aus der klini­schen Erfah­rung berich­tet, dass zum Beispiel bei „Insom­nie-​Patien­ten“ wie auch bei einer präva­lenten Diagno­se wie der Depres­sion häufig zunächst „jegli­che Traumer­inne­rung“ fehlt, so dass „die Betrof­fenen […] weder einen Traumin­halt noch einen Traumaf­fekt“ erin­nern – obwohl sich häufig heraus stellt, dass „gera­de die nicht erin­nerten Träume sowohl von großem diagnos­tischem Wert als auch von hoher thera­peuti­scher Bedeu­tung im psycho­ana­lyti­schen Verstän­dnis sind“ ([Roden­beck et al. 2006a]Rodenbeck, Andrea & Gruber-Rüther, Angelika & Rüther, Eckart (2006).
Affekte im Traum und Wacherleben – eine Affekthypothese des Traumes.
In Schlaf und Traum, 115-130.

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: S. 124, 126). Im Pavor noctur­nus, der ein nächtli­ches Auf­schrecken unter „Angst und Panik“, „mit Schreien, Weinen oder wildem Gesti­kulie­ren“ und körper­lichen Sympto­men wie „Mydri­asis [Pupil­lener­weiter­ung], Schwitzen, Herzra­sen, beschleu­nigter Atem­frequenz und Pilo­erek­tion [Gänse­haut]“ darstellt und der eine Präva­lenz von 3% der Gesamt­bevöl­kerung im Kindes­alter und von 1% im Erwach­senen­alter hat, ist der Betrof­fene am nächsten Tag oft nicht imstan­de, sich an „diese Horror­situ­ation zu erin­nern“ (hier und im Folgen­den [Kapfham­mer 2006a]Kapfhammer,Hans-Peter (2006).
Albtraum, Pavor nocturnus und andere Gespenster der Nacht.
In Schlaf und Traum, 171-200.

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: S. 173).
Es gelingt ihm nicht, einen Traum zu berich­ten, allen­falls erin­nert er weni­ge fragmen­tari­sche Ein­drücke des Gesche­hens. Pavor noctur­nus tritt meist im ersten Nacht­drittel auf, ist nicht an den REM-​Schlaf gekop­pelt, sondern mit dem Tiefschlaf der Phase 4 (slow wave sleep) asso­ziiert“.
Der typische Albtraum, der zur Sympto­matik einer posttrau­mati­schen Belas­tungsstö­rung zu zählen ist und „nicht selten von einem Gefühl der behin­derten Fluchtmög­lichkeit begleitet“ ist, ist dage­gen „vorran­gig an den REM-​Schlaf gebun­den“ – vorran­gig, aber keines­wegs aus­schließlich: „Ein Vorkom­men von typi­schen Angst­träumen ist auch in NREM-​Schlafsta­dien nachge­wiesen“ ([Kapf­hammer 2006a]Kapfhammer,Hans-Peter (2006).
Albtraum, Pavor nocturnus und andere Gespenster der Nacht.
In Schlaf und Traum, 171-200.

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: S. 187, 172 und 182; vgl. [Woodward et al. 2002a]Woodward, S.H. & Leskin, G.A. & Sheikh, J.I. (2002).
Movement during sleep: Associations with post-traumatic stress disorder, nightmares, and comorbid panic disorder. In Sleep, 25, 681-688.

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). Etwa 10-50% aller Drei- bis Sechsjäh­rigen haben gele­gentlich und 1-5% aller Erwach­senen haben mehrmals pro Woche und unter Umstän­den auf wieder­kehren­de Art und Weise solch ein :
angstvol­les Träumen, das Bilder­sequen­zen von Verfol­gung, Flucht, nahen­der Katas­trophe, exis­tenziel­ler Bedro­hung, von persön­licher Beschä­mung, sozi­aler Bloß­stellung oder unge­heuer­licher Verbots­über­tretung be­inhal­tet" ([Kapfham­mer 2006a]Kapfhammer,Hans-Peter (2006).
Albtraum, Pavor nocturnus und andere Gespenster der Nacht.
In Schlaf und Traum, 171-200.

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: S. 182).
Albträume und Pavor-nocturnus-​Träume sind ande­rerseits auch darin bemer­kenswert, dass sie sich rela­tiv schlecht in Freuds ursprüng­liche psycho­ana­lyti­sche Theorie des Traumes als „hallu­zinier­te Wunscher­füllung“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 136) fügten und ihn schließlich zu einer „Revi­sion der Traumleh­re“ zwangen ([Freud 1999b]Freud, Sigmund (1999).
Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 15. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 6ff.). Freuds «Traumdeu­tung» hatte 1900 den Wunsch defi­niert als Bestre­ben, eine Wahrneh­mung zu wieder­holen, die einst ein Befrie­digungs­erleb­nis war. Die hallu­zina­tori­sche Wieder­beset­zung einer gespei­cherten Wahrneh­mung sei in dieser Hinsicht
der kürzes­te Weg zur Wunscher­füllung. Es hindert uns nichts, einen primi­tiven Zustand des psychi­schen Appa­rats anzu­nehmen, in dem dieser Weg wirklich so began­gen wird, das Wünschen also in ein Hallu­zinie­ren ausläuft. Diese erste psychi­sche Tätig­keit zielt also auf eine Wahrneh­mungsiden­tität, nämlich auf die Wieder­holung jener Wahrneh­mung, welche mit der Befrie­digung des Bedürf­nisses ist ([Freud 1999c]Freud, Sigmund (1999).
Die Traumdeutung. Über den Traum. Gesammelte Werke. Bd. 2/3. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 571).
In der «Neuen Folge der Vorlesungen zur Einfüh­rung in die Psycho­ana­lyse» von 1933 weist Freud zwar einer­seits den Einwand zurück, Angstträu­me und Träume unan­geneh­men Inhalts oder richtig­gehen­de Albträu­me wider­sprächen der Wunscher­füllungs­these. Vielmehr sei es so, dass die unbe­wussten Wünsche, die zu jedem Traum beitra­gen ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 229f.), nämlich die „unver­gängli­chen, uner­füllten Triebwün­sche, die durchs ganze Leben die Ener­gie für die Traumbil­dung abge­ben“, sehr häufig von den „ersten Sexu­aler­lebnis­sen des Kindes“ herrüh­ren und „mit schmerzli­chen Ein­drücke von Angst, Verbot, Enttäu­schung und Bestra­fung verknüpft“ sind, so dass sie eben „in ihrem gewal­tigen Auftrieb auch das Mate­rial peinlich empfun­dener Bege­benhei­ten an die Ober­fläche drängen können“ ([Freud 1999b]Freud, Sigmund (1999).
Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 15. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 29f.). Nichtsdes­towe­niger, so Freud, ist „in der Art und Weise, wie dieses Mate­rial repro­duziert wird, die Bemü­hung der Traumar­beit unver­kennbar, die die Unlust durch Entstel­lung verleug­nen will“ ([Freud 1999b]Freud, Sigmund (1999).
Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 15. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 30). Doch ange­sichts trauma­tischer Träume, in denen zum Beispiel ein schweres Kriegstrau­ma wieder­kehrt, revi­diert Freud seine Wunscher­füllungs­these:
Bei den traumatischen Neurosen ist es anders, hier laufen die Träume regel­mäßig in Angstent­wicklung aus. Ich meine, wir sollen uns nicht scheuen zuzu­geste­hen, dass in diesem Falle die Funktion des Traumes versagt ([Freud 1999b]Freud, Sigmund (1999).
Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 15. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 30).
Der Traum, der „die Erin­nerungs­spuren der trauma­tischen Bege­benheit in eine Wunscher­füllung umwan­deln möchte“, versagt; er wird nicht zur Wunscher­füllung, sondern bleibt streng genommen nur „der Versuch einer Wunscher­füllung“ ([Freud 1999b]Freud, Sigmund (1999).
Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 15. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 30).


Das Traumbild in der Traum­theorie Sigmund Freuds

Für Freud, dessen Traumtheorie heute mit verschie­denen vor allem empi­risch-​klini­schen und neo-​beha­vioris­tischen Erklä­rungsan­sätzen konkur­riert (die Tabel­le 19 in [Schredl 2006a]Schredl, Michael (2006).
Experimentell-psychologische Traumforschung.
In Schlaf und Traum, 37-74.

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: S. 65 listet insge­samt neun davon), sind der Traum und seine Bilder „kein soma­tisches, sondern ein psychi­sches Phäno­men“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 97). Der Traum ist ein psychisch deter­minier­tes „neuro­tisches Symptom“, und die „Mecha­nismen der Traumbil­dung [sind] vorbild­lich für die Entste­hungswei­se der neuro­tischen Sympto­me“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 105ff., 79, 186). Wie Freud in der Vorbe­merkung zur ersten Auflage der «Traumdeu­tung» schreibt, hat der Traum daher einen
theore­tische[n] Wert als Para­digma, und wer sich die Entste­hung der Traumbil­der nicht zu erklä­ren weiß, wird sich auch um das Verständ­nis der Phobien, Zwangs- und Wahn­ideen, even­tuell um deren thera­peuti­sche Beein­flussung, vergeb­lich bemühen“ ([Freud 1999c]Freud, Sigmund (1999).
Die Traumdeutung. Über den Traum. Gesammelte Werke. Bd. 2/3. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. VII).
Die behauptete Wunscher­füllungs­inten­tion des Traums ist iden­tisch mit seiner Funktion, „Hüter des Schlafes“, nämlich „Besei­tiger von Schlafstö­rungen“ zu sein ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 130, 127): „Der Traum ist also die Art, wie die Seele auf die im Schlafzu­stand einwir­kenden Reize reagiert“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 86), nämlich indem er sie in das vorwie­gend visu­elle Traumer­leben einschmilzt. Dies können äuße­re Reize sein (Wecker­klingeln) oder inne­re, das heißt zum Beispiel unbe­wusste Triebwün­sche, bei denen es sich „vorwie­gend – aber wiede­rum nicht ausschließ­lich“ um sexu­elle Wünsche handelt, aber auch um Wünsche, die Ego­ismus oder Habgier betref­fen, genau­so inne­re Körper­reize wie Hunger, Durst oder körper­liche Beschwer­den ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 196, 127). Die Möglich­keit der Traumbe­einflus­sung durch äuße­re Reize jeden­falls wird durch die aktu­elle Schlaf- und Traumfor­schung bestä­tigt (vgl. [Strauch & Meier 2004a]Strauch, Inge & Meier, Barbara (2004).
Den Träumen auf der Spur. Bern u.a.: Huber, 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage.

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: S.: 171f.; [Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 88). Die unbe­wussten inne­ren Reize bilden für Freud den „Nabel des Traums“, aus dem der „Traumwunsch wie der Pilz aus seinem Myce­lium“ empor­wächst ([Freud 1999c]Freud, Sigmund (1999).
Die Traumdeutung. Über den Traum. Gesammelte Werke. Bd. 2/3. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 530).
Man erlebt vielerlei im Traum und glaubt daran, während man doch nichts erlebt als viel­leicht den einen stören­den Reiz. Man erlebt es vorwie­gend in visu­ellen Bildern; es können auch Gefüh­le dabei sein, auch Gedan­ken mitten­durch, aber vorwie­gend sind es doch Bilder. Ein Teil der Schwierig­keit des Traumer­zählens kommt daher, dass wir diese Bilder in Worte zu über­setzen haben. Ich könnte es zeichnen, sagt uns der Träumer oft, aber ich weiß nicht, wie ich es sagen soll. ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 86)
Eine Zeichnung allerdings würde laut Freud prima facie nichts aufklä­ren, denn die Zeichnung ist nicht als Abbild oder in ästhe­tischer Hinsicht ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 231f.), sondern primär als Zeichen, als „Bilder­rätsel (Rebus)“ zu verste­hen: „Man würde offen­bar in die Irre geführt, wenn man diese Zeichen nach ihrem Bilder­wert anstatt nach ihrer Zeichen­bezie­hung lesen wollte“ ([Freud 1999c]Freud, Sigmund (1999).
Die Traumdeutung. Über den Traum. Gesammelte Werke. Bd. 2/3. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 284).

Zugunsten des Schlafes führt der Traum die stets vorhan­denen inne­ren Reize mit dem tages­aktuell erin­nerten Gesche­hen vor dem Schlafen, den soge­nannten Tages­resten, zusam­men:

Etwas, was aus unse­rem bewuss­ten Leben stammt und dessen Charak­tere teilt – wir heißen es: Tages­reste – tritt mit etwas ande­rem aus jenem Reich des Unbe­wussten zur Traumbil­dung zusam­men. Zwischen diesen beiden Antei­len vollzieht sich die Traumar­beit ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 217).
Deshalb ist „der Traum als Ganzes der entstell­te Ersatz für etwas ande­res, Unbe­wusstes“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 112). Die Aufga­be der Traumdeu­tung ist, dieses Unbe­wusste ausfin­dig zu machen entlang der „lange[n] Kette von Asso­ziati­onen“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 115) dessen, der seinen Traum erin­nernd mithil­fe des Ana­lyti­kers rekon­struiert. Bei der Ana­lyse des Traums ist die Unter­scheidung mani­fest/la­tent grundle­gend:
Wir wollen das, was der Traum erzählt, den mani­festen Traumin­halt nennen, das Verbor­gene, zu dem wir durch die Verfol­gung der Einfäl­le kommen sollen, die laten­ten Traumge­danken“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 118).
Traum im eigentlichen Sinne ist der mani­feste Traumin­halt, der gleichwohl eine bloße „Fassa­de“ ist ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 184). Die soge­nannte „Traumar­beit“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 174) setzt die laten­ten Traumge­danken in den mani­festen Traum um. Die Traumar­beit wiede­rum kommt hauptsäch­lich durch die Traumzen­sur zustan­de: „Die Traum­zensur selbst ist der Urhe­ber oder einer der Urhe­ber der Traument­stellung“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 140f.). Inso­fern „der gegen seine Wünsche sich sträuben­de Träumer gleichzu­setzen ist einer Summa­tion von zwei geson­derten, aber irgend­wie innig verbun­denen Perso­nen“ ([Freud 1999a]Freud, Sigmund (1999).
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Gesammelte Werke Bd. 11. Frankfurt/M.: Fischer.

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: S. 224), kann der Traum außer einem erfüll­ten Wunsch auch das gegen­teilige Strafbe­dürfnis der Zensur­instanz zum Ausdruck bringen ([Freud 1999a