Bildhandeln: Unterschied zwischen den Versionen

Aus GIB - Glossar der Bildphilosophie
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==Das Verhältnis von Bild und Handeln==
 
 
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<!--Anmerkung zwischen <ref> und </ref> im laufenden Text-->
 
<!--Literaturverweise im laufenden Text <bib id='Jonas 61a'>Jonas 1961</bib> -->
 
<!--  ... id im Literaturverzeichnis nachsehen, gegebenenfalls neu einfügen -->
 
<!--  ... (siehe Link "Sammlung" in Bibliographie-Box -->
 
<!-- Bilder als thumbs einsetzen, Muster: [[Datei:Beispiel.png|thumb|Bildtitel]] -->
 
 
 
Bilder hängen nicht einfach nur an der Wand, sondern sind auf verschiedene Weisen mit verschiedenen Arten von Handlungen verknüpft bzw. in Handlungsvollzüge eingebettet. Der Terminus ‚Bildhandeln’ fasst die verschiedenen Handlungen zusammen, im Zuge derer Bilder geschaffen, rezipiert oder für diverse (meist kommunikative) Zwecke verwendet werden. Handlungstheorien des Bildes gehen je nach Erkenntnisinteresse von unterschiedlichen Fragestellungen aus und stellen dementsprechend je verschiedene Aspekte des Bildes und der beteiligten Handlungsvollzüge in den Vordergrund. Infolgedessen bieten sich die jeweiligen Ausgangsfragen als Einteilungsgrund für jene Theorien an.
 
 
 
In dieser Perspektive lassen sich im Wesentlichen vier (miteinander verbundene) Diskussionsfelder unterscheiden. Erstens wird das Bildschaffen (sowie die Rezeption von Bildern) unter anthropologischem Gesichtspunkt untersucht. Ausgehend von der Annahme, dass Bilder spezifisch menschliche Artefakte sind, wird dabei nach den anthropologischen Möglichkeitsbedingungen des Bildschaffens gefragt. Zweitens wird die Verschiedenheit möglicher kommunikativer Zwecke von Bildern herausgearbeitet. Drittens wird versucht, den Bildstatus und die Bildbedeutung(en) vermittels des Gebrauchs der Bilder zu begründen. Viertens wird der Umgang mit interaktiven Bildern wie Computerspielen, (Computer )Simulationen oder dem Handeln in virtuellen Realitäten untersucht.
 
 
 
=====Engere Begriffsbestimmung(en)=====
 
 
 
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====== Zur anthropologische Rolle des Bildschaffens – der homo pictor ======
 
 
 
Bilder sind Artefakte und verweisen damit immer auf jemanden, der sie geschaffen hat (siehe Artikel [[Bildherstellung]]). Gerade in einer anthropologischen Perspektive wird geltend gemacht, dass das Herstellen von Bildern – das ‚Bilden’ – eine spezifisch menschliche Tätigkeit sei und dementsprechend angesichts von Bildern immer auf einen menschlichen Schöpfer dieser Bilder geschlossen werden kann. Einflußreich ist in diesem Zusammenhang Hans Jonas’ Rede vom homo pictor [<bib id='Jonas 1963'></bib>; vgl. auch die Aufsätze in <bib id='Boehm 2001a'></bib>]. Ihm gilt vor allem die Bildkompetenz als Fähigkeit zum Herstellen und Rezipieren von Bildern als spezifisch menschliche Fähigkeit, anhand derer dieser von anderen Lebewesen unterschieden werden kann. Als Bedingungen der Möglichkeit jenes ‚Bildvermögens’ und damit der Bildherstellung macht Jonas die Einbildungskraft oder Imaginationsfähigkeit sowie die Fähigkeit zur Abstraktion aus. -- Das Interesse richtet sich hier somit auf ein Bildhandeln als Aktualisierung eines Bildvermögens als spezifisch menschlicher Fähigkeit.
 
 
 
====== Bilder als Werkzeuge – die Vielfalt kommunikativer Zwecke ======
 
 
 
Die anthropologische Perspektive begnügt sich mit der Beobachtung, dass überhaupt Bilder hergestellt werden. Artefakte werden aber gewöhnlich zu einem bestimmten Zweck oder ggf. zu bestimmten Zwecken geschaffen. Naheliegendes Beispiel dafür sind Werkzeuge. Zwar kann man sicherlich auch das Production Design eines Hammers, einer Säge usw. bewundern oder verabscheuen, aber üblicherweise beurteilt man derartige Gegenstände danach, inwieweit sie ihren Zweck erfüllen. In Analogie zu Werkzeugen kann man nach den Funktionen oder Zwecken von Bildern fragen. Freilich können (ästhetische) Bilder auch ein Wohlgefallen oder ähnliches auslösen, aber das wäre in dieser Perspektive nur eine Funktion neben anderen.
 
 
 
Es lässt sich eine Vielzahl möglicher Funktionen von Bildern ausmachen. Beispielsweise unterscheidet <bib id='Doelker 2001a'></bib> die simulative, die registrative, die mimetische, die explikative, die diegetische, die dekorative, die phatische, die ontische, die appelative und die energetische Funktion voneinander. Die Liste ließe sich sicherlich noch erweitern, ebenso wie die Funktionen anders eingeteilt werden können. Hier kommt es nur darauf an, dass die Bilder qua Bilder diese Funktionen ausüben, also ihr Bildstatus vorausgesetzt wird.
 
 
 
Ein solches Bildhandeln bezieht sich nicht auf das Bild als physischen Gegenstand, also nicht auf den Bildträger, sondern – in der Terminologie Husserls – auf das Bildobjekt. Dabei wird Husserls Unterscheidung von Bild( träger), Bildobjekt (die bildliche Darstellung) und Bildsujet (dem Referenten) vorausgesetzt [vgl. <bib id='Husserl 1980a'></bib>: S. 19 f.], die in der aktuellen Bildphilosophie insbesondere von Lambert Wiesing und Silvia Seja stark gemacht wird (vgl. <bib id='Wiesing 2004a'></bib>: S. 118 ff. und <bib id='Seja 2009a'></bib>: bes. 13 und 121 f.). Die Anwendung dieser Trichotomie setzt allerdings die Entscheidung, ob es sich um ein Bild handelt als bereits beantwortet voraus. In diesem Sinne ist hier das Bildhandeln gewissermaßen ein nachträgliches, insofern der Bildstatus unabhängig von dem Gebrauch des Gegenstandes als Bild ist. Im Anschluss an Wiesing bezeichnet Seja derartige Ansätze als ‚Pragmatismus des Bildes’ in Abgrenzung zur ‚Pragmatik des Bildes’ (vgl. <bib id='Wiesing 2004a'></bib> und <bib id='Seja 2009a'></bib>: 11 ff. et passim), welche die folgende Gruppe ausmacht.
 
 
 
====== Gebrauchsabhängigkeit des Bildstatus und der Bildbedeutung ======
 
 
 
Die von der Werkzeuganalogie ausgehenden Ansätze thematisieren gewissermaßen ein nachträgliches Bildhandeln, insofern die Bildfunktionen und der entsprechende Umgang mit Bildern den Bildstatus als gegeben voraussetzen. Im Rahmen eines solchen ‚Pragmatismus des Bildes’ sind nur die nachträglichen Bildhandlungen gebrauchsabhängig. Dagegen gilt der ‚Pragmatik des Bildes’ bereits der Bildstatus selber sowie die Bezugnahme des Bildes auf das Dargestellte als gebrauchsabhängig.
 
 
 
Gerade in der analytisch geprägten Bildphilosophie gibt es eine Vielzahl von Ansätzen, die ausgehend von handlungstheoretischen Sprachphilosophien den Bildstatus und die Bildbedeutung auf spezifische Formen des Bildhandelns zurückführen. In diese Richtung gehen z.B. die Überlegungen Oliver Scholz’, wenn er behauptet: „Ob, wie und was ein Gebilde darstellt, hängt zumindest teilweise davon ab, Menschen mit ihm umgehen.“ [<bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 139; vgl. auch ebd.: S. 137] Jene Gebrauchs- oder Verwendungsabhängigkeit des Bildes beschreibt Scholz vermittels einer Übertragung von Wittgensteins Sprachspiel-Konzeption auf Bilder: „Bilder sind in Bildspiele, Bildspiele in Lebensformen eingebettet.“ [<bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 158] Im Anschluss an Wittgenstein betont er die Vielfältigkeit solcher Bildspiele und eine (zumindest weitgehende) Unabhängigkeit der Verwendung von den Eigenschaften des Bildes selber:
 
 
 
:„Was man mit einem Bild machen kann, ist nicht durch seine Beschaffenheit für alle Zeit festgelegt. Insbesondere kann ein und derselbe Bildträger bei verschiedenen Gelegenheiten in verschiedenen kommunikativen Rollen verwendet werden.“ [<bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 162]
 
 
 
Die Bildverwendungen interpretiert er dabei als regelgeleitet. Sein nicht näher erläuterter Regelbegriff scheint dabei der Sprechakttheorie näher zu stehen als der Sprachspielkonzeption Wittgensteins [vgl. <bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 160 ff.].
 
 
 
Abgesehen von Scholz’ regelorientiertem, konventionalistisch gedeutetem Begriff des Bildspiels lassen sich im Wesentlichen drei Ansätze ausmachen, die den Bildstatus und die Bildbedeutung auf den Gebrauch zurückführen. Diese Ansätze unterscheiden sich dahingehend, ob sie dabei (vorrangig) vom (a) Bildrezipienten, vom (b) Bildproduzenten oder von der (c) Kommunikation ausgehen.
 
 
 
 
 
''a) Rezipientenorientierte Perspektive – Bildspiel des make-believe''
 
  
Kendall Walton schließt (ähnlich wie Scholz) an Wittgensteins Begriff des Sprachspiels an, wenn er behauptet, dass der Bildstatus sowie die Bedeutung von Bildern davon abhängen, dass wir mit ihnen ‚Bildspiele’ (pictorial games) spielen – wenngleich er sich (anders als Scholz) nicht explizit auf Wittgenstein bezieht. Das Bildspiel im Sinne Waltons zeichnet sich dadurch aus, dass wir so tun als ob, wir vor dem (abgebildeten) Gegenstand selbst ständen.
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Bilder hängen nicht einfach nur an der Wand, sondern sind auf ver&shy;schie&shy;dene Weisen mit ver&shy;schie&shy;denen Arten von Hand&shy;lungen ver&shy;knüpft bzw. in Hand&shy;lungs&shy;voll&shy;züge ein&shy;ge&shy;bettet. Der Ter&shy;minus ‘Bild&shy;handeln’ fasst die ver&shy;schie&shy;denen Hand&shy;lungen zu&shy;sammen, im Zuge derer Bilder ge&shy;schaffen, rezi&shy;piert oder für di&shy;verse (meist kommu&shy;nika&shy;tive) Zwecke ver&shy;wendet werden. Hand&shy;lungs&shy;theo&shy;rien des Bildes gehen je nach Er&shy;kennt&shy;nis&shy;inte&shy;resse von unter&shy;schied&shy;lichen Frage&shy;stel&shy;lungen aus und stellen dem&shy;ent&shy;spre&shy;chend je ver&shy;schie&shy;dene Aspek&shy;te des Bildes und der be&shy;tei&shy;ligten Hand&shy;lungs&shy;voll&shy;züge in den Vorder&shy;grund. In&shy;folge&shy;dessen bieten sich die je&shy;wei&shy;ligen Aus&shy;gangs&shy;fragen als Ein&shy;tei&shy;lungs&shy;grund für jene Theo&shy;rien an.
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In dieser Perspektive lassen sich im Wesent&shy;lichen vier (mit&shy;einan&shy;der ver&shy;bundene) Dis&shy;kus&shy;sions&shy;felder unter&shy;scheiden. Erstens wird das Bild&shy;schaffen (sowie die Re&shy;zep&shy;tion von Bildern) unter anthro&shy;polo&shy;gischem Gesichts&shy;punkt unter&shy;sucht. Aus&shy;gehend von der An&shy;nahme, dass Bilder spezi&shy;fisch mensch&shy;liche Arte&shy;fakte sind, wird dabei nach den anthro&shy;polo&shy;gischen Mög&shy;lich&shy;keits&shy;be&shy;dingun&shy;gen des Bild&shy;schaffens ge&shy;fragt. Zwei&shy;tens wird die Ver&shy;schie&shy;den&shy;heit mög&shy;licher kommu&shy;nika&shy;tiver Zwecke von Bildern heraus&shy;gear&shy;beitet. Drittens wird ver&shy;sucht, den Bild&shy;status und die Bild&shy;bedeu&shy;tung(en) ver&shy;mittels des Gebrauchs der Bilder zu be&shy;gründen. Viertens wird der Um&shy;gang mit [[Interaktives Bild|inter&shy;aktiven Bildern]] wie Com&shy;puter&shy;spielen, (Com&shy;puter-)[[Simulation|Simu&shy;lati&shy;onen]] oder dem Handeln in virtu&shy;ellen Rea&shy;litä&shy;ten unter&shy;sucht (⊳ [[Cyberspace|Cyber&shy;space]]).
  
:„[T]he use of pictures in visual games is in a certain way prior to their possession of semantic content. It is nearly always by using pictures in make-believe that we ascertain what ‚information’ they contain, what propositions they pick out.“ [<bib id='Walton 1990a'></bib>: S. 351]
 
  
Für Kendall Walton [<bib id='Walton 1973a'></bib> und <bib id='Walton 1990a'></bib>] hängen der Bildstatus wie auch die Bedeutung eines Bildes somit nicht so sehr von Eigenschaften des Gegenstandes ab, sondern von der Rezeption des Gegenstandes als Bild. Dieses Spiel des make-believe vergleicht Walton (<bib id='Walton 1973a'></bib>: S. 287) mit Kinderspielen wie dem Sandkuchenbacken.
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==Perspektiven auf das Verhältnis von Bild und Handeln==
  
:„Der Clou von Waltons Überlegungen besteht darin, in unserem Umgang und das heißt insbesondere: in unserer Rede über Bilder die ‚Essenz’ von Bildern zu sehen.(<bib id='Steinbrenner 2009a'></bib>: S. 295)
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=== Zur anthropologischen Rolle des Bild&shy;schaffens – der »homo pictor« ===
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Bilder sind Artefakte und verweisen damit immer auf jeman&shy;den, der sie ge&shy;schaffen hat (⊳ [[Bildherstellung|Bild&shy;her&shy;stel&shy;lung]]). Gerade in einer anthro&shy;polo&shy;gischen Perspek&shy;tive wird geltend gemacht, dass das Her&shy;stellen von Bildern – das ''Bilden'' eine spezifisch mensch&shy;liche Tätig&shy;keit sei und dem&shy;ent&shy;sprechend ange&shy;sichts von Bildern immer auf einen menschl&shy;ichen Schöpfer dieser Bilder ge&shy;schlossen werden kann. Ein&shy;fluss&shy;reich ist in diesem Zu&shy;sammen&shy;hang Hans Jonas’ Rede vom ‘homo pictor’ (<bib id='Jonas 1961a'></bib>; vgl. auch die Aufsätze in <bib id='Boehm 2001a'></bib>). Ihm gilt vor allem die Bild&shy;kompe&shy;tenz im Sinne der Fähig&shy;keit zum Her&shy;stellen und Rezi&shy;pieren von Bildern als spezi&shy;fisch mensch&shy;liche Fähig&shy;keit, an&shy;hand derer dieser von ande&shy;ren Lebe&shy;wesen unter&shy;schieden werden kann. Als Bedin&shy;gungen der Mög&shy;lichkeit jenes ''Bild&shy;vermögens'' und damit der Bild&shy;her&shy;stel&shy;lung macht Jonas die [[Einbildungskraft|Ein&shy;bildungs&shy;kraft]] oder Ima&shy;gina&shy;tions&shy;fähig&shy;keit sowie die Fähig&shy;keit zur [[Abstraktion|Abstrak&shy;tion]] aus. Das Inte&shy;resse richtet sich hier somit auf ein Bild&shy;handeln als Aktu&shy;ali&shy;sierung eines Bild&shy;vermö&shy;gens als spezi&shy;fisch mensch&shy;licher Fähig&shy;keit (⊳ [[Bildanthropologie|Bild&shy;anthro&shy;polo&shy;gie]]).
  
Die kritische Beurteilung von Waltons Ansatz hängt davon ab, wie der ‚Umgang’ mit Bildern gedeutet wird. Deutet man den Umgang wie Steinbrenner primär als ‚Rede über Bilder’, dann ist dieser Umgang intersubjektiv zugänglich und Teil einer sozialen Praxis. Allerdings sind Bilder dann (bis zu einem gewissen Grad) sprachabhängig, insofern Bilder im Rahmen einer solchen Perspektive nur ‚bedeuten’ können, was auch sprachlich formulierbar ist. Deutet man dagegen den ‚Umgang’ mit Bildern als kogntive Akte, wie Seja es Walton unterstellt, dann lässt sich Wittgensteins Privatsprachenargument gegen Waltons Ansatz in Stellung bringen (vgl. <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 34 ff. und <bib id='Bryson 2001a'></bib>: S. 69 ff.). In seiner Übertragung des Privatsprachen-Arguments auf die Bildrezeption betont Bryson heraus, dass es intersubjektiv feststellbare Kriterien für eine (angemessene) Bildrezeption geben müsse, weshalb die Bildrezeption kaum in privaten Empfindungen und rein privaten kognitiven Akten bestehen könne.
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=== Bilder als Werkzeuge – die Vielfalt kom&shy;mu&shy;ni&shy;ka&shy;ti&shy;ver Zwecke ===
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Die anthropologische Perspektive begnügt sich mit der Be&shy;ob&shy;ach&shy;tung, dass über&shy;haupt Bilder her&shy;ge&shy;stellt werden. Arte&shy;fakte werden aber gewöhn&shy;lich zu einem be&shy;stimm&shy;ten Zweck oder ggf. zu meh&shy;reren be&shy;stimm&shy;ten Zwecken ge&shy;schaffen. Nahe&shy;liegen&shy;des Bei&shy;spiel da&shy;für sind Wer&shy;kzeuge. Zwar kann man sicher&shy;lich auch das “Produc&shy;tion Design” eines Hammers, einer Säge usw. be&shy;wundern oder ver&shy;ab&shy;scheuen, aber üb&shy;licher&shy;weise be&shy;urteilt man der&shy;ar&shy;tige Gegen&shy;stände da&shy;nach, in&shy;wie&shy;weit sie ihren Zweck er&shy;füllen. In Ana&shy;logie zu Wer&shy;kzeugen kann man nach den Funk&shy;tionen oder Zwecken von Bildern fragen. Frei&shy;lich können (äst&shy;hetische) Bilder auch ein Wohl&shy;gefal&shy;len oder Ähn&shy;liches aus&shy;lösen, aber das wäre in dieser Perspek&shy;tive nur eine Funktion neben anderen.
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Es lässt sich eine Vielzahl mög&shy;licher Funk&shy;tionen von Bildern aus&shy;machen. Bei&shy;spiels&shy;weise unter&shy;scheidet Christian Doelker die simu&shy;lative, die re&shy;gistra&shy;tive, die mime&shy;tische, die expli&shy;kative, die diege&shy;tische, die deko&shy;rative, die phati&shy;sche, die on&shy;tische, die appela&shy;tive und die ener&shy;getische Funktion von&shy;ein&shy;ander (vgl. <bib id='Doelker 2001a'></bib>). Die Liste ließe sich sicher&shy;lich noch erwei&shy;tern, eben&shy;so wie die Funk&shy;tionen anders ein&shy;ge&shy;teilt werden können. Hier kommt es nur da&shy;rauf an, dass die Bilder qua Bilder diese Funk&shy;tionen aus&shy;üben, also ihr Bild&shy;status voraus&shy;gesetzt wird.  
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Ein solches Bildhandeln bezieht sich nicht auf das Bild als physi&shy;schen Gegen&shy;stand, also nicht auf den ''[[Bildträger|Bild&shy;träger]]'', sondern – in der Ter&shy;mino&shy;logie Husserls – auf das ''Bild&shy;objekt''. Dabei wird Husserls Unter&shy;scheidung von ''Bild(-träger)'', ''Bild&shy;objekt'' (die bild&shy;liche [[Darstellung|Dar&shy;stel&shy;lung]]) und ''Bildsujet'' (dem [[Referenz|Re&shy;feren&shy;ten]]) voraus&shy;gesetzt (vgl. <bib id='Husserl 1980a'></bib>: S. 19f.), die in der aktuellen Bild&shy;philo&shy;sophie ins&shy;beson&shy;dere von Lambert Wiesing und Silvia Seja stark gemacht wird (vgl. <bib id='Wiesing 2004a'></bib>: S. 118ff. und <bib id='Seja 2009a'></bib>: bes. S. 13 und 121f.). Die An&shy;wen&shy;dung dieser Tri&shy;choto&shy;mie setzt aller&shy;dings die Ent&shy;scheidung, ob es sich um ein Bild handelt, als bereits be&shy;ant&shy;wortet voraus. In diesem Sinne ist hier das Bild&shy;handeln ge&shy;wisser&shy;maßen ein ''nach&shy;träg&shy;liches'', inso&shy;fern der Bild&shy;status un&shy;ab&shy;hängig davon ist, dass der Gegen&shy;stand ''als'' Bild ge&shy;braucht wird. Im An&shy;schluss an Wiesing be&shy;zeichnet Seja derar&shy;tige An&shy;sätze als ‘Prag&shy;matis&shy;mus des Bildes’ in Ab&shy;gren&shy;zung zur ‘[[Pragmatik|Prag&shy;matik]] des Bildes’ (vgl. <bib id='Wiesing 2004a'></bib> und <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 11ff. et passim), welche die folgende Gruppe ausmacht.
  
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=== Gebrauchsabhängigkeit des Bild&shy;status und der Bild&shy;be&shy;deu&shy;tung ===
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Die von der Werkzeuganalogie ausgehenden Ansätze thema&shy;tisie&shy;ren gewisser&shy;maßen ein nach&shy;träg&shy;liches Bild&shy;handeln, inso&shy;fern die Bild&shy;funk&shy;tionen und der ent&shy;sprechen&shy;de Um&shy;gang mit Bildern den Bild&shy;status als gege&shy;ben voraus&shy;setzen. Im Rahmen eines solchen „Pragma&shy;tismus des Bildes“ sind nur die nach&shy;träg&shy;lichen Bild&shy;hand&shy;lungen ge&shy;brauchs&shy;ab&shy;hängig. Dage&shy;gen gilt der „Prag&shy;matik des Bildes“ bereits der Bild&shy;status selber sowie die Bezug&shy;nahme des Bildes auf das Dar&shy;ge&shy;stell&shy;te als ge&shy;brauchs&shy;abhän&shy;gig.
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Gerade in der analytisch geprägten Bild&shy;philo&shy;sophie gibt es eine Viel&shy;zahl von An&shy;sätzen, die aus&shy;gehend von hand&shy;lungs&shy;theo&shy;reti&shy;schen Sprach&shy;philo&shy;sophien den Bild&shy;status und die Bild&shy;bedeu&shy;tung auf spezi&shy;fische Formen des Bild&shy;handelns zurück&shy;führen. In diese Richtung gehen z.B. die Über&shy;legun&shy;gen Oliver Scholz’, wenn er be&shy;haup&shy;tet: „Ob, wie und was ein Gebilde dar&shy;stellt, hängt zumin&shy;dest teil&shy;weise davon ab, wie Menschen mit ihm um&shy;gehen.“ (<bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 139; vgl. auch ebd.: S. 137). Jene Ge&shy;brauchs- oder Ver&shy;wen&shy;dungs&shy;ab&shy;hängig&shy;keit des Bildes be&shy;schreibt Scholz ver&shy;mittels einer Über&shy;tragung von Witt&shy;gen&shy;steins Sprach&shy;spiel-Konzep&shy;tion auf Bilder: „Bilder sind in Bild&shy;spiele, Bild&shy;spiele in [[Weltbild, Lebensform|Lebens&shy;formen]] ein&shy;gebet&shy;tet.“ (<bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 158). Im An&shy;schluss an Witt&shy;gen&shy;stein be&shy;tont er die Viel&shy;fältig&shy;keit solcher Bild&shy;spiele und eine (zu&shy;mindest weit&shy;gehende) Un&shy;ab&shy;hängig&shy;keit der Ver&shy;wendung von den Eigen&shy;schaften des Bildes selber:
  
''b) Produzentenorientierte Perspektive – Intentionen und Bildakte''
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:''Was man mit einem Bild machen kann, ist nicht durch seine Be&shy;schaffen&shy;heit für alle Zeit fest&shy;gelegt. Ins&shy;beson&shy;dere kann ein und der&shy;selbe Bild&shy;träger bei ver&shy;schie&shy;denen Gele&shy;genhei&shy;ten in ver&shy;schiede&shy;nen kommu&shy;nika&shy;tiven Rollen ver&shy;wendet werden.'' (<bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 162)
  
Ansätze, die nicht von der Rezeption, sondern entweder vom Bildproduzenten oder von demjenigen ausgehen, der das Bild ‚ins Spiel bringt’, schließen in der Regel an die Sprechakttheorie Searles an. Ihr Interesse gilt dabei hauptsächlich nicht-verbalen illokutionären Akten, die sie wie Searle (und anders als Austin) intentionalistisch begründen. Zunächst gestattet die Annahme illokutionärer Bildakte eine Erweiterung von ähnlichkeitstheoretischen oder konventionalistischen Bildtheorien um die pragmatische Dimension [vgl. für die Ähnlichkeitstheorie David <bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 7 f. und 67 und für Goodmans Konventionalismus Søren <bib id='Kjørup 1978'></bib>: S. 56].
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Die Bildverwendungen interpretiert er dabei als regel&shy;gelei&shy;tet. Sein nicht näher er&shy;läuter&shy;ter Regel&shy;begriff scheint dabei der Sprech&shy;akt&shy;theorie näher zu stehen als der Sprach&shy;spiel&shy;konzep&shy;tion Witt&shy;gen&shy;steins (vgl. <bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 160ff.).  
  
Auf den ersten Blick scheint sich Novitz mit einer pragmatischen Erweiterung seiner Ähnlichkeitstheorie zu begnügen, während der Bildstatus einzig von seiner Ähnlichkeitstheorie abhängt. Darauf deutet jedenfalls seine Unterscheidung zwischen Bild und Gebrauch des Bildes (picture-use distinction) hin. „To sketch or depict is one thing, to use the sketch another.“ [<bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 67] Diese Unterscheidung legt nahe, dass für Novitz der Bildstatus (Herstellung des Bildes sowie seine Abbildungsfunktion) unabhängig vom nachträglichen Gebrauch des Bildes ist. Demzufolge wird nur die illokutionäre Kraft des Bildes durch den Gebrauch und vor allem durch die Intentionen des Benutzers konstituiert – „how it is meant to be taken“. (<bib id='Novitz 1977'></bib>: S.71)
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Abgesehen von Scholz’ regelorientiertem, kon&shy;ven&shy;tiona&shy;listisch gedeu&shy;tetem Begriff des Bild&shy;spiels lassen sich im Wesent&shy;lichen drei An&shy;sätze aus&shy;machen, die den Bild&shy;status und die Bild&shy;bedeu&shy;tung auf den Gebrauch zurück&shy;führen. Diese Ansätze unter&shy;scheiden sich dahin&shy;gehend, ob sie da&shy;bei (vor&shy;rangig) vom (a) Bild&shy;rezi&shy;pienten, vom (b) Bild&shy;produ&shy;zenten oder von der (c) Kommu&shy;nika&shy;tion aus&shy;gehen.
  
Die sich in seiner Bild-Gebrauch-Unterscheidung andeutende Unabhängigkeit von Bildstatus und Gebrauch weicht Novitz jedoch immer weiter auf. Zwar begründet Novitz die Abbildungsfunktion und damit den Bildstatus mit der visuellen Ähnlichkeit: „a picture must look like whatever it is a picture of“. (<bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 103) <ref>Zu Novitz’ Erörterung der Ähnlichkeitstheorie zur Bestimmung des Bezugs eines Bildes vgl. <bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 10 ff.</ref> Allerdings führt er letztlich seinen Ähnlichkeitsbegriff auf Intentionen des Bildherstellers zurück. Da alles allem in irgendeiner Hinsicht ähnelt, müssen Ähnlichkeitshinsichten ausgezeichnet werden, soll die Ähnlichkeitsbehauptung nicht trivial sein. Die Auswahl der relevanten Hinsichten erfolgt laut Novitz [<bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 13-16] nach den Wünschen und Intentionen des Bildherstellers. Die Erkenn- bzw. Kommunizierbarkeit dieser Intentionen sieht Novitz durch die Verwendung von Konventionen gewährleistet (vgl. <bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 45-49).
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:a) ''Rezipientenorientierte Perspektive – Bild&shy;spiel des make-believe'':  
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Kendall Walton schließt (ähnlich wie Scholz) an Witt&shy;gen&shy;steins Begriff des Sprach&shy;spiels an, wenn er be&shy;haup&shy;tet, dass der Bild&shy;status so&shy;wie die Be&shy;deu&shy;tung von Bil&shy;dern da&shy;von ab&shy;hängen, dass wir mit ihnen ''Bild&shy;spiele'' (pictorial games) spielen – wenn&shy;gleich er sich (anders als Scholz) nicht ex&shy;plizit auf Witt&shy;gen&shy;stein be&shy;zieht. Das Bild&shy;spiel im Sinne Waltons zeichnet sich da&shy;durch aus, dass wir ''so tun, als ob'', wir vor dem (ab&shy;gebil&shy;deten) Gegenstand selbst ständen.
  
Letztlich führt Novitz sowohl die illokutionären Akte als auch die den Bildstatus konstituierende Ähnlichkeit auf Intentionen zurück. Damit beginnt seine Unterscheidung zwischen Bild und Gebrauch bereits zu schwanken. Sie stürzt endgültig ein, wenn er die bildliche Darstellung (depicting) als intentionale Aktivität (intentional activity) beschreibt [Vgl. <bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 10 sowie 8 und 69]. Dementsprechend betont Novitz, dass Bilder nur für etwas stehen (also etwas denotieren), wenn sie zu diesem Zwecke gebraucht werden.
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:''[T]he use of pictures in visual games is in a certain way prior to their possession of semantic content. It is nearly always by using pictures in make-believe that we ascertain what “in&shy;forma&shy;tion” they contain, what propositions they pick out.'' (<bib id='Walton 1990a'></bib>: S. 351)
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Für Walton hängen der Bildstatus wie auch die Be&shy;deu&shy;tung eines Bildes somit nicht so sehr von Eigen&shy;schaften des Gegen&shy;standes ab, sondern von der [[Rezeption|Re&shy;zep&shy;tion]] des Gegen&shy;standes als Bild (vgl. <bib id='Walton 1973a'></bib> und <bib id='Walton 1990a'></bib>).
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:''Der Clou von Waltons Überlegungen besteht darin, in unse&shy;rem Um&shy;gang – und das heißt ins&shy;beson&shy;dere: in unserer Rede über Bilder – die “Essenz” von Bildern zu sehen.'' (<bib id='Steinbrenner 2009a'></bib>: S. 295)
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Die kritische Beurteilung von Waltons Ansatz hängt davon ab, wie der „Umgang“ mit Bildern gedeutet wird. Deutet man den Um&shy;gang wie Stein&shy;brenner primär als „Rede über Bilder“, dann ist dieser Um&shy;gang inter&shy;subjek&shy;tiv zu&shy;gäng&shy;lich und Teil einer sozia&shy;len Praxis. Aller&shy;dings sind Bilder dann (bis zu einem gewis&shy;sen Grad) sprach&shy;abhängig, inso&shy;fern Bilder im Rahmen einer solchen Per&shy;spek&shy;tive nur ''be&shy;deuten'' können, was auch sprach&shy;lich formu&shy;lier&shy;bar ist. Deutet man dagegen den „Um&shy;gang“ mit Bildern als kogni&shy;tive Akte, wie Seja es Walton unter&shy;stellt, dann lässt sich Witt&shy;gen&shy;steins Privat&shy;sprachen&shy;argument gegen Waltons An&shy;satz in Stel&shy;lung bringen (vgl. <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 34ff. und <bib id='Bryson 2001a'></bib>: S. 69ff.). In seiner Über&shy;tragung des Privat&shy;sprachen&shy;arguments auf die Bild&shy;rezep&shy;tion betont Bryson, dass es inter&shy;subjek&shy;tiv fest&shy;stell&shy;bare Kri&shy;terien für eine (an&shy;ge&shy;mes&shy;sene) Bild&shy;rezep&shy;tion geben müsse, wes&shy;halb die Bild&shy;rezep&shy;tion kaum in pri&shy;vaten Emp&shy;findun&shy;gen und rein pri&shy;vaten kogni&shy;tiven Akten bestehen könne.
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:b) ''Produzentenorientierte Perspektive – In&shy;ten&shy;tio&shy;nen und Bild&shy;akte''
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Ansätze, die nicht von der Rezeption, sondern ent&shy;weder vom Bild&shy;produ&shy;zenten oder von dem&shy;jeni&shy;gen aus&shy;gehen, der das Bild “ins Spiel bringt”, schließen in der Regel an die Sprech&shy;akt&shy;theorie Searles an. Ihr Inte&shy;resse gilt dabei haupt&shy;säch&shy;lich nicht-verba&shy;len [[Illokution|illo&shy;kutio&shy;nären]] Akten, die sie wie Searle (und anders als Austin) inten&shy;tiona&shy;listisch be&shy;gründen. Zu&shy;nächst ge&shy;stattet die An&shy;nahme illo&shy;kutio&shy;närer Bild&shy;akte eine Er&shy;weite&shy;rung von [[Ähnlichkeit|ähn&shy;lich&shy;keits&shy;theo&shy;reti&shy;schen]] oder kon&shy;ven&shy;tio&shy;nali&shy;stischen Bild&shy;theorien um die prag&shy;matische Dimen&shy;sion (vgl. für die Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;theorie <bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 7f. und 67 und für Good&shy;mans Kon&shy;ven&shy;tiona&shy;lismus <bib id='Kjørup 1978a'></bib>: S. 56).
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Auf den ersten Blick scheint sich David Novitz mit einer prag&shy;mati&shy;schen Er&shy;weite&shy;rung seiner Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;theorie zu begnü&shy;gen, wäh&shy;rend der Bild&shy;status ein&shy;zig von seiner Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;theo&shy;rie ab&shy;hängt. Da&shy;rauf deutet jeden&shy;falls seine Unter&shy;scheidung zwischen Bild und Ge&shy;brauch des Bildes (''picture-use distinction'') hin. „To sketch or depict is one thing, to use the sketch another.“ (<bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 67). Diese Unter&shy;schei&shy;dung legt nahe, dass für Novitz der Bild&shy;status (Her&shy;stellung des Bildes sowie seine Ab&shy;bil&shy;dungs&shy;funk&shy;tion) un&shy;ab&shy;hängig vom nach&shy;träg&shy;lichen Ge&shy;brauch des Bildes ist. Demzu&shy;folge wird nur die illo&shy;kutio&shy;näre Kraft des Bildes durch den Ge&shy;brauch und vor allem durch die Inten&shy;tionen des Benut&shy;zers konsti&shy;tuiert – „how it is meant to be taken“ (<bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 71).
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Die sich in seiner Bild-Gebrauch-Unter&shy;schei&shy;dung an&shy;deu&shy;tende Un&shy;ab&shy;hängig&shy;keit von Bild&shy;status und Ge&shy;brauch weicht Novitz je&shy;doch immer weiter auf. Zwar be&shy;gründet er die Ab&shy;bil&shy;dungs&shy;funktion und da&shy;mit den Bild&shy;status mit der visu&shy;ellen Ähn&shy;lich&shy;keit: „a picture must look like whatever it is a picture of“ (<bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 103).<ref> Zu Novitz’ Er&shy;örte&shy;rung der Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;theo&shy;rie zur Bestim&shy;mung des Be&shy;zugs eines Bil&shy;des vgl. <bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 10ff.</ref> Aller&shy;dings führt er letzt&shy;lich seinen Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;begriff auf Inten&shy;tionen des Bild&shy;her&shy;stellers zurück. Da alles allem in irgend&shy;einer Hin&shy;sicht ähnelt, müssen Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;hin&shy;sichten als rele&shy;vant aus&shy;gezeich&shy;net werden, soll die Ähn&shy;lich&shy;keits&shy;behaup&shy;tung nicht tri&shy;vial sein. Die Aus&shy;wahl der rele&shy;vanten Hin&shy;sichten er&shy;folgt laut Novitz (<bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 13-16) nach den Wün&shy;schen und Inten&shy;tionen des Bild&shy;her&shy;stellers. Die Er&shy;kenn- bzw. Kommu&shy;nizier&shy;bar&shy;keit dieser Inten&shy;tionen sieht Novitz durch die Ver&shy;wen&shy;dung von Kon&shy;ven&shy;tionen ge&shy;währ&shy;leistet (vgl. <bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 45-49).
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Letztlich führt Novitz sowohl die illo&shy;kutio&shy;nären Akte als auch die den Bild&shy;status konsti&shy;tuie&shy;rende Ähn&shy;lich&shy;keit auf In&shy;ten&shy;tionen zurück. Damit be&shy;ginnt seine Unter&shy;scheidung zwischen Bild und Ge&shy;brauch be&shy;reits zu schwanken. Sie stürzt end&shy;gültig ein, wenn er die bild&shy;liche Dar&shy;stellung (''depicting'') als inten&shy;tionale Akti&shy;vität (''intentional activity'') be&shy;schreibt (vgl. <bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 8, 10 sowie 69). Dem&shy;ent&shy;spre&shy;chend be&shy;tont Novitz, dass Bilder nur für etwas stehen (also etwas deno&shy;tieren), wenn sie zu diesem Zwecke ge&shy;braucht werden.
  
:[…] they are made to stand for things: they are used in a very spezial way – either as a substitute for, in the place of, or instead of something or other. It is not as if we have a world of artefacts which stand for other things without being used to do so.(<bib id='Novitz 1977'></bib>: S. 6)
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:''[…] they are made to stand for things: they are used in a very special way – either as a substitute for, in the place of, or instead of something or other. It is not as if we have a world of artefacts which stand for other things without being used to do so.'' (<bib id='Novitz 1977a'></bib>: S. 6)
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Somit hängt für Novitz letztlich auch der Bild&shy;status vom Ge&shy;brauch ab, wo&shy;durch er seine Bild-Ge&shy;brauch-Unter&shy;scheidung selbst unter&shy;läuft. Das be&shy;deutet aber nicht – wie Seja be&shy;hauptet –, dass damit die „Zu&shy;schrei&shy;bung der illo&shy;kutio&shy;nären Rolle des Ab&shy;bil&shy;dens mit der Zu&shy;schreibung des Bild&shy;status iden&shy;tisch“ (<bib id='Seja 2009a'></bib>: S.  86) ist. Viel&shy;mehr gilt Novitz die Ab&shy;bildung als Sache des [[Proposition|pro&shy;posi&shy;tiona&shy;len]] Ge&shy;halts (In&shy;di&shy;ka&shy;tion und Att&shy;ri&shy;bu&shy;tion), wo&shy;rauf illo&shy;kutio&shy;näre Akte (im Sinne weiter&shy;gehen&shy;der Funk&shy;tionen des Bildes wie ‘War&shy;nen’, ‘Illus&shy;trieren’ usw.) auf&shy;bauen. Damit schließt Novitz an die in der Sprech&shy;akt&shy;theorie unter&shy;schiede&shy;nen Dimen&shy;sionen der Be&shy;deu&shy;tung an. Ähn&shy;lich wie ein Sprech&shy;akt weist auch ein Bild&shy;akt nicht eine uni&shy;voke Be&shy;deu&shy;tung auf, sondern viel&shy;mehr ver&shy;schiede&shy;ne in&shy;ein&shy;ander&shy;greifen&shy;de Be&shy;deutun&shy;gen, die (bei Searle, Novitz und Kjørup) je&shy;weils durch Inten&shy;tionen konsti&shy;tuiert werden. Aus dem gleichen Grund ver&shy;fehlt auch Sejas Kritik Kjørups Ansatz (vgl. <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 17, 73 und 84). Auch gegen Søren Kjørup wendet sie ein, dass man im Rahmen seiner Theorie dem Bild keine andere illo&shy;kutio&shy;näre Rolle als die der bild&shy;lichen Dar&shy;stellung zu&shy;schreiben könne, ohne den Bild&shy;status auf&shy;zu&shy;heben. Der Ein&shy;wand Sejas be&shy;ruht auf der fal&shy;schen An&shy;nahme, dass für ihn der Bild&shy;status eine spezi&shy;fische illo&shy;kutio&shy;näre Rolle dar&shy;stellt. Sie über&shy;sieht, dass im Rahmen von Kjørups an der Sprech&shy;akt&shy;theorie orien&shy;tiertem An&shy;satz die bild&shy;liche Dar&shy;stellung und damit der Bild&shy;status durch den propo&shy;sitio&shy;nalen Gehalt und eben nicht durch den illo&shy;kutio&shy;nären Akt fest&shy;gelegt wird. Denn Novitz wie auch Kjørup über&shy;nehmen Searles Diffe&shy;renzie&shy;rung von Dimen&shy;sionen eines Sprech&shy;aktes und über&shy;tragen diese auf Bilder.
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Dementsprechend unterscheiden sie den loku&shy;tionä&shy;ren Bild&shy;akt, den propo&shy;sitio&shy;nalen Gehalt und den illo&shy;kutio&shy;nären Akt von&shy;ein&shy;ander (vgl. <bib id='Kjørup 1978a'></bib>: S. 61-66).<ref>Austins und Searles per&shy;lo&shy;ku&shy;tio&shy;nä&shy;rer Akt (im Sin&shy;ne nicht-kon&shy;ven&shy;tio&shy;na&shy;li&shy;sier&shy;ter Wir&shy;kun&shy;gen ei&shy;nes Bil&shy;des) fin&shy;det im Rah&shy;men der Bild&shy;theo&shy;rien No&shy;vitz’ und Kjø&shy;rups kei&shy;ne nen&shy;nens&shy;wer&shy;te Be&shy;rück&shy;sich&shy;ti&shy;gung, zu&shy;mal die von Austin und Searle an&shy;ge&shy;nom&shy;me&shy;nen Kri&shy;te&shy;rien zur Un&shy;ter&shy;schei&shy;dung von Il&shy;lo&shy;ku&shy;tion und Per&shy;lo&shy;ku&shy;tion nicht oh&shy;ne Wei&shy;te&shy;res auf Bil&shy;der über&shy;trag&shy;bar sind.</ref> Der loku&shy;tionä&shy;re Akt be&shy;steht ledig&shy;lich in der Prä&shy;senta&shy;tion des Bildes. Der pro&shy;posi&shy;tiona&shy;le Ge&shy;halt um&shy;fasst die [[Nomination|Re&shy;fe&shy;renz]] und die [[Prädikation|Prä&shy;di&shy;ka&shy;tion]] des Bildes, wo&shy;bei mit Re&shy;fe&shy;renz die Be&shy;zug&shy;nahme des Bildes auf das Dar&shy;gestell&shy;te ge&shy;meint ist und mittels der Prä&shy;dika&shy;tion dem Bezugs&shy;objekt Eigen&shy;schaften zuge&shy;schrieben werden. Der illo&shy;kutio&shy;näre Akt be&shy;trifft den Zweck oder die Funk&shy;tion des Bildes, z.B. kann ein Bild dazu ge&shy;braucht werden, etwas zu illus&shy;trieren, man kann aber auch jeman&shy;den mittels des Bildes eines Hundes vor dem Wach&shy;hund warnen usw.
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Indem Novitz und vor allem Kjørup Searles Sprech&shy;akt&shy;theo&shy;rie auf Bil&shy;der über&shy;tragen, über&shy;nehmen sie aller&shy;dings auch dessen Inten&shy;tiona&shy;lismus. Das Haupt&shy;problem der An&shy;sätze Novitz’ und Kjørups liegt auch weni&shy;ger in der An&shy;nahme, dass ihnen der Bild&shy;status als gebrauchs&shy;abhän&shy;gig gilt, sondern viel&shy;mehr in der inten&shy;tiona&shy;listischen Be&shy;gründung des Bild&shy;status und der Bild&shy;bedeu&shy;tung. Damit stellt sich näm&shy;lich die Frage nach der Er&shy;kenn&shy;bar&shy;keit der frag&shy;lichen Inten&shy;tionen.<ref>Zu den Prob&shy;le&shy;men in&shy;ten&shy;tio&shy;na&shy;lis&shy;ti&shy;scher An&shy;sätze vgl. <bib id='Black 1972a'></bib>: S.  112 und <bib id='Scholz 2004a'></bib>: S. 141ff.</ref>
  
Somit hängt für Novitz letztlich auch der Bildstatus vom Gebrauch ab, wodurch er seine picture-use-Unterscheidung selbst unterläuft. Das bedeutet aber nicht – wie Seja behauptet –, dass damit die „Zuschreibung der illokutionären Rolle des Abbildens mit der Zuschreibung des Bildstatus identisch“ [<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 86] ist. Vielmehr gilt Novitz die Abbildung als Sache des propositionalen Gehalts (Indikation und Attribution), worauf illokutionäre Akte (im Sinne weitergehender Funktionen des Bildes wie Warnen, Illustrieren usw.) aufbauen. Damit schließt Novitz an die in der Sprechakttheorie unterschiedenen Dimensionen der Bedeutung an. Ähnlich wie ein Sprechakt weist auch ein Bildakt nicht eine univoke Bedeutung auf, sondern vielmehr verschiedene ineinandergreifende Bedeutungen, die (bei Searle, Novitz und Kjørup) jeweils durch Intentionen konstituiert werden.
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:c) ''Kommunikationsorientierte Perspektive – Tri&shy;angu&shy;lation''
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Sofern die Rezeptionsakte wie auch die Inten&shy;tionen als pri&shy;vate, men&shy;tale Zu&shy;stände kon&shy;zipiert werden, werfen sie das Problem ihrer inter&shy;subjek&shy;tiven Erkenn&shy;bar&shy;keit auf. Dieses Problem stellt sich nicht für An&shy;sätze, welche von der Kommu&shy;nika&shy;tion als Ganzer aus&shy;gehen statt von einem ihrer Pole. In eine solche Rich&shy;tung geht der Ansatz von Matthias Vogel, der David&shy;sons Modell der Tri&shy;angu&shy;lation auf nicht-sprach&shy;liche Medien erweitert.
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Als ‘Triangulation’ bezeichnet Davidson die wechsel&shy;seitige Inter&shy;preta&shy;tion der Han&shy;delnden und deren Inter&shy;aktion mit ihrem Gegen&shy;stands&shy;bereich. Die so ver&shy;stan&shy;dene Tri&shy;angu&shy;lation ist nach David&shy;son nötig, um Gedan&shy;ken und Sprache einen spezi&shy;fischen (propo&shy;sitio&shy;nalen) Gehalt zu ver&shy;leihen.
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:''Ohne diese Gemeinsamkeit der Reaktionen auf ge&shy;mein&shy;same Reize hätten Denken und Reden keinen spezi&shy;fischen In&shy;halt das heißt, sie hätten gar keinen Inhalt. Um der Ur&shy;sache eines Ge&shy;dankens einen Ort zuzu&shy;schreiben und so seinen In&shy;halt zu bestimmen, sind zwei Stand&shy;punkte nötig. Diesen Vorgang können wir uns als eine Art Tri&shy;angu&shy;lation vor&shy;stellen: Jede der beiden Per&shy;sonen re&shy;agiert unter&shy;schied&shy;lich auf Sinnes&shy;reize, die aus einer bestimm&shy;ten Rich&shy;tung heran&shy;strömen. Proji&shy;zieren wir die heran&shy;kommenden Linien nach außen, ist ihr Schnitt&shy;punkt die gemein&shy;same Ur&shy;sache. Bemer&shy;ken die beiden Per&shy;sonen nun die Re&shy;akti&shy;onen des jeweils anderen (im Fall der Sprache: die ver&shy;balen Re&shy;akti&shy;onen), kann jeder von ihnen diese be&shy;obach&shy;teten Re&shy;akti&shy;onen zu den eigenen, von der Welt her&shy;kommen&shy;den Reizen in Bezie&shy;hung setzen. Jetzt kann die gemein&shy;same Ur&shy;sache den In&shy;halt einer Äuße&shy;rung und eines Gedan&shy;kens bestim&shy;men. Das Drei&shy;eck, das dem Denken und Sprechen Inhalt ver&shy;leiht, ist ab&shy;ge&shy;schlossen. Aber um eine Tri&shy;angu&shy;lation vorzu&shy;nehmen, muß man zu zweit sein.'' (<bib id='Davidson 2004a'></bib>: S. 351f.)
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Vogel begreift Davidsons Triangulation als ›basale Sprach&shy;er&shy;werbs&shy;situ&shy;ation‹ und er&shy;weitert das Modell, in&shy;dem er auch nicht-sprach&shy;liche Medien integ&shy;riert (vgl. hier&shy;zu und zum Fol&shy;genden <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 120ff.). [[Interaktion und Kommunikation|Kommu&shy;nika&shy;tion]] wird dabei als Ko&shy;opera&shy;tion ver&shy;standen, im Zuge derer die Kommu&shy;nizie&shy;renden ihre Hand&shy;lungen wechsel&shy;seitig inter&shy;pretie&shy;ren und auf&shy;einan&shy;der an&shy;passen. Je nach Zu&shy;verläs&shy;sig&shy;keit der Re&shy;akti&shy;onen stabi&shy;lisie&shy;ren sich bestim&shy;mte Äuße&shy;rungs&shy;typen und -muster. Wie David&shy;son nimmt Vogel dabei an, dass Gedan&shy;ken aller&shy;erst durch die Sprache indi&shy;vidu&shy;iert werden können: „Ehe durch Komm&shy;unika&shy;tion mit einem ande&shy;ren eine Grund&shy;linie fest&shy;gelegt ist, ist es witz&shy;los zu sagen, die eige&shy;nen Gedan&shy;ken oder Worte hätten einen pro&shy;posi&shy;tiona&shy;len In&shy;halt.“ (<bib id='Davidson 2004a'></bib>: S. 352). Den sprach&shy;philo&shy;sophi&shy;schen Gedan&shy;ken David&shy;sons weitet er aller&shy;dings medien&shy;theore&shy;tisch aus: Ihm gelten Medien als konsti&shy;tutive Mittel zur Indi&shy;vidu&shy;ierung von Gedan&shy;ken (vgl. <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 132). Er nimmt auch nicht&shy;sprach&shy;liche Gedan&shy;ken an, „die mit&shy;hilfe nicht&shy;sprach&shy;licher Medien indi&shy;vidu&shy;iert und kommu&shy;niziert werden können“ ( <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 119).
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Vogels Adaption des Tri&shy;angu&shy;lations&shy;modells ist offen&shy;sicht&shy;lich zu&shy;nächst medien&shy;un&shy;spezi&shy;fisch. Sein Modell ist weder dazu ge&shy;dacht noch dazu ge&shy;eignet, den Bild&shy;begriff zu defi&shy;nieren oder den Bild&shy;status zu be&shy;gründen. Zweck des Modells ist die Er&shy;läute&shy;rung medial ver&shy;mittelter Kommu&shy;nika&shy;tion – un&shy;abhän&shy;gig davon, ob es sich um sprach&shy;liche, bild&shy;hafte oder sonsti&shy;ge Medien handelt, wobei Vogel einen hand&shy;lungs&shy;theo&shy;reti&shy;schen Medien&shy;begriff voraus&shy;setzt:
  
Indem Novitz und vor allem Kjørup Searles Sprechakttheorie auf Bilder übertragen, übernehmen sie nicht nur dessen Intentionalismus, sondern auch seine Differenzierung von Dimensionen eines Sprechaktes bzw. Bildaktes. Dementsprechend unterscheiden sie den lokutionären Bildakt, den propositionalen Gehalt und den illokutionären Akt voneinander. [vgl. <bib id='Kjørup 1978'></bib>: S. 61-66] <ref>Austins und Searles perlokutionärer Akt (im Sinne nicht-konventionalisierter Wirkungen eines Bildes) findet im Rahmen der Bildtheorien Novitz’ und Kjørups keine nennenswerte Berücksichtigung, zumal die von Austin und Searle angenommenen Kriterien zur Unterscheidung von Illokution und Perlokution nicht ohne Weiteres auf Bilder übertragbar sind.</ref> Der lokutionäre Akt besteht lediglich in der Präsentation des Bildes. Der propositionale Gehalt umfasst die Referenz und die Prädikation des Bildes, wobei mit Referenz die Bezugnahme des Bildes auf das Dargestellte gemeint ist und mittels der Prädikation dem Bezugsobjekt Eigenschaften zugeschrieben werden. Der illokutionäre Akt betrifft den Zweck oder Funktion des Bildes, z.B. kann ein Bild dazu gebraucht werden, etwas zu illustrieren, man kann aber auch jemanden mittels des Bildes eines Hundes vor dem Wachhund warnen usw.
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:''Medien […] sind nicht primär Dinge, Instru&shy;mente, Werk&shy;zeuge oder Mate&shy;ria&shy;lien, sondern sie sind primär Mengen von Tätig&shy;keits&shy;typen, die in einer kommu&shy;nika&shy;tiven Praxis etab&shy;liert sind und tradiert werden. Dabei sind die Tätig&shy;keiten auf die Her&shy;stellung sinn&shy;lich wahr&shy;nehm&shy;barer Zu&shy;stände oder Ereig&shy;nisse gerichtet […].'' (<bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 130)
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Für die Zuschreibung verschiedener illokutionärer Akte muss der Bildstatus vorausgesetzt werden. Ausgehend davon wendet Seja [<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 17, 73 und 84] gegen Kjørups Bildtheorie ein, dass man im Rahmen seiner Theorie dem Bild keine andere illokutionäre Rolle als die der bildlichen Darstellung zuschreiben könne, ohne den Bildstatus aufzuheben. Der Einwand Sejas beruht allerdings auf der falschen Annahme, dass für ihn der Bildstatus eine spezifische illokutionäre Rolle darstellt. Sie übersieht, dass im Rahmen von Kjørups an der Sprechakttheorie orientiertem Ansatz, die bildliche Darstellung und damit der Bildstatus durch den propositionalen Gehalt und eben nicht durch den illokutionären Akt festgelegt wird.
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Dabei unterscheidet Vogel Medien erster von denen zwei&shy;ter und höhe&shy;rer Ord&shy;nung (vgl. <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 132f.). Zu den Medien erster Ord&shy;nung zählt er nicht&shy;sprach&shy;liche Medien wie Musik, Male&shy;rei, Tanz usw. so&shy;wie sprach&shy;liche Medien. Den natür&shy;lichen Sprachen kommt dabei eine beson&shy;dere Rolle zu, inso&shy;fern insti&shy;tutio&shy;nelle Ein&shy;richtun&shy;gen und vor allem die Medien höhe&shy;rer Ord&shy;nung auf ihnen be&shy;ruhen. Medien höhe&shy;rer Ord&shy;nung wie die Noten&shy;schrift oder das Morse&shy;alphabet beru&shy;hen auf ex&shy;pliziten Zu&shy;ord&shy;nungs&shy;vor&shy;schrif&shy;ten und sind damit sprach&shy;ab&shy;hängig: „In jedem Fall aber bleiben mediale Konstel&shy;latio&shy;nen in den Medien höherer Ord&shy;nung auf das Gedan&shy;ken-In&shy;divi&shy;duie&shy;rungs-Po&shy;ten&shy;zial der Medien erster Ord&shy;nung ange&shy;wiesen […].“ (<bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 133). Zwar be&shy;ruhen die hö&shy;heren Medien auf natür&shy;lichen Sprachen, aber nicht die bild&shy;haften Medien (erster Ord&shy;nung). Viel&shy;mehr be&shy;tont Vogel die Ei&shy;gen&shy;ständig&shy;keit bild&shy;lichen Medien gegen&shy;über sprach&shy;lichen Medien (vgl. <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 116ff., sowie [[Notation|Nota&shy;tion]]).
  
Das Hauptproblem der Ansätze Novitz’ und Kjørups liegt auch weniger in der Annahme, dass ihnen der Bildstatus als gebrauchsabhängig gilt, sondern vielmehr in der intentionalistische Begründung des Bildstatus und der Bildbedeutung. Damit stellt sich nämlich die Frage nach der Erkennbarkeit der fraglichen Intentionen [zu den Problemen intentionalistischer Ansätze vgl. <bib id='Black 1972'></bib>: S.  112 und <bib id='Scholz 2004a'></bib>: S.  141 ff.]
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=== Umgang mit interaktiven Bildern – Probehandlungen und Simulationen ===
  
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Computerspiele, Simulationen und soge&shy;nannte virtu&shy;elle Reali&shy;täten ermög&shy;lichen ein Bild&shy;handeln von einer völlig anderen Quali&shy;tät als die bisher skiz&shy;zierten Fälle. Sowohl die von Seja als pragma&shy;tistisch als auch die von ihr als prag&shy;matisch bezeich&shy;neten Verwen&shy;dungen von Bildern lassen die gebrauch&shy;ten Bilder – sofern sie ein&shy;mal ge&shy;schaffen sind – unver&shy;ändert. Dage&shy;gen ermög&shy;lichen Com&shy;puter&shy;spiele, Simu&shy;latio&shy;nen und virtu&shy;elle Reali&shy;täten einen inter&shy;aktiven Umgang mit Bildern. Der Benut&shy;zer rezi&shy;piert oder inter&shy;pretiert die Bilder nicht ein&shy;fach, sondern wirkt verän&shy;dernd auf sie ein. Ent&shy;sprechend geht es hier&shy;bei auch nicht mehr um sta&shy;tische, sondern um dyna&shy;mische oder inter&shy;aktive Bilder (⊳ [[Interaktives Bild|Inter&shy;akti&shy;ves Bild]]). Anders als das tradi&shy;tionel&shy;le Tafel&shy;bild ermög&shy;lichen der&shy;artige Bilder eine spezi&shy;fische ''Hand&shy;hab&shy;bar&shy;keit'' (vgl. <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 152).
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Das durch die drei genannten Arten dyna&shy;mischer Bilder er&shy;mög&shy;lichte Bild&shy;handeln beschreibt Seja mittels des Freud’schen Ter&shy;minus der ‘Probe&shy;hand&shy;lung’ (<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 156ff.). Damit be&shy;zeichnet sie „Hand&shy;lungen […], die keine Aus&shy;wirkun&shy;gen in der aktu&shy;ellen Wirk&shy;lich&shy;keit haben […]“ (<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 157), sondern nur ‘Quasi-Folgen’. Noch nicht ent&shy;schieden ist die Frage, ob Simu&shy;lati&shy;onen und ähn&shy;liche Probe&shy;hand&shy;lungen als [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem|Zeichen&shy;hand&shy;lungen]] oder als symbol&shy;freie Hand&shy;lungen zu be&shy;schreiben sind (vgl. dazu <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 182ff.; dort auch wei&shy;tere Lite&shy;ratur&shy;angaben).
  
''c) Kommunikationsorientierte Perspektive – Triangulation''
 
  
Sofern die Rezeptionsakte wie auch die Intentionen als private, mentale Zustände konzipiert werden, werfen sie das Problem ihrer intersubjektiven Erkennbarkeit auf. Dieses Problem stellt sich nicht für Ansätze, welche von der Kommunikation als ganzer ausgehen statt von einem ihrer Pole. In eine solche Richtung geht der Ansatz von Matthias Vogel, der Davidsons Modell der Triangulation auf nicht-sprachliche Medien erweitert.
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==Verhältnis zu anderen bild&shy;theo&shy;reti&shy;schen Be&shy;griffen==
 
 
Als ›Triangulation‹ bezeichnet Davidson die wechselseitige Interpretation der Handelnden und deren Interaktion mit ihrem Gegenstandsbereich. Die so verstandene Triangulation ist nach Davidson nötig, um Gedanken und Sprache einen spezifischen (propositionalen) Gehalt zu verleihen.
 
 
 
:„Ohne diese Gemeinsamkeit der Reaktionen auf gemeinsame Reize hätten Denken und Reden keinen spezifischen Inhalt – das heißt, sie hätten gar keinen Inhalt. Um der Ursache eines Gedankens einen Ort zuzuschreiben und so seinen Inhalt zu bestimmen, sind zwei Standpunkte nötig. Diesen Vorgang können wir uns als eine Art Triangulation vorstellen: Jede der beiden Personen reagiert unterschiedlich auf Sinnesreize, die aus einer bestimmten Richtung heranströmen. Projizieren wir die herankommenden Linien nach außen, ist ihr Schnittpunkt die gemeinsame Ursache. Bemerken die beiden Personen nun die Reaktionen des jeweils anderen (im Fall der Sprache: die verbalen Reaktionen), kann jeder von ihnen diese beobachteten Reaktionen zu den eigenen, von der Welt herkommenden Reizen in Beziehung setzen. Jetzt kann die gemeinsame Ursache den Inhalt einer Äußerung und eines Gedankens bestimmen. Das Dreieck, das dem Denken und Sprechen Inhalt verleiht, ist abgeschlossen. Aber um eine Triangulation vorzunehmen, muß man zu zweit sein.“ (<bib id='Davidson 2004a'></bib>: S. 351 f.)
 
 
 
Vogel begreift Davidsons Triangulation als ›basale Spracherwerbssituation‹ und erweitert das Modell, indem er auch nicht-sprachliche Medien integriert (Vgl. hierzu und zum Folgenden <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 120 ff.). Kommunikation wird dabei als Kooperation verstanden, im Zuge derer die Kommunizierenden ihre Handlungen wechselseitig interpretieren und aufeinander anpassen. Je nach Zuverlässigkeit der Reaktionen stabilisieren sich bestimmte Äußerungstypen und  muster. Wie Davidson nimmt Vogel dabei an, dass Gedanken allererst durch die Sprache individuiert werden können. „Ehe durch Kommunikation mit einem anderen eine Grundlinie festgelegt ist, ist es witzlos zu sagen, die eigenen Gedanken oder Worte hätten einen propositionalen Inhalt.“ (<bib id='Davidson 2004a'></bib>: S. 352) Den sprachphilosophischen Gedanken Davidsons weitet er allerdings medientheoretisch aus: Ihm gelten Medien als konstitutive Mittel zur Individuierung von Gedanken (vgl. <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 132). Er nimmt auch nichtsprachliche Gedanken an, „die mithilfe nichtsprachlicher Medien individuiert und kommuniziert werden können“. ( <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 119)
 
 
 
Vogels Adaption des Triangulationsmodells ist offensichtlich zunächst medienunspezifisch. Sein Modell ist weder dazu gedacht noch dazu geeignet, den Bildbegriff zu definieren oder den Bildstatus zu begründen. Zweck des Modells ist die Erläuterung medial vermittelter Kommunikation – unabhängig davon, ob es sich um sprachliche, bildhafte oder sonstige Medien handelt. Dabei setzt Vogel einen handlungstheoretischen Medienbegriff voraus:
 
 
 
:„Medien […] sind nicht primär Dinge, Instrumente, Werkzeuge oder Materialien, sondern sie sind primär Mengen von Tätigkeitstypen, die in einer kommunikativen Praxis etabliert sind und tradiert werden. Dabei sind die Tätigkeiten auf die Herstellung sinnlich wahrnehmbarer Zustände oder Ereignisse gerichtet […].“ ( <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 130)
 
 
 
Dabei unterscheidet Vogel Medien erster von denen und höherer Ordnung (vgl.  <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 132 f.). Zu den Medien erster Ordnung zählt er nichtsprachliche Medien wie Musik, Malerei, Tanz usw. sowie sprachliche Medien. Den natürlichen Sprachen kommt dabei eine besondere Rolle zu, insofern institutionelle Einrichtungen und vor allem die Medien höherer Ordnung auf ihnen beruhen. Medien höherer Ordnung wie die Notenschrift oder das Morsealphabet beruhen auf expliziten Zuordnungsvorschriften und sind damit sprachabhängig. „In jedem Fall aber bleiben mediale Konstellationen in den Medien höherer Ordnung auf das Gedanken-Individuierungs-Potenzial der Medien erster Ordnung angewiesen […].“ ( <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 133) Zwar beruhen die höheren Medien auf natürlichen Sprachen, aber nicht die bildhaften Medien (erster Ordnung). Vielmehr betont Vogel die Eigenständigkeit bildlichen Medien gegenüber sprachlichen Medien (vgl. <bib id='Vogel 2003a'></bib>: S. 116 ff.).
 
 
 
====== Umgang mit interaktiven Bildern – Probehandlungen und Simulationen ======
 
 
 
Computerspiele, Simulationen und sogenannte virtuelle Realitäten ermöglichen ein Bildhandeln von einer völlig anderen Qualität als die bisher skizzierten Fälle. Sowohl die von Seja als pragmatistisch als auch die als pragmatisch bezeichneten Verwendungen von Bildern lassen die gebrauchten Bilder – sofern sie einmal geschaffen sind – unverändert. Dagegen ermöglichen Computerspiele, Simulationen und virtuelle Realitäten einen interaktiven Umgang mit Bildern. Der Benutzer rezipiert oder interpretiert die Bilder nicht einfach, sondern wirkt verändernd auf sie ein. Entsprechend geht es hierbei auch nicht mehr um statische, sondern um dynamische oder interaktive Bilder (siehe [[Interaktives Bild]]). Anders als das traditionelle Tafelbild ermöglichen derartige Bilder eine spezifische ‚Handhabbarkeit’ (<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 152).
 
 
 
Das durch die drei genannten Arten dynamischer Bilder ermöglichte Bildhandeln beschreibt Seja mittels des Freudschen Terminus der ‚Probehandlung’ (<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 156 ff.). Damit bezeichnet sie „Handlungen […], die keine Auswirkungen in der aktuellen Wirklichkeit haben […]“ (<bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 157), sondern nur ‚Quasi-Folgen’. Noch nicht entschieden ist die Frage, ob Simulationen und ähnliche Probehandlungen als Zeichenhandlungen oder als symbolfreie Handlungen zu beschreiben sind (vgl. dazu <bib id='Seja 2009a'></bib>: S. 182 ff.; dort auch weitere Literaturangaben).
 
 
 
=====Auswirkungen auf andere Begriffe=====
 
 
 
<!--Hier die entsprechende Textpassage einfügen-->
 
 
 
Die verschiedenen Bestimmungen und Arten von Bildhandeln wirken sich auf verschiedene Begriffe aus. So steht der anthropologische Begriff von 'Bilden' in einem engen Zusammenhang mit dem Begriff der [[Bildherstellung]] und der [[Bildkompetenz]]. Das am Werkzeugbegriff orientierte Verständnis von Bildhandeln betrifft die [[Pragmatik]] des Bildes. Das Gleiche gilt auch für die Gebrauchstheorien des Bildes. Darüber hinaus wirken sich diese aber auch auf den Bildbegriff selbst aus, insofern sie den Status eines Gegenstandes als Bild von dem Gebrauch des Gegenstandes ''als Bild'' abhängig machen. Das Bildhandeln als Umgang mit interaktiven Bildern wie Computerspielen oder Simulationen ([[Simulation]]) wie auch dem Handeln in oder mit virtuellen Realitäten ([[Virtualität]]) wirkt sich augenscheinlich auf das Verständnis eben dieser Begriffe bzw. der durch sie bezeichneten Phänomene aus.
 
  
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Die verschiedenen Bestimmungen und Arten von Bild&shy;handeln be&shy;leuchten (zum Teil) sehr unter&shy;schied&shy;liche Aspekte von Bildern und des Um&shy;gangs mit ihnen. Dem&shy;ent&shy;sprechend ver&shy;weisen die skizzier&shy;ten An&shy;sätze auf unter&shy;schied&shy;liche Dis&shy;kussio&shy;nen inner&shy;halb der Bild&shy;wissen&shy;schaft (siehe die Links unten).
  
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{{GlossarSiehe}}
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* [[Abstraktion]]
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* [[Ähnlichkeit]]
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* [[Auswirkungen der Bildlichkeit]]
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* [[Bildakt-Theorie]]
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* [[Bildanthropologie]]
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* [[Bildherstellung]]
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* [[Bildträger]]
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* [[Cyberspace]]
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* [[Einbildungskraft]]
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* [[Illokution]]
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* [[Interaktion und Kommunikation]]
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* [[Interaktives Bild]]
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* [[Nomination]]
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* [[Notation]]
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* [[Pragmatik]]
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* [[Prädikation]]
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* [[Proposition]]
 +
* [[Rezeption]]
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* [[Simulation]]
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* [[Virtualität]]
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* [[Weltbild, Lebensform]]
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* [[Zeichen, Zeichenträger, Zeichensystem]]
  
 
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* [[Benutzer:Mark A. Halawa|Halawa, Mark]]
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<!--Das war's-->

Aktuelle Version vom 15. Dezember 2019, 01:58 Uhr

Unterpunkt zu: Bildpragmatik


Das Verhältnis von Bild und Handeln

Bilder hängen nicht einfach nur an der Wand, sondern sind auf ver­schie­dene Weisen mit ver­schie­denen Arten von Hand­lungen ver­knüpft bzw. in Hand­lungs­voll­züge ein­ge­bettet. Der Ter­minus ‘Bild­handeln’ fasst die ver­schie­denen Hand­lungen zu­sammen, im Zuge derer Bilder ge­schaffen, rezi­piert oder für di­verse (meist kommu­nika­tive) Zwecke ver­wendet werden. Hand­lungs­theo­rien des Bildes gehen je nach Er­kennt­nis­inte­resse von unter­schied­lichen Frage­stel­lungen aus und stellen dem­ent­spre­chend je ver­schie­dene Aspek­te des Bildes und der be­tei­ligten Hand­lungs­voll­züge in den Vorder­grund. In­folge­dessen bieten sich die je­wei­ligen Aus­gangs­fragen als Ein­tei­lungs­grund für jene Theo­rien an.

In dieser Perspektive lassen sich im Wesent­lichen vier (mit­einan­der ver­bundene) Dis­kus­sions­felder unter­scheiden. Erstens wird das Bild­schaffen (sowie die Re­zep­tion von Bildern) unter anthro­polo­gischem Gesichts­punkt unter­sucht. Aus­gehend von der An­nahme, dass Bilder spezi­fisch mensch­liche Arte­fakte sind, wird dabei nach den anthro­polo­gischen Mög­lich­keits­be­dingun­gen des Bild­schaffens ge­fragt. Zwei­tens wird die Ver­schie­den­heit mög­licher kommu­nika­tiver Zwecke von Bildern heraus­gear­beitet. Drittens wird ver­sucht, den Bild­status und die Bild­bedeu­tung(en) ver­mittels des Gebrauchs der Bilder zu be­gründen. Viertens wird der Um­gang mit inter­aktiven Bildern wie Com­puter­spielen, (Com­puter-)Simu­lati­onen oder dem Handeln in virtu­ellen Rea­litä­ten unter­sucht (⊳ Cyber­space).


Perspektiven auf das Verhältnis von Bild und Handeln

Zur anthropologischen Rolle des Bild­schaffens – der »homo pictor«

Bilder sind Artefakte und verweisen damit immer auf jeman­den, der sie ge­schaffen hat (⊳ Bild­her­stel­lung). Gerade in einer anthro­polo­gischen Perspek­tive wird geltend gemacht, dass das Her­stellen von Bildern – das Bilden – eine spezifisch mensch­liche Tätig­keit sei und dem­ent­sprechend ange­sichts von Bildern immer auf einen menschl­ichen Schöpfer dieser Bilder ge­schlossen werden kann. Ein­fluss­reich ist in diesem Zu­sammen­hang Hans Jonas’ Rede vom ‘homo pictor’ ([Jonas 1961a]Jonas, Hans (1961).
Die Freiheit des Bildens – Homo pictor und die differentia des Menschen. In Zeitschrift für Philosophische Forschung, 15, 161–176, Wieder abgedruckt in: Jonas, Hans: Zwischen Nichts und Ewigkeit – Zur Lehre vom Menschen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1987, 26–43.

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; vgl. auch die Aufsätze in [Boehm 2001a]Boehm, Gottfried (2001).
Homo Pictor. München / Leipzig: Saur.

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). Ihm gilt vor allem die Bild­kompe­tenz im Sinne der Fähig­keit zum Her­stellen und Rezi­pieren von Bildern als spezi­fisch mensch­liche Fähig­keit, an­hand derer dieser von ande­ren Lebe­wesen unter­schieden werden kann. Als Bedin­gungen der Mög­lichkeit jenes Bild­vermögens und damit der Bild­her­stel­lung macht Jonas die Ein­bildungs­kraft oder Ima­gina­tions­fähig­keit sowie die Fähig­keit zur Abstrak­tion aus. Das Inte­resse richtet sich hier somit auf ein Bild­handeln als Aktu­ali­sierung eines Bild­vermö­gens als spezi­fisch mensch­licher Fähig­keit (⊳ Bild­anthro­polo­gie).

Bilder als Werkzeuge – die Vielfalt kom­mu­ni­ka­ti­ver Zwecke

Die anthropologische Perspektive begnügt sich mit der Be­ob­ach­tung, dass über­haupt Bilder her­ge­stellt werden. Arte­fakte werden aber gewöhn­lich zu einem be­stimm­ten Zweck oder ggf. zu meh­reren be­stimm­ten Zwecken ge­schaffen. Nahe­liegen­des Bei­spiel da­für sind Wer­kzeuge. Zwar kann man sicher­lich auch das “Produc­tion Design” eines Hammers, einer Säge usw. be­wundern oder ver­ab­scheuen, aber üb­licher­weise be­urteilt man der­ar­tige Gegen­stände da­nach, in­wie­weit sie ihren Zweck er­füllen. In Ana­logie zu Wer­kzeugen kann man nach den Funk­tionen oder Zwecken von Bildern fragen. Frei­lich können (äst­hetische) Bilder auch ein Wohl­gefal­len oder Ähn­liches aus­lösen, aber das wäre in dieser Perspek­tive nur eine Funktion neben anderen.

Es lässt sich eine Vielzahl mög­licher Funk­tionen von Bildern aus­machen. Bei­spiels­weise unter­scheidet Christian Doelker die simu­lative, die re­gistra­tive, die mime­tische, die expli­kative, die diege­tische, die deko­rative, die phati­sche, die on­tische, die appela­tive und die ener­getische Funktion von­ein­ander (vgl. [Doelker 2001a]Doelker, Christian (2001).
Ein Funktionenmodell für Bildtexte.
In Bildhandeln, 29-39.

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). Die Liste ließe sich sicher­lich noch erwei­tern, eben­so wie die Funk­tionen anders ein­ge­teilt werden können. Hier kommt es nur da­rauf an, dass die Bilder qua Bilder diese Funk­tionen aus­üben, also ihr Bild­status voraus­gesetzt wird.
Ein solches Bildhandeln bezieht sich nicht auf das Bild als physi­schen Gegen­stand, also nicht auf den Bild­träger, sondern – in der Ter­mino­logie Husserls – auf das Bild­objekt. Dabei wird Husserls Unter­scheidung von Bild(-träger), Bild­objekt (die bild­liche Dar­stel­lung) und Bildsujet (dem Re­feren­ten) voraus­gesetzt (vgl. [Husserl 1980a]Edmund Husserl (1980).
Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Den Haag / Boston / Dordrecht: Nijhoff.

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: S. 19f.), die in der aktuellen Bild­philo­sophie ins­beson­dere von Lambert Wiesing und Silvia Seja stark gemacht wird (vgl. [Wiesing 2004a]Wiesing, Lambert (2004).
Pragmatismus und Performativität des Bildes.
In Performativität und Medialität, 115-128.

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: S. 118ff. und [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
Handlungstheorien des Bildes. Köln: Halem.

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: bes. S. 13 und 121f.). Die An­wen­dung dieser Tri­choto­mie setzt aller­dings die Ent­scheidung, ob es sich um ein Bild handelt, als bereits be­ant­wortet voraus. In diesem Sinne ist hier das Bild­handeln ge­wisser­maßen ein nach­träg­liches, inso­fern der Bild­status un­ab­hängig davon ist, dass der Gegen­stand als Bild ge­braucht wird. Im An­schluss an Wiesing be­zeichnet Seja derar­tige An­sätze als ‘Prag­matis­mus des Bildes’ in Ab­gren­zung zur ‘Prag­matik des Bildes’ (vgl. [Wiesing 2004a]Wiesing, Lambert (2004).
Pragmatismus und Performativität des Bildes.
In Performativität und Medialität, 115-128.

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und [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
Handlungstheorien des Bildes. Köln: Halem.

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: S. 11ff. et passim), welche die folgende Gruppe ausmacht.

Gebrauchsabhängigkeit des Bild­status und der Bild­be­deu­tung

Die von der Werkzeuganalogie ausgehenden Ansätze thema­tisie­ren gewisser­maßen ein nach­träg­liches Bild­handeln, inso­fern die Bild­funk­tionen und der ent­sprechen­de Um­gang mit Bildern den Bild­status als gege­ben voraus­setzen. Im Rahmen eines solchen „Pragma­tismus des Bildes“ sind nur die nach­träg­lichen Bild­hand­lungen ge­brauchs­ab­hängig. Dage­gen gilt der „Prag­matik des Bildes“ bereits der Bild­status selber sowie die Bezug­nahme des Bildes auf das Dar­ge­stell­te als ge­brauchs­abhän­gig.

Gerade in der analytisch geprägten Bild­philo­sophie gibt es eine Viel­zahl von An­sätzen, die aus­gehend von hand­lungs­theo­reti­schen Sprach­philo­sophien den Bild­status und die Bild­bedeu­tung auf spezi­fische Formen des Bild­handelns zurück­führen. In diese Richtung gehen z.B. die Über­legun­gen Oliver Scholz’, wenn er be­haup­tet: „Ob, wie und was ein Gebilde dar­stellt, hängt zumin­dest teil­weise davon ab, wie Menschen mit ihm um­gehen.“ ([Scholz 2004a]Scholz, Oliver R. (2004).
Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Frankfurt a. M.: Klostermann, 2., vollständig überarbeitete Aufl..

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: S. 139; vgl. auch ebd.: S. 137). Jene Ge­brauchs- oder Ver­wen­dungs­ab­hängig­keit des Bildes be­schreibt Scholz ver­mittels einer Über­tragung von Witt­gen­steins Sprach­spiel-Konzep­tion auf Bilder: „Bilder sind in Bild­spiele, Bild­spiele in Lebens­formen ein­gebet­tet.“ ([Scholz 2004a]Scholz, Oliver R. (2004).
Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Frankfurt a. M.: Klostermann, 2., vollständig überarbeitete Aufl..

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: S. 158). Im An­schluss an Witt­gen­stein be­tont er die Viel­fältig­keit solcher Bild­spiele und eine (zu­mindest weit­gehende) Un­ab­hängig­keit der Ver­wendung von den Eigen­schaften des Bildes selber:
Was man mit einem Bild machen kann, ist nicht durch seine Be­schaffen­heit für alle Zeit fest­gelegt. Ins­beson­dere kann ein und der­selbe Bild­träger bei ver­schie­denen Gele­genhei­ten in ver­schiede­nen kommu­nika­tiven Rollen ver­wendet werden. ([Scholz 2004a]Scholz, Oliver R. (2004).
Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Frankfurt a. M.: Klostermann, 2., vollständig überarbeitete Aufl..

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: S. 162)
Die Bildverwendungen interpretiert er dabei als regel­gelei­tet. Sein nicht näher er­läuter­ter Regel­begriff scheint dabei der Sprech­akt­theorie näher zu stehen als der Sprach­spiel­konzep­tion Witt­gen­steins (vgl. [Scholz 2004a]Scholz, Oliver R. (2004).
Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Frankfurt a. M.: Klostermann, 2., vollständig überarbeitete Aufl..

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: S. 160ff.).

Abgesehen von Scholz’ regelorientiertem, kon­ven­tiona­listisch gedeu­tetem Begriff des Bild­spiels lassen sich im Wesent­lichen drei An­sätze aus­machen, die den Bild­status und die Bild­bedeu­tung auf den Gebrauch zurück­führen. Diese Ansätze unter­scheiden sich dahin­gehend, ob sie da­bei (vor­rangig) vom (a) Bild­rezi­pienten, vom (b) Bild­produ­zenten oder von der (c) Kommu­nika­tion aus­gehen.

a) Rezipientenorientierte Perspektive – Bild­spiel des make-believe:

Kendall Walton schließt (ähnlich wie Scholz) an Witt­gen­steins Begriff des Sprach­spiels an, wenn er be­haup­tet, dass der Bild­status so­wie die Be­deu­tung von Bil­dern da­von ab­hängen, dass wir mit ihnen Bild­spiele (pictorial games) spielen – wenn­gleich er sich (anders als Scholz) nicht ex­plizit auf Witt­gen­stein be­zieht. Das Bild­spiel im Sinne Waltons zeichnet sich da­durch aus, dass wir so tun, als ob, wir vor dem (ab­gebil­deten) Gegenstand selbst ständen.

[T]he use of pictures in visual games is in a certain way prior to their possession of semantic content. It is nearly always by using pictures in make-believe that we ascertain what “in­forma­tion” they contain, what propositions they pick out. ([Walton 1990a]Walton, Kendall L. (1990).
Mimesis as make-believe : on the foundations of the representational arts. Cambridge, Mass. [u.a.]: Harvard Univ. Press.

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: S. 351)
Für Walton hängen der Bildstatus wie auch die Be­deu­tung eines Bildes somit nicht so sehr von Eigen­schaften des Gegen­standes ab, sondern von der Re­zep­tion des Gegen­standes als Bild (vgl. [Walton 1973a]Kendall L. Walton (1973).
Pictures as Make-Believe. In The Philosophical Review, 82, 3, 283-319.

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und [Walton 1990a]Walton, Kendall L. (1990).
Mimesis as make-believe : on the foundations of the representational arts. Cambridge, Mass. [u.a.]: Harvard Univ. Press.

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).
Der Clou von Waltons Überlegungen besteht darin, in unse­rem Um­gang – und das heißt ins­beson­dere: in unserer Rede über Bilder – die “Essenz” von Bildern zu sehen. ([Steinbrenner 2009a]Steinbrenner, Jakob (2009).
Bildtheorien der analytischen Tradition.
In Bildtheorien. Anthropologische und kulturelle Grundlagen des Visualistic Turn, 284-315.

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: S. 295)
Die kritische Beurteilung von Waltons Ansatz hängt davon ab, wie der „Umgang“ mit Bildern gedeutet wird. Deutet man den Um­gang wie Stein­brenner primär als „Rede über Bilder“, dann ist dieser Um­gang inter­subjek­tiv zu­gäng­lich und Teil einer sozia­len Praxis. Aller­dings sind Bilder dann (bis zu einem gewis­sen Grad) sprach­abhängig, inso­fern Bilder im Rahmen einer solchen Per­spek­tive nur be­deuten können, was auch sprach­lich formu­lier­bar ist. Deutet man dagegen den „Um­gang“ mit Bildern als kogni­tive Akte, wie Seja es Walton unter­stellt, dann lässt sich Witt­gen­steins Privat­sprachen­argument gegen Waltons An­satz in Stel­lung bringen (vgl. [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
Handlungstheorien des Bildes. Köln: Halem.

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: S. 34ff. und [Bryson 2001a]Norman Bryson (2001).
Das Sehen und die Malerei. München: Fink.

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: S. 69ff.). In seiner Über­tragung des Privat­sprachen­arguments auf die Bild­rezep­tion betont Bryson, dass es inter­subjek­tiv fest­stell­bare Kri­terien für eine (an­ge­mes­sene) Bild­rezep­tion geben müsse, wes­halb die Bild­rezep­tion kaum in pri­vaten Emp­findun­gen und rein pri­vaten kogni­tiven Akten bestehen könne.
b) Produzentenorientierte Perspektive – In­ten­tio­nen und Bild­akte

Ansätze, die nicht von der Rezeption, sondern ent­weder vom Bild­produ­zenten oder von dem­jeni­gen aus­gehen, der das Bild “ins Spiel bringt”, schließen in der Regel an die Sprech­akt­theorie Searles an. Ihr Inte­resse gilt dabei haupt­säch­lich nicht-verba­len illo­kutio­nären Akten, die sie wie Searle (und anders als Austin) inten­tiona­listisch be­gründen. Zu­nächst ge­stattet die An­nahme illo­kutio­närer Bild­akte eine Er­weite­rung von ähn­lich­keits­theo­reti­schen oder kon­ven­tio­nali­stischen Bild­theorien um die prag­matische Dimen­sion (vgl. für die Ähn­lich­keits­theorie [Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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- Glossarlemma.
: S. 7f. und 67 und für Good­mans Kon­ven­tiona­lismus [Kjørup 1978a]Literaturangabe fehlt.
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- andere Publikation,
- Glossarlemma.
: S. 56).

Auf den ersten Blick scheint sich David Novitz mit einer prag­mati­schen Er­weite­rung seiner Ähn­lich­keits­theorie zu begnü­gen, wäh­rend der Bild­status ein­zig von seiner Ähn­lich­keits­theo­rie ab­hängt. Da­rauf deutet jeden­falls seine Unter­scheidung zwischen Bild und Ge­brauch des Bildes (picture-use distinction) hin. „To sketch or depict is one thing, to use the sketch another.“ ([Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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: S. 67). Diese Unter­schei­dung legt nahe, dass für Novitz der Bild­status (Her­stellung des Bildes sowie seine Ab­bil­dungs­funk­tion) un­ab­hängig vom nach­träg­lichen Ge­brauch des Bildes ist. Demzu­folge wird nur die illo­kutio­näre Kraft des Bildes durch den Ge­brauch und vor allem durch die Inten­tionen des Benut­zers konsti­tuiert – „how it is meant to be taken“ ([Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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: S. 71).

Die sich in seiner Bild-Gebrauch-Unter­schei­dung an­deu­tende Un­ab­hängig­keit von Bild­status und Ge­brauch weicht Novitz je­doch immer weiter auf. Zwar be­gründet er die Ab­bil­dungs­funktion und da­mit den Bild­status mit der visu­ellen Ähn­lich­keit: „a picture must look like whatever it is a picture of“ ([Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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: S. 103).[1] Aller­dings führt er letzt­lich seinen Ähn­lich­keits­begriff auf Inten­tionen des Bild­her­stellers zurück. Da alles allem in irgend­einer Hin­sicht ähnelt, müssen Ähn­lich­keits­hin­sichten als rele­vant aus­gezeich­net werden, soll die Ähn­lich­keits­behaup­tung nicht tri­vial sein. Die Aus­wahl der rele­vanten Hin­sichten er­folgt laut Novitz ([Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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- Glossarlemma.
: S. 13-16) nach den Wün­schen und Inten­tionen des Bild­her­stellers. Die Er­kenn- bzw. Kommu­nizier­bar­keit dieser Inten­tionen sieht Novitz durch die Ver­wen­dung von Kon­ven­tionen ge­währ­leistet (vgl. [Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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: S. 45-49).

Letztlich führt Novitz sowohl die illo­kutio­nären Akte als auch die den Bild­status konsti­tuie­rende Ähn­lich­keit auf In­ten­tionen zurück. Damit be­ginnt seine Unter­scheidung zwischen Bild und Ge­brauch be­reits zu schwanken. Sie stürzt end­gültig ein, wenn er die bild­liche Dar­stellung (depicting) als inten­tionale Akti­vität (intentional activity) be­schreibt (vgl. [Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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- Glossarlemma.
: S. 8, 10 sowie 69). Dem­ent­spre­chend be­tont Novitz, dass Bilder nur für etwas stehen (also etwas deno­tieren), wenn sie zu diesem Zwecke ge­braucht werden.

[…] they are made to stand for things: they are used in a very special way – either as a substitute for, in the place of, or instead of something or other. It is not as if we have a world of artefacts which stand for other things without being used to do so. ([Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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- andere Publikation,
- Glossarlemma.
: S. 6)
Somit hängt für Novitz letztlich auch der Bild­status vom Ge­brauch ab, wo­durch er seine Bild-Ge­brauch-Unter­scheidung selbst unter­läuft. Das be­deutet aber nicht – wie Seja be­hauptet –, dass damit die „Zu­schrei­bung der illo­kutio­nären Rolle des Ab­bil­dens mit der Zu­schreibung des Bild­status iden­tisch“ ([Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
Handlungstheorien des Bildes. Köln: Halem.

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: S. 86) ist. Viel­mehr gilt Novitz die Ab­bildung als Sache des pro­posi­tiona­len Ge­halts (In­di­ka­tion und Att­ri­bu­tion), wo­rauf illo­kutio­näre Akte (im Sinne weiter­gehen­der Funk­tionen des Bildes wie ‘War­nen’, ‘Illus­trieren’ usw.) auf­bauen. Damit schließt Novitz an die in der Sprech­akt­theorie unter­schiede­nen Dimen­sionen der Be­deu­tung an. Ähn­lich wie ein Sprech­akt weist auch ein Bild­akt nicht eine uni­voke Be­deu­tung auf, sondern viel­mehr ver­schiede­ne in­ein­ander­greifen­de Be­deutun­gen, die (bei Searle, Novitz und Kjørup) je­weils durch Inten­tionen konsti­tuiert werden. Aus dem gleichen Grund ver­fehlt auch Sejas Kritik Kjørups Ansatz (vgl. [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
Handlungstheorien des Bildes. Köln: Halem.

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: S. 17, 73 und 84). Auch gegen Søren Kjørup wendet sie ein, dass man im Rahmen seiner Theorie dem Bild keine andere illo­kutio­näre Rolle als die der bild­lichen Dar­stellung zu­schreiben könne, ohne den Bild­status auf­zu­heben. Der Ein­wand Sejas be­ruht auf der fal­schen An­nahme, dass für ihn der Bild­status eine spezi­fische illo­kutio­näre Rolle dar­stellt. Sie über­sieht, dass im Rahmen von Kjørups an der Sprech­akt­theorie orien­tiertem An­satz die bild­liche Dar­stellung und damit der Bild­status durch den propo­sitio­nalen Gehalt und eben nicht durch den illo­kutio­nären Akt fest­gelegt wird. Denn Novitz wie auch Kjørup über­nehmen Searles Diffe­renzie­rung von Dimen­sionen eines Sprech­aktes und über­tragen diese auf Bilder.

Dementsprechend unterscheiden sie den loku­tionä­ren Bild­akt, den propo­sitio­nalen Gehalt und den illo­kutio­nären Akt von­ein­ander (vgl. [Kjørup 1978a]Literaturangabe fehlt.
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: S. 61-66).[2] Der loku­tionä­re Akt be­steht ledig­lich in der Prä­senta­tion des Bildes. Der pro­posi­tiona­le Ge­halt um­fasst die Re­fe­renz und die Prä­di­ka­tion des Bildes, wo­bei mit Re­fe­renz die Be­zug­nahme des Bildes auf das Dar­gestell­te ge­meint ist und mittels der Prä­dika­tion dem Bezugs­objekt Eigen­schaften zuge­schrieben werden. Der illo­kutio­näre Akt be­trifft den Zweck oder die Funk­tion des Bildes, z.B. kann ein Bild dazu ge­braucht werden, etwas zu illus­trieren, man kann aber auch jeman­den mittels des Bildes eines Hundes vor dem Wach­hund warnen usw.

Indem Novitz und vor allem Kjørup Searles Sprech­akt­theo­rie auf Bil­der über­tragen, über­nehmen sie aller­dings auch dessen Inten­tiona­lismus. Das Haupt­problem der An­sätze Novitz’ und Kjørups liegt auch weni­ger in der An­nahme, dass ihnen der Bild­status als gebrauchs­abhän­gig gilt, sondern viel­mehr in der inten­tiona­listischen Be­gründung des Bild­status und der Bild­bedeu­tung. Damit stellt sich näm­lich die Frage nach der Er­kenn­bar­keit der frag­lichen Inten­tionen.[3]

c) Kommunikationsorientierte Perspektive – Tri­angu­lation

Sofern die Rezeptionsakte wie auch die Inten­tionen als pri­vate, men­tale Zu­stände kon­zipiert werden, werfen sie das Problem ihrer inter­subjek­tiven Erkenn­bar­keit auf. Dieses Problem stellt sich nicht für An­sätze, welche von der Kommu­nika­tion als Ganzer aus­gehen statt von einem ihrer Pole. In eine solche Rich­tung geht der Ansatz von Matthias Vogel, der David­sons Modell der Tri­angu­lation auf nicht-sprach­liche Medien erweitert.

Als ‘Triangulation’ bezeichnet Davidson die wechsel­seitige Inter­preta­tion der Han­delnden und deren Inter­aktion mit ihrem Gegen­stands­bereich. Die so ver­stan­dene Tri­angu­lation ist nach David­son nötig, um Gedan­ken und Sprache einen spezi­fischen (propo­sitio­nalen) Gehalt zu ver­leihen.

Ohne diese Gemeinsamkeit der Reaktionen auf ge­mein­same Reize hätten Denken und Reden keinen spezi­fischen In­halt – das heißt, sie hätten gar keinen Inhalt. Um der Ur­sache eines Ge­dankens einen Ort zuzu­schreiben und so seinen In­halt zu bestimmen, sind zwei Stand­punkte nötig. Diesen Vorgang können wir uns als eine Art Tri­angu­lation vor­stellen: Jede der beiden Per­sonen re­agiert unter­schied­lich auf Sinnes­reize, die aus einer bestimm­ten Rich­tung heran­strömen. Proji­zieren wir die heran­kommenden Linien nach außen, ist ihr Schnitt­punkt die gemein­same Ur­sache. Bemer­ken die beiden Per­sonen nun die Re­akti­onen des jeweils anderen (im Fall der Sprache: die ver­balen Re­akti­onen), kann jeder von ihnen diese be­obach­teten Re­akti­onen zu den eigenen, von der Welt her­kommen­den Reizen in Bezie­hung setzen. Jetzt kann die gemein­same Ur­sache den In­halt einer Äuße­rung und eines Gedan­kens bestim­men. Das Drei­eck, das dem Denken und Sprechen Inhalt ver­leiht, ist ab­ge­schlossen. Aber um eine Tri­angu­lation vorzu­nehmen, muß man zu zweit sein. ([Davidson 2004a]Davidson, Donald (2004).
Drei Spielarten des Wissens.
In Subjektiv, intersubjektiv, objektiv, 339-363.

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: S. 351f.)
Vogel begreift Davidsons Triangulation als ›basale Sprach­er­werbs­situ­ation‹ und er­weitert das Modell, in­dem er auch nicht-sprach­liche Medien integ­riert (vgl. hier­zu und zum Fol­genden [Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 120ff.). Kommu­nika­tion wird dabei als Ko­opera­tion ver­standen, im Zuge derer die Kommu­nizie­renden ihre Hand­lungen wechsel­seitig inter­pretie­ren und auf­einan­der an­passen. Je nach Zu­verläs­sig­keit der Re­akti­onen stabi­lisie­ren sich bestim­mte Äuße­rungs­typen und -muster. Wie David­son nimmt Vogel dabei an, dass Gedan­ken aller­erst durch die Sprache indi­vidu­iert werden können: „Ehe durch Komm­unika­tion mit einem ande­ren eine Grund­linie fest­gelegt ist, ist es witz­los zu sagen, die eige­nen Gedan­ken oder Worte hätten einen pro­posi­tiona­len In­halt.“ ([Davidson 2004a]Davidson, Donald (2004).
Drei Spielarten des Wissens.
In Subjektiv, intersubjektiv, objektiv, 339-363.

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: S. 352). Den sprach­philo­sophi­schen Gedan­ken David­sons weitet er aller­dings medien­theore­tisch aus: Ihm gelten Medien als konsti­tutive Mittel zur Indi­vidu­ierung von Gedan­ken (vgl. [Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 132). Er nimmt auch nicht­sprach­liche Gedan­ken an, „die mit­hilfe nicht­sprach­licher Medien indi­vidu­iert und kommu­niziert werden können“ ( [Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 119).

Vogels Adaption des Tri­angu­lations­modells ist offen­sicht­lich zu­nächst medien­un­spezi­fisch. Sein Modell ist weder dazu ge­dacht noch dazu ge­eignet, den Bild­begriff zu defi­nieren oder den Bild­status zu be­gründen. Zweck des Modells ist die Er­läute­rung medial ver­mittelter Kommu­nika­tion – un­abhän­gig davon, ob es sich um sprach­liche, bild­hafte oder sonsti­ge Medien handelt, wobei Vogel einen hand­lungs­theo­reti­schen Medien­begriff voraus­setzt:

Medien […] sind nicht primär Dinge, Instru­mente, Werk­zeuge oder Mate­ria­lien, sondern sie sind primär Mengen von Tätig­keits­typen, die in einer kommu­nika­tiven Praxis etab­liert sind und tradiert werden. Dabei sind die Tätig­keiten auf die Her­stellung sinn­lich wahr­nehm­barer Zu­stände oder Ereig­nisse gerichtet […]. ([Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 130)
Dabei unterscheidet Vogel Medien erster von denen zwei­ter und höhe­rer Ord­nung (vgl. [Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 132f.). Zu den Medien erster Ord­nung zählt er nicht­sprach­liche Medien wie Musik, Male­rei, Tanz usw. so­wie sprach­liche Medien. Den natür­lichen Sprachen kommt dabei eine beson­dere Rolle zu, inso­fern insti­tutio­nelle Ein­richtun­gen und vor allem die Medien höhe­rer Ord­nung auf ihnen be­ruhen. Medien höhe­rer Ord­nung wie die Noten­schrift oder das Morse­alphabet beru­hen auf ex­pliziten Zu­ord­nungs­vor­schrif­ten und sind damit sprach­ab­hängig: „In jedem Fall aber bleiben mediale Konstel­latio­nen in den Medien höherer Ord­nung auf das Gedan­ken-In­divi­duie­rungs-Po­ten­zial der Medien erster Ord­nung ange­wiesen […].“ ([Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 133). Zwar be­ruhen die hö­heren Medien auf natür­lichen Sprachen, aber nicht die bild­haften Medien (erster Ord­nung). Viel­mehr be­tont Vogel die Ei­gen­ständig­keit bild­lichen Medien gegen­über sprach­lichen Medien (vgl. [Vogel 2003a]Vogel, Matthias (2003).
Medien als Voraussetzungen für Gedanken.
In Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs, 107-134 + 213-215 [Anmerkungen].

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: S. 116ff., sowie Nota­tion).

Umgang mit interaktiven Bildern – Probehandlungen und Simulationen

Computerspiele, Simulationen und soge­nannte virtu­elle Reali­täten ermög­lichen ein Bild­handeln von einer völlig anderen Quali­tät als die bisher skiz­zierten Fälle. Sowohl die von Seja als pragma­tistisch als auch die von ihr als prag­matisch bezeich­neten Verwen­dungen von Bildern lassen die gebrauch­ten Bilder – sofern sie ein­mal ge­schaffen sind – unver­ändert. Dage­gen ermög­lichen Com­puter­spiele, Simu­latio­nen und virtu­elle Reali­täten einen inter­aktiven Umgang mit Bildern. Der Benut­zer rezi­piert oder inter­pretiert die Bilder nicht ein­fach, sondern wirkt verän­dernd auf sie ein. Ent­sprechend geht es hier­bei auch nicht mehr um sta­tische, sondern um dyna­mische oder inter­aktive Bilder (⊳ Inter­akti­ves Bild). Anders als das tradi­tionel­le Tafel­bild ermög­lichen der­artige Bilder eine spezi­fische Hand­hab­bar­keit (vgl. [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
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: S. 152).
Das durch die drei genannten Arten dyna­mischer Bilder er­mög­lichte Bild­handeln beschreibt Seja mittels des Freud’schen Ter­minus der ‘Probe­hand­lung’ ([Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
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: S. 156ff.). Damit be­zeichnet sie „Hand­lungen […], die keine Aus­wirkun­gen in der aktu­ellen Wirk­lich­keit haben […]“ ([Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
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: S. 157), sondern nur ‘Quasi-Folgen’. Noch nicht ent­schieden ist die Frage, ob Simu­lati­onen und ähn­liche Probe­hand­lungen als Zeichen­hand­lungen oder als symbol­freie Hand­lungen zu be­schreiben sind (vgl. dazu [Seja 2009a]Seja, Silvia (2009).
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: S. 182ff.; dort auch wei­tere Lite­ratur­angaben).


Verhältnis zu anderen bild­theo­reti­schen Be­griffen

Die verschiedenen Bestimmungen und Arten von Bild­handeln be­leuchten (zum Teil) sehr unter­schied­liche Aspekte von Bildern und des Um­gangs mit ihnen. Dem­ent­sprechend ver­weisen die skizzier­ten An­sätze auf unter­schied­liche Dis­kussio­nen inner­halb der Bild­wissen­schaft (siehe die Links unten).

Anmerkungen
  1. Zu Novitz’ Er­örte­rung der Ähn­lich­keits­theo­rie zur Bestim­mung des Be­zugs eines Bil­des vgl. [Novitz 1977a]Literaturangabe fehlt.
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    : S. 10ff.
  2. Austins und Searles per­lo­ku­tio­nä­rer Akt (im Sin­ne nicht-kon­ven­tio­na­li­sier­ter Wir­kun­gen ei­nes Bil­des) fin­det im Rah­men der Bild­theo­rien No­vitz’ und Kjø­rups kei­ne nen­nens­wer­te Be­rück­sich­ti­gung, zu­mal die von Austin und Searle an­ge­nom­me­nen Kri­te­rien zur Un­ter­schei­dung von Il­lo­ku­tion und Per­lo­ku­tion nicht oh­ne Wei­te­res auf Bil­der über­trag­bar sind.
  3. Zu den Prob­le­men in­ten­tio­na­lis­ti­scher An­sätze vgl. [Black 1972a]Literaturangabe fehlt.
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    : S. 112 und [Scholz 2004a]Scholz, Oliver R. (2004).
    Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Frankfurt a. M.: Klostermann, 2., vollständig überarbeitete Aufl..

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    : S. 141ff.
Literatur                             [Sammlung]

[Black 1972a]:
Literaturangabe fehlt.
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- Sammelband,
- andere Publikation,
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[Boehm 2001a]: Boehm, Gottfried (Hg.) (2001). Homo Pictor. München / Leipzig: Saur.

[Bryson 2001a]: Norman Bryson (2001). Das Sehen und die Malerei. München: Fink. [Davidson 2004a]: Davidson, Donald (2004). Drei Spielarten des Wissens. In: Davidson, Donald (Hg.): Subjektiv, intersubjektiv, objektiv. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 339-363. [Doelker 2001a]: Doelker, Christian (2001). Ein Funktionenmodell für Bildtexte. In: Klaus Sachs-Hombach (Hg.): Bildhandeln. Magdeburg: Scriptum, S. 29-39. [Husserl 1980a]: Edmund Husserl (1980). Phantasie, Bildbewusstsein, Erinnerung. Zur Phänomenologie der anschaulichen Vergegenwärtigungen. Texte aus dem Nachlass (1898-1925) (Husserliana XXIII). Den Haag / Boston / Dordrecht: Nijhoff. [Jonas 1961a]: Jonas, Hans (1961). Die Freiheit des Bildens – Homo pictor und die differentia des Menschen. Zeitschrift für Philosophische Forschung, Band: 15, S. 161–176, Wieder abgedruckt in: Jonas, Hans: Zwischen Nichts und Ewigkeit – Zur Lehre vom Menschen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1987, 26–43. [Kjørup 1978a]:
Literaturangabe fehlt.
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[Novitz 1977a]:
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[Scholz 2004a]: Scholz, Oliver R. (2004). Bild, Darstellung, Zeichen. Philosophische Theorien bildhafter Darstellungen. Frankfurt a. M.: Klostermann, 2., vollständig überarbeitete Aufl.. [Seja 2009a]: Seja, Silvia (2009). Handlungstheorien des Bildes. Köln: Halem. [Steinbrenner 2009a]: Steinbrenner, Jakob (2009). Bildtheorien der analytischen Tradition. In: Sachs-Hombach, Klaus (Hg.): Bildtheorien. Anthropologische und kulturelle Grundlagen des Visualistic Turn. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, S. 284-315. [Vogel 2003a]: Vogel, Matthias (2003). Medien als Voraussetzungen für Gedanken. In: Münker, Stefan; Roesler, Alexander & Sandbothe, Mike (Hg.): Medienphilosophie. Beiträge zur Klärung eines Begriffs. Frankfurt a.M.: Fischer, S. 107-134 + 213-215 [Anmerkungen]. [Walton 1973a]: Kendall L. Walton (1973). Pictures as Make-Believe. The Philosophical Review, Band: 82, Nummer: 3, S. 283-319. [Walton 1990a]: Walton, Kendall L. (1990). Mimesis as make-believe : on the foundations of the representational arts. Cambridge, Mass. [u.a.]: Harvard Univ. Press. [Wiesing 2004a]: Wiesing, Lambert (2004). Pragmatismus und Performativität des Bildes. In: Krämer, Sybille (Hg.): Performativität und Medialität. München: Fink, S. 115-128.


Hilfe: Nicht angezeigte Literaturangaben

Ausgabe 1: 2013

Verantwortlich:

Lektorat:

Seitenbearbeitungen durch: Tobias Schöttler [66], Joerg R.J. Schirra [28], Eva Schürmann [1] und Dimitri Liebsch [1] — (Hinweis)

Zitierhinweis:

[Schöttler 2013g-a]Literaturangabe fehlt.
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[Black 1972a]:
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[Kjørup 1978a]:
Literaturangabe fehlt.
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[Novitz 1977a]:
Literaturangabe fehlt.
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[Schöttler 2013g-a]:
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