Ekphrasis: Unterschied zwischen den Versionen

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Nikolaos von Myra definiert ''E.'' als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.<ref>Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (<bib id='Spengel 1966a'>Spengel 1966a</bib>, 491; <bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>, 40) </ref> Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.<ref>Aristoteles: ''De anima'', 424b, 22ff.</ref> Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (<bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>, 76).
 
Nikolaos von Myra definiert ''E.'' als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.<ref>Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” (<bib id='Spengel 1966a'>Spengel 1966a</bib>, 491; <bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>, 40) </ref> Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze  wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.<ref>Aristoteles: ''De anima'', 424b, 22ff.</ref> Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde (<bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>, 76).
  
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Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural ''Ekphraseis'' oder ''Ekphrasen'') bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist ''descriptio'', wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da ''E.'' überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. ''progymnasmata''<ref> Vier der ''progymnasmata'', der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (<bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>, 34-41.)</ref>, behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet ''E.'' die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von ''E.'' Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (<bib id='Heffernan 1999a'>Heffernan 1999</bib>, XX).<ref> Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. ''E.'' als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw.
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<bib id='Fink 1988a'>Fink 1988</bib> und  <bib id='Bruhn 2000a'>Bruhn 2000</bib></ref>.)
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====Ziel und Funktion der Ekphrasis====
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Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (<bib id='Giuliani 2006a'>Giuliani 2006</bib>, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. <bib id='Webb 1999a'>Webb 1999</bib>, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch ''E.'' die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch ''E.'' soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (''enargeia''/ ''evidentia'') erzielt werden. Nach Quintilian ist ''enargeia'' die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben<ref> Quintilian, ''De institutione oratoria'', IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. </ref>, was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (<bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>, 145-146).
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====von rhetorischer zu literarischer Ekphrasis====
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Aus ''E.'' als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.<ref> Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : <bib id='Friedländer 1912'>Friedländer 1912</bib></ref> Die um 200 n. Chr. entstandenen ''Eikónes'' des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel (<bib id='Giuliani 2006a'>Giuliani 2006</bib>, Graf 1995).
  
Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural ''Ekphraseis'' oder ''Ekphrasen'') bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist ''descriptio'', wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da ''E.'' überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. ''progymnasmata''<ref> Vier der ''progymnasmata'', der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt (<bib id='Boeder 1996a'>Boeder 1996</bib>, 34-41.)</ref>, behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet ''E.'' die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von ''E.'' Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” (<bib id='Heffernan 1999a'>Heffernan 1999</bib>, XX).<ref> Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. ''E.'' als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw.
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Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr "nur" Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (
<bib id='Fink 1988a'>Fink 1988</bib> und  <bib id='Bruhn 2000a'>Bruhn 2000</bib></ref>.) Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Vielmehr solle die visuelle Qualität der Sprache genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar (<bib id='Giuliani 2006a'>Giuliani 2006</bib>, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. <bib id='Webb 1999a'>Webb 1999</bib>, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch ''E.'' die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch ''E.'' soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (''enargeia''/ ''evidentia'') erzielt werden. Nach Quintilian ist ''enargeia'' die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben<ref> Quintilian, ''De institutione oratoria'', IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63. </ref>, was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann (<bib id='Graf 1995a'>Graf 1995</bib>, 145-146).  
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<bib id='Rosenberg 1995a'>Rosenberg 1995</bib>, 306; Carrier 1987). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten (
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<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosenberg 2007</bib>, 271).<ref> Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede ''inventio'' und ''dispotio'' aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der ''elocutio'', ''memoria'' und ''pronuntiatio'' jedoch nicht (vgl. <bib id='Rosenberg 2007a'>Rosenberg 2007</bib>, 272).</ref>
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Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians ''Venusfest'' (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats ''Eikónes'' bildkünstlerisch umsetzt (<bib id='Rosen 2001a'>Rosen 2001</bib>, 92ff; für weitere Bsp. <bib id='Löhr 2003a'>Löhr 2003</bib>, 78-79).
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Seit den 1990er Jahren steht ''E.'' im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden (<bib id='Boehm & Pfotenhauer 1995a'>Boehm & Pfotenhauer 1995</bib>; Wagner 1996; <bib id='Wandhoff 2001a'>Wandhoff 2001</bib>;  <bib id='Schaefer & Rentsch 2004a'>Schaefer & Rentsch 2004</bib>; <bib id='Drügh 2006a'>Drügh 2006</bib>) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird (<bib id='Rosenberg 2007a'>Rosenberg 2007</bib>; <bib id='Webb 2009a'>Webb 2009</bib>).
  
 
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Version vom 30. September 2011, 12:08 Uhr


Unterpunkt zu: Sprechen über Bilder


Ekphrasis – hörend und lesend sehen

Ekphrasis ist ein aus der Rhetorik stammender Begriff, der eine besonders anschauliche, weil wirkmächtige sprachliche Darstellung bezeichnet. Im Gegensatz zum heutigen Sprachgebrauch im Sinne von Kunstbeschreibung, bezeichnete Ekphrasis in der Antike jedwede Beschreibung von Gegenständen, darunter auch von Kunstwerken, aber ebenso von Personen, Landschaften und Bauwerken.

Nikolaos von Myra definiert E. als „eine ausführliche Rede, die das zu Zeigende deutlich zu Gesicht bringt” und grenzt sie von einem Bericht ab, in dem schlicht eine Abfolge von Ereignissen geschildert wird. Durch einen fingierten medialen Wechsel vom Wort zum imaginierten Bild, soll höchstmögliche Anschaulichkeit erreicht werden. E. soll „die Hörer zu Zuschauern zu machen”.[1] Mit der Überschreitung dieser imaginären medialen Grenze wird der Sehsinn, dem nach Aristoteles der höchste Erkenntniswert beigemessen wird, gegenüber dem Hörsinn bevorzugt.[2] Durch die Verwendung von Metaphern, lautmalerischen Wendungen und Synästesien wird ein mentales Vor-Augen-stellen erreicht, wobei der „Modus der Erzählung” nicht unterbrochen, sondern um eine allegorische Ebene erweitert werde ([Löhr 2003]Löhr, Wolf-Dietrich (2003; 22011).
Ekphra­sis.
In Metzler-Lexi­kon Kultur­wissen­schaft: Ideen, Metho­den, Begrif­fe, 76-80 [22011: 99-104].

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, 76). Das griechische Wort ἔκ-φρασις (ek: aus, hervor; phrazéin: sagen, Aussprechen oder das Aussprechende; im Plural Ekphraseis oder Ekphrasen) bezeichnet eine besonders anschauliche Beschreibung oder eine mit allen Sinnen vergegenwärtigende Darstellung eines Geschehens in einer Rede. Das Äquivalent in der lateinischen Rhetorik ist descriptio, wobei sich der griechische Terminus durchsetzte, da E. überwiegend in griechischen Rhetoriklehrbüchern, den sog. progymnasmata[3], behandelt wird. In der neuzeitlichen und modernen Bildbeschreibung bezeichnet E. die charakterisierende Beschreibung eines meist real existierenden Kunstwerks, was auch in einer neueren Definition von E. Ausdruck findet: „ekphrasis is the verbal representation of visual representation” ([Heffernan 1999]Heffernan, James A.W. (1999).
Speaking for Pictures: The Rhetoric of Art Criticism. In Word & Image, 15, 19-33.

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, XX).[4].)

Ziel und Funktion der Ekphrasis

Die visuelle Qualität der Sprache soll genutzt werden, um die abwesenden Bilder wie anwesend erscheinen zu lassen. Dabei ist die faktische Existenz des beschriebenen Objekts keine notwendige Bedingung. Nach Giuliani stellt „die Abwesenheit der Bilder eine notwendige Bedingung des ästhetischen Spiels” dar ([Giuliani 2006]Giulia­ni, Luca (2006).
Die unmög­lichen Bilder des Philo­strat: Ein anti­ker Beitrag zur Para­gone-Debat­te. In Pega­sus. Berli­ner Beirä­ge zum Nach­leben der Anti­ke, 8, 91-116.

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, 94). Dies erfolgt immer mit Konzentration auf die Bewegung der Emotionen der Zuhörer (vgl. [Webb 1999]Webb, Ruth (1999).
Ekphra­sis Ancient and Modern: The Inven­tion of a Genre. In Word & Image, 15, 7-18.

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, 13). In der Rhetorikausbildung sollte durch E. die affektive Wirkung der Beschreibung auf die Zuhörer eingeübt werden. Durch E. soll ein maximaler Anschaulichkeitseffekt (enargeia/ evidentia) erzielt werden. Nach Quintilian ist enargeia die Eigenschaft der Rede, Vergangenes oder allgemein nicht Gegenwärtiges vor dem inneren Auge sichtbar zu machen und dabei durch die Kraft des Wortes und die emotionale Bewegtheit des Rhetors den Wortcharakter des Textes aufzuheben[5], was in der Formel „an die äußere tritt die innere Schau” programmatisch zusammengefasst werden kann ([Graf 1995]Graf, Fritz (1995).
Ekphra­sis. Die Entste­hung der Gattung in der Anti­ke.
In Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart, 143-156.

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, 145-146).


von rhetorischer zu literarischer Ekphrasis

Aus E. als rhetorischer Form entwickelt sich in der Spätantike eine selbstständige literarische Textgattung der Bild- bzw. Kunstbeschreibung.[6] Die um 200 n. Chr. entstandenen Eikónes des Philostrat gelten als ihr frühestes Beispiel ([Giuliani 2006]Giulia­ni, Luca (2006).
Die unmög­lichen Bilder des Philo­strat: Ein anti­ker Beitrag zur Para­gone-Debat­te. In Pega­sus. Berli­ner Beirä­ge zum Nach­leben der Anti­ke, 8, 91-116.

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, Graf 1995).

Mit der Entwicklung der Kunsttheorie in der Frühen Neuzeit verändert sich auch die Form der Kunstbeschreibungen, die nicht mehr "nur" Teil eines literarischen Werks sind wie bspw. in den zahlreichen Künstlerviten. Die Vergegenwärtigung eines spezifischen Bildes durch eine detailgenaue Beschreibung rückt in den Mittelpunkt und es werden, u.a. von Giorgio Vasari, Gian Pietro Bellori, André Félibien und später auch von Denis Diderot, systematische Kriterien entwickelt -- wie die Beachtung der Komposition, der Stilidiome, der Ikonographie --, die eine Beschreibung im Hinblick auf Wiedererkennbarkeit des einzelnen Kunstwerks zum Ziel haben (

[Rosenberg 1995]Rosen­berg, Raphael (1995).
Von der Ekphra­sis zur wissen­schaftli­chen Bildbe­schreibung: Vasa­ri, Aguc­chi, Féli­bien, Burck­hardt. In Zeitschrift für Kunstge­schichte, 58, 297-318.

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, 306; Carrier 1987). Bildbeschreibungen sind ein zentrales Element in Kunstkritik und Kunstwissenschaft, die aus den rhetorischen Kriterien eigene Maßstäbe für die Bewertung von Kunstwerken entwickelten ( [Rosenberg 2007]Rosen­berg, Raphael (2007).
Inwie­fern Ekphra­sis keine Bild­be­schrei­bung ist.
In Zeitschrift für Kunst­ge­schich­te, 271-282.

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, 271).[7] Vor allem antike literarische Ekphrasen wurden in der Frühen Neuzeit Vorlage bildkünstlerischen Schaffens, wie bspw. Tizians Venusfest (1518-19, Madrid, Prado), das Passagen aus Philostrats Eikónes bildkünstlerisch umsetzt ([Rosen 2001]Rosen, Vales­ka von (2001).
“Dilet­to dei sensi” und “dilet­to dell'intel­letto”. Belli­nis und Tizians «baccha­nalien» für Alfon­so d'Este in ihrem Rezep­tionskon­text. In Städel-​Jahr­buch, N.F. 18, 81-​112.

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, 92ff; für weitere Bsp. [Löhr 2003]Löhr, Wolf-Dietrich (2003; 22011).
Ekphra­sis.
In Metzler-Lexi­kon Kultur­wissen­schaft: Ideen, Metho­den, Begrif­fe, 76-80 [22011: 99-104].

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, 78-79). Seit den 1990er Jahren steht E. im besonderen Interesse der literatur-, sprach- , kunst- und bildwissenschaftlichen Forschung vor allem im Hinblick auf intermediale Bezüge und Zeichenhaftigkeit, wobei immer auch definitorische Aktualisierungen und Präzisierungen unternommen werden ([Boehm & Pfotenhauer 1995]Boehm, Gott­fried & Pfoten­hauer, Helmut (1995).
Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart. München: Fink.

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; Wagner 1996; [Wandhoff 2001]Wand­hoff, Heiko (2001).
Ekphra­sis. Bildbe­schreibun­gen in der Lite­ratur von der Anti­ke bis in die Gegen­wart.
In Audio­visua­lität vor und nach Guten­berg. Zur Kultur­geschich­te der media­len Umbrü­che, 175-184.

  Eintrag in Sammlung zeigen
; [Schaefer & Rentsch 2004]Schaefer, Christi­na & Rentsch, Stefa­nie (2004).
Ekphra­sis. Anmer­kungen zur Begriffs­bestim­mung in der neue­ren Forschung. In Zeitschrift für franzö­sische Sprache und Lite­ratur, 114, 2, 132-165.

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; [Drügh 2006]Drügh, Heinz J. (2006).
Ästhe­tik der Beschrei­bung – poeti­sche und kultu­relle Ener­gie deskrip­tiver Texte (1700-2000). Studien und Texte zur Kultur­geschich­te deutschspra­chiger Lite­ratur. Tübin­gen: Francke.

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) oder für die ausschließliche Verwendung des Begriffs im antiken Kontext plädiert wird ([Rosenberg 2007]Rosen­berg, Raphael (2007).
Inwie­fern Ekphra­sis keine Bild­be­schrei­bung ist.
In Zeitschrift für Kunst­ge­schich­te, 271-282.

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; [Webb 2009]Webb, Ruth (2009).
Ekphra­sis, Ima­gina­tion and Persu­asion in Ancient Rheto­rical Theory and Prac­tice. Farn­ham [u.a.]: Ash­gate.

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). [Bätschmann 2009]Bätsch­mann, Oskar (2009).
Beschrei­bung und Illus­tration.
In Eksta­tische Kunst – beson­nenes Wort. Aby Warburg und die Denkräu­me der Ekphra­sis, 55-66.

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[Baumann 2011]Baumann, Mario (2011).
Bilder schreiben. Virtuose Ekphrasis in Philostrats Eikones. Berlin: De Gruyter.

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[Baxandall 1990]Baxandall, Michael (1990).
Ursachen der Bilder. Über das historische Erklären von Kunst. Berlin: Reimer, zuerst engl.: Patterns of intentention, 1985.

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[Boehm 1995]Boehm, Gottfried (1995).
Bild­be­schreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache.
In Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart, 23-40.

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[Cheeke 2008]Cheek, Stephen (2008).
Writing for Art. The Aesthetics of Ekphrasis. Manchester: Manchester Uni­versity Press.

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[Downey 1959]Downey, Glanville (1959).
Ekphrasis. In Reallexikon für Antike und Christentum, IV, Sp.921-944.

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[Fowler 1991]Fowler, Don P. (1991).
Narrate and Describe: The Problem of Ekphra­sis. In The Journal of Roman Studies, 81, 25-35.

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[Frangenberg 2003]Frangenberg, Thomas (2003).
Poetry on Art : Renaissance to Romanticism. Donington: Schaun, T..

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[Greif 1998]Greif, Stefan (1998).
Die Malerei kann ein sehr beredtes Schweigen haben. Beschreibungskunst und Bildästhetik der Dichter. München: Fink.

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[Heffernan 1993]Heffernan, James A.W. (1993).
The Museum of Words. The Poetics of Ekphrasis from Homer to Ashbery. Chicago [u.a.]: Univ. of Chicago Press.

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[Heffernan 1999]Heffernan, James A.W. (1999).
Speaking for Pictures: The Rhetoric of Art Criticism. In Word & Image, 15, 19-33.

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[Hempfer 2000]Hempfer, Klaus (2000).
Jenseits der Mimesis: parnassische “transposition d'art” und der Pradigmenwechsel in der Lyrik des 19. Jahrhunderts. Stutt­gart: Steiner.

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[Kranz 1976]Kranz, Gisbert (1976).
Ge­dich­te auf Bilder. Antho­logie und Gale­rie. München: DTV.

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[Krieger 1992]Krieger, Murray (1992).
Ekphrasis - the Illussion of the Natural Sign. Baltimore [u.a.]: John Hopkins Uni­versity Press.

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[Krieger 1995]Krieger, Murray (1995).
Das Problem der Ekphra­sis: Wort und Bild, Raum und Zeit – und das lite­rari­sche Werk.
In Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart, 41-57.

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[Männlein-Robert 2007]Männlein-Robert, Irmgard (2007).
Stimme, Schrift und Bild: zum Verhält­nis der Künste in der helle­nisti­schen Dichtung. Heidel­berg: Uni­versi­tätsver­lag Winter.

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[Mitchell 1992]Mitchell, William J.T. (1992).
Ekphrasis and the Other. In South Atlantic Quarterly, 91, 3, 696-703.

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[Moog-Grünewald 2001]Moog-Grünewald, Maria (2001).
Der Sänger im Schild – oder: Über den Grund ekphrastischen Schreibens.
In Behext von Bildern? Ursachen, Funktionen und Perspektiven der textuellen Faszination durch Bilder, 1-20.

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[Pfotenhauer 1996]Pfoten­hauer, Helmut (1996).
Die nicht mehr abbil­denden Bilder: Zur Verräum­lichung der Zeit in der Prosa­lite­ratur um 1800. In Poeti­ca : Zeit­schrift für Sprach- und Lite­ratur­wissen­schaft, 28, 3/4, 345-355.

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[Ratkowitsch 2006]Ratkowitsch, Christiane (2006).
Die poetische Ekphrasis von Kunstwerken - eine literarische Tradition der Großdichtung in Antike, Mittelalter und früher Neuzeit. Wien: Verlag d. Österr. Akademie der Wissenschaften, Sitzungsberichte der Österr. Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Nr. 735.

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[Reulecke 2002]Reu­lecke, Anne-Kathrin (2002).
Geschrie­bene Bilder – Zum Kunst- und Medien­diskurs in der Gegen­wartsli­tera­tur. München: Fink.

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[Rosand 1990]Rosand, David (1990).
Ekphrasis and the generation of images. In Arion, 1, 1, 61-105.

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[Sager Eidt 2008]Literaturangabe fehlt.
Bitte in der Bibliographie-Sammlung einfügen als:
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- Beitrag in Sammelband,
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- andere Publikation,
- Glossarlemma.


[Schenka 2007]Literaturangabe fehlt.
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- Buch,
- Artikel in Zeitschrift,
- Beitrag in Sammelband,
- Sammelband,
- andere Publikation,
- Glossarlemma.

[Schiffermüller 2009]Schiffer­müller, Isol­de (2009).
Wort und Bild im Atlas »Mnemo­syne«. Zur pathe­tischen Elo­quenz der Sprache Aby Warburgs.
In Eksta­tische Kunst. Aby Warburg und die Denk­räume der Ekphra­sis, 7-22.

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[Schmitz-Emans 1999]Literaturangabe fehlt.
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- Buch,
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- Beitrag in Sammelband,
- Sammelband,
- andere Publikation,
- Glossarlemma.


[Wandhoff 2003]Wandhoff, Heiko (2003).
Ekphrasis: Kunstbeschreibungen und virtuelle Räume in der Literatur des Mittelalters. Berlin: de Gruyter.

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Engere Begriffsbestimmung
optional Beispiele
Auswirkungen auf andere Begriffe
Anmerkungen
  1. Das Zitat lautet im weiteren: „Wir beschreiben aber Orte, Zeiten, Personen, Feste, Taten […]. Wann immer wir aber beschreiben möchten […] Statuen oder Bilder oder derartiges sonst, soll man aber versuchen, Überlegungen zu solchem oder solchem hinzuzufügen von Seiten der Verfassung des Malers oder des Bildhauers.” ([Spengel 1966a]Spengel, Leonhard (1966).
    Rhetores Graeci. Frank­furt: Miner­va, 1/3, [unv. Nachdr. der Ausg. 1853-1856].

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    , 491; [Boeder 1996]Boeder, Maria (1996).
    Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Frank­furt/M.: Lang.

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    , 40)
  2. Aristoteles: De anima, 424b, 22ff.
  3. Vier der progymnasmata, der Rhetoriklehrbücher aus dem 1. bis 5. Jahrhundert, sind überliefert. Ihre Autoren sind Aelius Theon, Hermogenes, Aphtonius Sophistes und Nikolaos von Myra. Letzterer ist der einzige Autor, der explizit Kunstwerke als Gegenstand der Ekphrasis erwähnt ([Boeder 1996]Boeder, Maria (1996).
    Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Frank­furt/M.: Lang.

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    , 34-41.)
  4. Umstritten bleibt die Verwendung des Begriffs in der Musik(-wissenschaft) als musikalische Ekphrasis im Sinne von Komponieren nach Bildern bzw. E. als Beispiel für programmbezogenes Komponieren. (Weiterfrührend dazu bspw. [Fink 1988]Fink, Monika (1988).
    Musik nach Bildern. Programm­bezo­genes Kompo­nieren im 19. und 20. Jahrhun­dert. Inns­bruck: Helb­ling.

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    und [Bruhn 2000]Bruhn, Sieglind (2000).
    Mucial Ecphrasis: Composers Responding to Poetry and Painting. New York: Pendragon Press.

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  5. Quintilian, De institutione oratoria, IV, 2, 63f.; VI, 2, 32; VIII, 3, 63.
  6. Ausführlich wird die Gattungsgeschichte dargestellt in : [Friedländer 1912]Literaturangabe fehlt.
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    - andere Publikation,
    - Glossarlemma.
  7. Beispielsweise wurden die beiden ersten Produktionsstadien der Rede inventio und dispotio aus der Rhetorik für den Kunstdiskurs übernommen; die Kriterien der elocutio, memoria und pronuntiatio jedoch nicht (vgl. [Rosenberg 2007]Rosen­berg, Raphael (2007).
    Inwie­fern Ekphra­sis keine Bild­be­schrei­bung ist.
    In Zeitschrift für Kunst­ge­schich­te, 271-282.

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    , 272).
Literatur                             [Sammlung]

[Baumann 2011]: Baumann, Mario (2011). Bilder schreiben. Virtuose Ekphrasis in Philostrats Eikones. Berlin: De Gruyter.

[Baxandall 1990]: Baxandall, Michael (1990). Ursachen der Bilder. Über das historische Erklären von Kunst. Berlin: Reimer, zuerst engl.: Patterns of intentention, 1985. [Boeder 1996]: Boeder, Maria (1996). Visa et vox. Sprache und Bild in der spätantiken Literatur. Frank­furt/M.: Lang. [Boehm & Pfotenhauer 1995]: Boehm, Gott­fried & Pfoten­hauer, Helmut (Hg.) (1995). Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart. München: Fink. [Boehm 1995]: Boehm, Gottfried (1995). Bild­be­schreibung. Über die Grenzen von Bild und Sprache. In: Boehm, G. & Pfoten­hauer, H. (Hg.): Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart. München: Fink, S. 23-40. [Bruhn 2000]: Bruhn, Sieglind (2000). Mucial Ecphrasis: Composers Responding to Poetry and Painting. New York: Pendragon Press. [Bätschmann 2009]: Bätsch­mann, Oskar (2009). Beschrei­bung und Illus­tration. In: Kofler, Peter (Hg.): Eksta­tische Kunst – beson­nenes Wort. Aby Warburg und die Denkräu­me der Ekphra­sis. Wien: Studien-Verlag, S. 55-66. [Cheeke 2008]: Cheek, Stephen (2008). Writing for Art. The Aesthetics of Ekphrasis. Manchester: Manchester Uni­versity Press. [Downey 1959]: Downey, Glanville (1959). Ekphrasis. Reallexikon für Antike und Christentum, Band: IV, Sp.921-944. [Drügh 2006]: Drügh, Heinz J. (Hg.) (2006). Ästhe­tik der Beschrei­bung – poeti­sche und kultu­relle Ener­gie deskrip­tiver Texte (1700-2000). Studien und Texte zur Kultur­geschich­te deutschspra­chiger Lite­ratur. Tübin­gen: Francke. [Fink 1988]: Fink, Monika (1988). Musik nach Bildern. Programm­bezo­genes Kompo­nieren im 19. und 20. Jahrhun­dert. Inns­bruck: Helb­ling. [Fowler 1991]: Fowler, Don P. (1991). Narrate and Describe: The Problem of Ekphra­sis. The Journal of Roman Studies, Band: 81, S. 25-35. [Frangenberg 2003]: Frangenberg, Thomas (2003). Poetry on Art : Renaissance to Romanticism. Donington: Schaun, T.. [Friedländer 1912]:
Literaturangabe fehlt.
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- Buch,
- Artikel in Zeitschrift,
- Beitrag in Sammelband,
- Sammelband,
- andere Publikation,
- Glossarlemma.
[Giuliani 2006]: Giulia­ni, Luca (2006). Die unmög­lichen Bilder des Philo­strat: Ein anti­ker Beitrag zur Para­gone-Debat­te. Pega­sus. Berli­ner Beirä­ge zum Nach­leben der Anti­ke, Band: 8, S. 91-116. [Graf 1995]: Graf, Fritz (1995). Ekphra­sis. Die Entste­hung der Gattung in der Anti­ke. In: Boehm, G. & Pfoten­hauer, H. (Hg.): Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart. München: Fink, S. 143-156. [Greif 1998]: Greif, Stefan (1998). Die Malerei kann ein sehr beredtes Schweigen haben. Beschreibungskunst und Bildästhetik der Dichter. München: Fink. [Heffernan 1993]: Heffernan, James A.W. (1993). The Museum of Words. The Poetics of Ekphrasis from Homer to Ashbery. Chicago [u.a.]: Univ. of Chicago Press. [Heffernan 1999]: Heffernan, James A.W. (1999). Speaking for Pictures: The Rhetoric of Art Criticism. Word & Image, Band: 15, S. 19-33. [Hempfer 2000]: Hempfer, Klaus (Hg.) (2000). Jenseits der Mimesis: parnassische “transposition d'art” und der Pradigmenwechsel in der Lyrik des 19. Jahrhunderts. Stutt­gart: Steiner. [Kranz 1976]: Kranz, Gisbert (Hg.) (1976). Ge­dich­te auf Bilder. Antho­logie und Gale­rie. München: DTV. [Krieger 1992]: Krieger, Murray (1992). Ekphrasis - the Illussion of the Natural Sign. Baltimore [u.a.]: John Hopkins Uni­versity Press. [Krieger 1995]: Krieger, Murray (1995). Das Problem der Ekphra­sis: Wort und Bild, Raum und Zeit – und das lite­rari­sche Werk. In: Boehm, G. & Pfoten­hauer, H. (Hg.): Beschrei­bungskunst, Kunstbe­schreibung: Ekphra­sis von der Anti­ke bis zur Gegen­wart. München: Fink, S. 41-57. [Löhr 2003]: Löhr, Wolf-Dietrich (2003; 22011). Ekphra­sis. In: Pfiste­rer, U. (Hg.): Metzler-Lexi­kon Kultur­wissen­schaft: Ideen, Metho­den, Begrif­fe. Stutt­gart [u.a.]: Metzler, S. 76-80 [22011: 99-104]. [Mitchell 1992]: Mitchell, William J.T. (1992). Ekphrasis and the Other. South Atlantic Quarterly, Band: 91, Nummer: 3, S. 696-703. [Moog-Grünewald 2001]: Moog-Grünewald, Maria (2001). Der Sänger im Schild – oder: Über den Grund ekphrastischen Schreibens. In: Drügh, H. J. & Moog-Grünewald, M. (Hg.): Behext von Bildern? Ursachen, Funktionen und Perspektiven der textuellen Faszination durch Bilder. Heidel­berg: C. Winter, S. 1-20. [Männlein-Robert 2007]: Männlein-Robert, Irmgard (2007). Stimme, Schrift und Bild: zum Verhält­nis der Künste in der helle­nisti­schen Dichtung. Heidel­berg: Uni­versi­tätsver­lag Winter. [Pfotenhauer 1996]: Pfoten­hauer, Helmut (1996). Die nicht mehr abbil­denden Bilder: Zur Verräum­lichung der Zeit in der Prosa­lite­ratur um 1800. Poeti­ca : Zeit­schrift für Sprach- und Lite­ratur­wissen­schaft, Band: 28, Nummer: 3/4, S. 345-355. [Ratkowitsch 2006]: Ratkowitsch, Christiane (Hg.) (2006). Die poetische Ekphrasis von Kunstwerken - eine literarische Tradition der Großdichtung in Antike, Mittelalter und früher Neuzeit. Wien: Verlag d. Österr. Akademie der Wissenschaften, Sitzungsberichte der Österr. Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse, Nr. 735. [Reulecke 2002]: Reu­lecke, Anne-Kathrin (2002). Geschrie­bene Bilder – Zum Kunst- und Medien­diskurs in der Gegen­wartsli­tera­tur. München: Fink. [Rosand 1990]: Rosand, David (1990). Ekphrasis and the generation of images. Arion, Band: 1, Nummer: 1, S. 61-105. [Rosen 2001]: Rosen, Vales­ka von (2001). “Dilet­to dei sensi” und “dilet­to dell'intel­letto”. Belli­nis und Tizians «baccha­nalien» für Alfon­so d'Este in ihrem Rezep­tionskon­text. Städel-​Jahr­buch, Band: N.F. 18, S. 81-​112. [Rosenberg 1995]: Rosen­berg, Raphael (1995). Von der Ekphra­sis zur wissen­schaftli­chen Bildbe­schreibung: Vasa­ri, Aguc­chi, Féli­bien, Burck­hardt. Zeitschrift für Kunstge­schichte, Band: 58, S. 297-318. [Rosenberg 2007]: Rosen­berg, Raphael (2007). Inwie­fern Ekphra­sis keine Bild­be­schrei­bung ist. In: Knape, Joachim (Hg.): Zeitschrift für Kunst­ge­schich­te. Baden-Baden: Koerner, S. 271-282. [Sager Eidt 2008]:
Literaturangabe fehlt.
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- andere Publikation,
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[Schaefer & Rentsch 2004]: Schaefer, Christi­na & Rentsch, Stefa­nie (2004). Ekphra­sis. Anmer­kungen zur Begriffs­bestim­mung in der neue­ren Forschung. Zeitschrift für franzö­sische Sprache und Lite­ratur, Band: 114, Nummer: 2, S. 132-165. [Schenka 2007]:
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- Glossarlemma.
[Schiffermüller 2009]: Schiffer­müller, Isol­de (2009). Wort und Bild im Atlas »Mnemo­syne«. Zur pathe­tischen Elo­quenz der Sprache Aby Warburgs. In: Kofler, P. (Hg.): Eksta­tische Kunst. Aby Warburg und die Denk­räume der Ekphra­sis. Wien (u.a.): Studien­verlag, S. 7-22. [Schmitz-Emans 1999]:
Literaturangabe fehlt.
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- Sammelband,
- andere Publikation,
- Glossarlemma.
[Spengel 1966a]: Spengel, Leonhard (1966). Rhetores Graeci. Frank­furt: Miner­va, 1/3, [unv. Nachdr. der Ausg. 1853-1856]. [Wandhoff 2001]: Wand­hoff, Heiko (2001). Ekphra­sis. Bildbe­schreibun­gen in der Lite­ratur von der Anti­ke bis in die Gegen­wart. In: Wenzel, H. (Hg.): Audio­visua­lität vor und nach Guten­berg. Zur Kultur­geschich­te der media­len Umbrü­che. Wien: Verlag des Kunst­histor. Museums Wien, S. 175-184. [Wandhoff 2003]: Wandhoff, Heiko (2003). Ekphrasis: Kunstbeschreibungen und virtuelle Räume in der Literatur des Mittelalters. Berlin: de Gruyter. [Webb 1999]: Webb, Ruth (1999). Ekphra­sis Ancient and Modern: The Inven­tion of a Genre. Word & Image, Band: 15, S. 7-18. [Webb 2009]: Webb, Ruth (2009). Ekphra­sis, Ima­gina­tion and Persu­asion in Ancient Rheto­rical Theory and Prac­tice. Farn­ham [u.a.]: Ash­gate.


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Verantwortlich:

Thönnes, Barbara

Seitenbearbeitungen durch: Barbara Thönnes [51], Joerg R.J. Schirra [23] und Dimitri Liebsch [21] — (Hinweis)